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Der Orient · 1842-11-15 · 47 (15.11.1842) · p. Spalte 747-748

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
47 (15.11.1842)
Date
1842-11-15
Page
Spalte 747-748 (sequence 6)
Language
German
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Jäd. Alterthumskunde. Die Beschneidüng bei den Israeliten. Won Dr. Bergson. 748 br eit. S. 129. Eine Recension über die Schrift Umbreits, die über diesen Gegenstand besonders erschien:, erfolgt in diesem Blatte, daher hier ein speciettes Besprechen nicht nothwendig ist. 2. Knobel, Bemerkungen über einige Stellen des , Buches Hiob. S. 485/Wird hier beurtheilt werden. 3. Meier, Beiträge zur Wortkritik des Textes der 12 kleinen Propheten. S. 1023. 4. Meier, über Ex. 1, 16. Jer. 18, 3. Prov. 25, 11. Die beiden letzten Aufsätze Meier's werden hier besonders angezeigt werden. — Neues Broschürchen ttt Rußland«. Unter dem Titel njW» TJiß hat Hr. Dr. Lilientha'l in Rußland (der seine Stelle als Prediger jetzt nicht mehr hat und sich an keinem bestimmten Wohnorte sixirt) ein hebräisches Sendschreiben an die Juden Rußlands und Polens in Wilna drukken taffen, worin er das jüdisch-russische Schulwesen bespricht. Jüdische Alterthumstunde. Die Beschneidung bei den Israeliten. Vom historischen, kritischen und medizinischen Standpunkt. Won Joseph Bergfon. (Fortsetzung.) : 4. Die expia torisch - damonologische Ansicht. Meiners. Die Vertheidiger dieser Ansicht sehen in der Beschneidung nichts weiter als einen jener vielen Gebrauche, wodurch man im Altecthum schon und noch heute bei wilden Völkern die bösen Geister (Dämonen) zu versöhnen suchte (explatio). Wir hatten bereits oben bemerkt , daß es als eine Ansicht in früherer Zeit galt, die.Befchneidung als ein Verwahrungsmittel gegen den Einfluß von bösen Dämonen zu betrachten, und daß schon. Spencer n) sagte: Non temere conjicilur, cir- .cmncisioaem signum prophylaclicum fuisse, et ad cacodaemonis injurias a personis omnilnis illo charactere munitis propulsandas, ex dei gralia, yaluisse, und führt zur Begründung dieser Ansicht die dunkle biblische Stellet an, wo eine von einem bösen Geist über Moses verhängte tödtliche Krankheit und ihre Heilung mit der Beschneidung seines Sohnes in Verbindung gebracht wird, so wie er die Worte des chaldäischen Paraphrasten 19) zu benutzen sucht. Doch hat die Erklärung der expiatocisch-dämonologischen Bedeutung voll- 17) ve 1^6Aidu3 HituaUdus Hebr Lib. I. Cap. IV. Sect. 11. 5. p. 22. . 18) 2 B. M. 4, 25. 19) Hvheslied Salomonis 3, 8. 9. ständiger erst Meiners (st. 1810) zu geben versucht. Er 2o) wagte zuerst die Behauptung aufzustellen, daß man die Beschneidung aus der bei vielen wilden Völkern vorkommenden Sitte herleiten müsse, der zufolge man durch verschiedene gottesdienstliche Handlungen böses Zauberwerk und andere Unfälle von den neugeborenen Kindern abwenden wollte, oder Glück und Heil auf dieselben 'zu bringen hoffte. Unter den Unfällen, welche man von neugeborenen Kindern abzuwenden suchte, fürchtete man aber kerne mehr, als den Neid, die Rache und den Unwillen zürnender und böser Götter. Die meisten Nationen hielten es für das sicherste, sich zu demüihigen und die zürnenden Götter dadurch zu versöhnen, daß man entweder an den neugeborenen Kindern selbst, öder an den Vätern allerlei Verwundungen ausübte, um die menschenfeindlichen Götter zu befriedigen. Man verwundete daher neugeborne Kinder zur Versöhnung der Götter an allen Theilen des Körpers, vorzüglich an den Zeugungsgliedern, weil man diese als die Werkzeuge des Daseins und der Geburt von Kindern ansah, am allermeisten an der Vorhaut, weil diese doch mit den geringsten Gefahren eingeschnitten, oder verstümmelt werden könnte. Hier citirt Meiners einige Beispiele von den Hindus, die den Neugeborenen die Ohren durchbohren, nicht um Geschmeide nachher einzuhängen, sondern um sie den Gottheiten Wischnu und Eswara zu heiligen, von den Mexikanern, welche Einschnitte in die Zeugungstheile der Neugebornen machen, vor den Wilden am Oronoko und Apure, die dieselben stack daselbst verwunden, ferner von den.Einwohnern der Insel Eapul, einer der Philippinen, die durch die Eichel eines jeden neugebornen Knaben einen kleinen Nagel von Zinn treiben, von den Hottentotten, die sie auf einer Seite castriren, von den sog. Männerwochen der Caraiben, die, wenn ihre Frauen niedergekommen sind, zur Versöhnung der Götter gegen 40 Tage fasten und sich nachher verwunden. Meiners glaubt nun, daß auch die israelitische Beschneidung dieser Kategorie von expiatorisch-damonologischen Volksgebrauchen ihren Ursprung zu verdanken habe. Denn, argumentirt er, die Beschneidung war so weit über alle Theile der Erde verbreitet, daß man möglicher Weise kaum annehmen kann: sie sei vor undenklichen Zeiten unter ein em Volke entsprungen und habe sich zu den übrigen Völkern fortgepflanzt. Es sei unbegreifliche, wie dieser Gebrauch von Asien und Afrika, nach Amerika und den Inseln in der Südsee habe gelangen können, wenn er von einem Volke ursprünglich ausgegangen wäre. Kein Volk, meint Meiners, könne den Zeitpunkt oder die Ursachen der Einführung dieses Gebrauches mit Bestimmtheit angeben, und die darüber zu Tage geförderten Hypothesen beschränkten sich blos auf 20) Allgemeine kritische Geschichte der Religionen von C. Meiners. 2 Bd. 1806. 2. 35b. S. 464;

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