Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 47 (15.11.1842)
- Date
- 1842-11-15
- Page
- Seite 375 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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375 servus, eos inquietare'quibuslibet injustis occasionibus aut attemptare praesumat, de rebus eorum quas jure haeredifcario possident in areis, in casis, in ortis, in vineis, in agris, in mancipiis, seu caeteris rebus mobiiibus et immobilibus eis aufferre quidquam audeant. Si quis vero contra hoc Edictum aiiquam violentiani eis intulerit, cogatur persolvere ad paiatii nostri aerarium sive ad Cameram Episcopi, Libram 1 auri, rem quoque quam eis abstuierat dupliciter restituat, Habeant etiam liberam facultatem res suas cum quibusiibet hominibus justo concambio commutare et Intra ambitum regni nostri libere et pacifice discurrere, negotium et mercimonium suum exercere, emere et vendere et nullus ab eis Telonium exigat vel aiiquam exactionem publicam vel privatum repetat. ln domibus eorum hospites sine eorum consensu non mittantur; nullus ab eis equum ad profeclionem Kegis vel Episcopi, aut angariam regiae Expeditionis requirat. Si autem res furtiva apud eos inventa t’uerit: si dixerit judaeus se emisse, juramento probet secundum Legem suam quanti emerit et tantundem accipiat, et sic rem ei cujus erat restituat. Nullus filios aut Alias eorum invitas baptizare praesumat, et si quis coactos, aut furtim raptos, aut vi captos baptizaverit, XII Libras auri ad aerarium Legis aut Episcopi persolvat: si autem aliquis eorum sponte baptizari velit, triduo reservetur, ut integre cognoscatur, si re re Keligiönis Christianae causa aut aliqua illata injuria Legem suam abnegent, et sicutPatrum legem reliquerunt, ita etiam et possessionem eorum; Mancipia quoque eorum pagana nullus sub obtentu Christianae religionis baptizans ab eorum scrvitio avertat; quod si fec|jiit, bann um, hoc est: Libras III argen ti coactus, judiciaria potestate persolvat, et insuper domino süoVäbsque dilatione servuni reddat, servus vero per omnia, Domini sui praecepta deserviat, saira nihilominus christianae fidei, cujus Sacramentis imbutus est, observatione. Liceat etiam christianos homines ad opera sua facienda conclucere, exceptis diebus festis et dominicis, nec eis liceat Christian um emere servum. Quodsi Christian us contra Judaeum, vel Judaeus contra christianum litem aliqua pro re vel contentioneni habuerit, uterque, prout res est secundum legem suam justitiam faciat et causain probet; Et nemo Judaeum ad ignituni ferrum, vel ad aquam calidam, aut frigid am cogat, nec flagellis caedat, nec in carcerem mittat; sed jure, et tantum secundum Legem suam post XL dies; nec ullis testibus possit convinci qualibet de causa. Et quieunque contra hocEdictum nostrum eos ultra cogere voluerit, bannnm I id est Libras 111 argenti persoldurch irgend ungerechte Forderungen zu beunruhigen oder cmzusechten sich unterstehe, noch wage von ihrem Eigenthume, das sie an Ländereien, Gebäuden, Gärten, Weinbergen, Weckern, Sklaven oder andern beweglichen und unbeweglichen Dingen besitzen, ihnen etwas zu entreißen. Wer aber gegen dieses Edikt ihnen irgend eine Gewaltthat zufügen wird, der wird gezwungen werden an die Schatzkammer unserer Pfalz oder an die bischöfliche Kammer ein Pfund Goldes zu zahlen, und den entrissenen Gegenstand doppelt wieder zu erstatten. Sie sollen auch das freie Recht haben, ihreBesitzthümer mit jedem beliebigen Menschen auf ehrliche Weise zu verwechseln, und innerhalb unseres Reiches frei und friedlich umherzuziehen, Handel und Geschäft zu treiben, zu kaufen und zu verkaufen, und Keiner soll von ihnen Waarenzoll verlangen und irgend öffentliche oder Privatsteuern ihnen auflegen. In ihre Häuser darf kein Fremder wider ihren Willen gelegt werden. Keiner darf von ihnen zur Reise des Königs oder des Bischofs ein Pferd, oder zu einem königlichen Kriegszuge ein Fuhrwerk verlangen. Wenn aber ein gestohlenes Gut bei ihnen gesunden wird, und der Jude aussagt, er habe es gekauft, so soll er durch einen nach ihrem Gesetze zu leistenden Eidschwur darthun, für wieviel er es gekauft hat, ebensoviel soll er dann erhalten und das Gut dem Eigenthümer zurückstellen. Keiner unterfange sich, ihre Söhne oder Töchter wider Willen zu taufen; wer sie aber durch Zwang, oder diebischen Raub, oder gewaltsame Gefangennahme zur Taufe treibt, der soll zwölf Pfund Goldes an die Schatzkammer des Königs oder des Bischofs bezahlen. Will sich aber Einer von ihnen aus freien Stücken Laufen laffen, so soll er drei Tage bewahrt werden, damit man deutlich erkenne, ob er wirklich der christlichen Religion halber, oder wegen eines ihm zugefiigten Leides sein Gesetz abschwöre; und wie er das Gesetz seiner Väter verließ, so soll er auch ihre Besitzthümer verlassen. Ihre heidnischen Sklaven soll keiner unter Vorgeben der christlichen Religion durch die Taufe von ihrem Dienste entbinden; wer dieses thut, derffoll einen Bann, das heißt: drei Pfund Silber, durch richterliche Gewalt gezwungen bezahlen und außerdem ohne Verzug den Sklaven seinem Herrn wiedergeben; der Sklave aber soll in Allem den Befehlen seines Herrn gehorchen, ohne daß jedoch die Beobachtung des christlichen Glaubens, dessen Sakramenten er unterworfen ist, darunter leide. Es soll ihnen auch freistehen, Christen zur Verrichtung ihrer Geschäfte zu miethen, außer an Fest- und Sonntagen; einen christlichen Sklaven dürfen sie jedoch nicht raufen. Wenn ein Christ gegen einen Juden, oder ein Jude gegen einen Christen wegen einer Sache einen Rechtsstreit hat, so soll jeder von Beiden, je nachdem sich die Sache verhält, nach seinem Gesetze seine Sache fuhren und seine Aussage erproben. Und keiner soll den Juden zur Bewahrheitung seiner Aussage durch glühendes Eisen, oder durch heißes oder kaltes Wasser zwingen, noch ihn geißeln, noch in's Gefängmß werfen. Er braucht nur zu schwören und zwar wie's sein Gesetz