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Der Orient · 1842-11-15 · Heft 47 (15.11.1842) · p. Seite 374

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 47 (15.11.1842)
Date
1842-11-15
Page
Seite 374 (sequence 11)
Language
German
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374 tation zu erneuern. Auch der Gedanke an die unglückseligen Ereignisse der Maitage mochte eine stille, geräuschlose Feier empfehlen. Am Abende des 18. Ott. vereinigte sich ein Theil der Mitglieder des Tempelvereins zu einem öffentlichen Mahle. Wie dem Wesen des Judenthums überhaupt, so ist auch dem des Tempelvereines jeder Bekehrungseifer fremd geblieben; aber an seiner ferneren Haltung liegt es vor Allem, ob die Gemeinde dereinst, wenn auch in späten Tagen, zu einem einträchtigen Ganzen verschmelzen soll. Darum mahnen wir in dem festen Bewußtsein, daß wir nur das Wohl der Gesammtheit dabei vor Augen haben, die einflußreichen und gebildeten Mitglieder des Vereines, den beiden Herren Predigern bei der Verbreitung und Förderung einer belebenden und gegen die Stürme der Zeit abhärtenden Unterweisung in der Religion, vorzüglich aber in der so reichen und so fruchtbaren Geschichte der jüdischen Vergangenheit, hilfreich zur Hand zu gehen. Den Anspruch, den in andern Ländern der Staat in dieser Beziehung an alle seine Angehörigen stellt, erfülle man unaufgefordert und aus freiem Antriebe, damit die Kluft, welche die ältere Generation trennt, nach einem Menschenalter sich schließe und alle, wenigstens im Glauben vereint und in der Bekämpfung der von außen drohenden Gefahren und Bedrängnisse einträchtig, einander zur Aufrechthaltung des alten Bundes die Hand reichen. Dann wird, vielleicht ehe noch der Cölner Dom als vermeintliches Symbol deutscher Einheit, alle seine Thürme vollendet in die Lüfte emporstreckt, der Tempel in goldenen Charakteren und aller Welt offenbar an seine Pforten schreiben.dürfen: liitroite, iiam et heic Dil sunt E. £ Licht - und Schattenbilder? aus der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart. Urkunde« zur Geschichte der Juden im Mittelalter. Serie I. Zweite Urkunde» Kaiser Heinrich III. ectheilt den Speierfchen Juden große und ungewöhnliche Vorrechte. Speier. 1090. ln nomine sanclae et individuae Trinitatis. Henrieits, Dei favente clementia, Tertius Romanorum Imperator Augustus, Omnibus Episcopis, Abbatibus, Ducibus, Comitibus, nec non Omnibus Regiminis nostri Legibus subjectis, notum sit: Qualiter quidam Judaei: Judas filius Calotim, David filius Massula?if Moyses filius GulJdel cum sodalibus suis, venerunt in praesentiam liostram Sjjirae et rogaverunt, quod eos cum infantibus eoruin seu cum Omnibus, qui per eos legibus sperare videntur, sub Tuitionem nostrani reciperemus et teneremus; quod ita nos fecisse omnium fidelium nostrorum cognoscat lndustria. Propterea, per interventum ac petitionem Huoztnanni Spirensis episcopi, hanc nostrani auctoritatem eis concedi et dari jussimus; unde regia nostrae celsitudinis jurisdictione praecipimus atque jubeinus, ut de caetero nullus qui sub nostra regia potestate aliqua dignitate vei potestate sit praeditus, non parvus, non magnus* non über aut 19. Februar. Im Namen der heiligen und untheilbaren Dreieinigkeit. Heinrich, durch die Gunst der göttlichen Milde, der Dritte, römischer Kaiser. Allen Bischöfen, Aebten, Herzogen, Grafen, sowie allen denen, die den Gesetzen unserer Herrschaft unterworfen sind, sei's bekannt: wie einige Juden: Juda der Sohn des Calonin, David der Sohn des Massulan, Mo ses der Sohn des Gurhiel, mit ih ren Gen offen in unsere Gegenwart zu Speier kamen und baten, daß wir sie mit ihren Kindern oder allen denen, welche durch sie auf die Gesetze Anspruch machen, in unfern Schutz aufnehmen u. behalten sollten; daß wir dies also gethan, mögen alle unsere Getreuen erfahren. Auf die Verwendung und die Bitte des Bischofs Huozmann von Speier also haben wir diese unsere Urkunde ihnen zu gestatten und zu geben befohlen; wornach wir durch die Gewalt unserer Hoheit gebieten und befehlen, daß fernerhin keiner, der unter unserer königlichen Gewalt mit irgend einer Würde oder Macht begabt ist, weder ein Kleiner, noch ein Großer, ein Freier noch ein Sklave, sie

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