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Der Orient · 1842-11-08 · Heft 46 (8.11.1842) · p. Seite 366

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 46 (8.11.1842)
Date
1842-11-08
Page
Seite 366 (sequence 11)
Language
German
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366 fagen: niailD nwj? mriD fröN’nijni N1?; nun frage ich Sie Hr. Dr., wie ganz anders stellt sich das Verhältniß zwischen Ihnen und mir! Ich habe meine Zeit, meine .Muße, meine Kräfte meinen Brüdern, den Juden und der jüdischen Wissenschaft geweihet; seit ich als Schriftsteller auftrete, habe ich es für eine Sünde gehalten, mich von meinem vorgesteckten Ziele auch nur durch einen Aufsatz zu entfernen. Das bezeugen meine Schriften: das „Lehrgebäude", die „Perlenschnüre", die „Concordanz", das „kleine hebr. Schulwörterbuch", meine Betheiligung bei der „Zunz'schen Bibelübersetzung", die „jüdischen Artikel" in dem Conversationslexicon von Brüggemann u. Reichenbach, die „Bibliotheca judaica“ und das „Handbuch der jüdisch-theologischen Literatur", welche zu Ostern beendigt sein werden. Sie aber übersetzen französische Romane für den Buchhändler B. in Leipzig oder sind bei einem andern Fabrikgeschäft betheiligt. Sie sehen, Hr. Dr., die große Scheidewand zwischen uns, darum aber auch werde ich auf Ihre Polemik nie antworten; aber ich werde fortfahren, wo Sie sich Lächerlichkeiten, Arroganz, Wichtigthuerei in Ihrem Blatte erlauben, zu geißeln und zu züchtigen und wo es paßt noch obendrein mit Pfeffer einreiben. Ich erkläre Ihnen aber nochmals, daß ich bereit bin, bei jedem Tadel, der;mir eingesendet wird, Ihnen auf Verlangen in aller Güte den Namen zu nennen. Hätten Sie in der vorigen Nummer es gethan und mich um den Einsender des Artikels aus Stolp gefragt, ich würde Ihnen die Briefe eingesandt haben, woraus Sie den Namen des Einsenders ersehen, und w i e Hr. Dr. Kl e i n dabei betheiligt ist, wie er es veranlaßt, daß die Gemeinde nicht auf Ihren Wunsch eingegangen, wie er die Correspondenz besorgt, besiegelt und das Porto bezahlt. Freilich hätten Sie dann ausgerufen: welch' ein Erbärmlicher! aber Sie werden mir zugestehen, daß ich nun zu diesem Ausrufe berechtigt bin. — Fürst. Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart. Urkunde« zur Geschichte der Juden im Mittelalter, gesammelt von Philipp Jaffv. Vorwort. Als die zuverlässigsten Quellen der Geschichtsschreibung sind die Urkunden längst anerkannt. Sie enthalten Gesetze, Verordnungen, Contracte, Schenkungen u. s. w. und find schon deshalb glaubwürdiger als selbst gleichzeitige Geschichtsschreiber, weil^zu ihrer Ausfertigung fast immer eine Mehrzahl von Personen nöthig war. Das eigentlich Faktische zu erzählen, liegt zwar nicht in der Absicht der Urkunde; sie erzählt nur gelegentlich, ist darin jedoch um so wahrer, als darauf die in der Urkunde genommenen Bestimmungen sich stützen. Au gleicher Zeit ist sie selbst ein Faktum, das wiederum die Zukunft zum Theil beherrscht. Größerer Werth aber noch ist den Urkunden für die Kenntniß des Auständlichen zu vindiciren, mit dessen Darstellung die Schriftsteller zumal des Mittelalters sich meist gar nicht befassen, so daß wir ohne Urkunden, deren Inhalt oft die Anordnung der verschiedensten bürgerlichen und Privatverhältnisse ist, über diese soviel wie gar nichts wissen würden. Ungleich höher nun steigt die Wichtigkeit der Urkunden, die sich mit den Verhältnissen der Juden beschäftigen, für die Geschichte derselben, da die Juden selbst den meist christlichen Skribenten des Mittelalters ein zu wenig interessanter Gegenstand waren, als daß diese ihre Geschichte zum Objekt ihrer Darstellung hätten machen sollen. Nur das Außerordentlichste, etwa eine blutige Verfolgung, regt sie zu einer Erwähnung der Juden und auch dies oft nur zu der gleichgültigsten und theilnahmlosesten an. Wie wünschenswert^, ja unentbehrlich daher dem Bearbeiter der jüdischen Geschichte der Zutritt zu den vorhandenen diplomatischen Ueberbleibseln sein muß, leuchtet von selbst ein. Nun liegt aber, ganz abgesehen von den bisher noch ungedruckten Urkunden, ein großes Hinderniß, auch nur die bereits abgedruckten gehörig zu benutzen, darin, daß sie ungemein zerstreut sind. Nicht leicht sind Einem jene seltenen oft sehr bänderreichen Werke zugänglich, in denen sie sich auch nur sporadisch vorsinden. Es ist daher unsere Absicht, in diesen Blättern den vorhandenen Urkundenschatz zu sammeln, welchen der Geschichtsforscher gewiß freundlich aufnehmen wird. Das Princip, das uns bei der Aufnahme der Urkunden in die Sammlung leiten soll, ist das ganz einfache, keine auf den ersten Anblick vielleicht noch so unscheinbare und unwichtige Urkunde, wenn sie nur zur Geschichte der Juden in einem Bezüge steht und uns zugänglich ist, zu übergehen, da eine jede für gewisse Zwecke, deren die Wissenschaft so unendlich viele hat, von unschätzbarem Werthe sein kann. Jedes urkundliche Wort ist ein Goldkorn, und darf unter keiner Bedingung der Vergessenheit anheim gegeben werden. Indessen werden wir bei manchen Urkunden, in denen nur wenig von Juden die Rede ist, während im Uebrigen von andern damit in keiner Verbindung stehenden Dingen 'gehandelt wird, uns mit dem Abdruck nur des unserem Zwecke entsprechenden Theiles begnügen müssen.

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