Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 44 (25.10.1842)
- Date
- 1842-10-25
- Page
- Seite 347 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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347 sten einer Anstalt für hilfsbedürftige Blinde jüdischer Religion gegeben, der auch von mehreren Christen besucht wurde. Mr. Samnel Sampson gab nach dem Abendessen einen kurzen Bericht über die pecuniaren Verhältnisse des Instituts, aus welchem hervorging, daß seit Gründung desselben Unterstützungen zum Belauf von 2000 Ptd. St. ertheilt waren. Der Ertrag des Balls, die Schenkungen eingeschlossen, betrug 250 Pfd., eine größere Summe als je vorher. Die am 13. März gehaltene Generalversammlung der Mitglieder des Vereins zur Unterstützung der jüdischen Kinderschule zu London brachte das für diese Anstalt ehrenvolle Factum zur Rede, daß 80 Aufnahmsgesuche mehr vorlägen, als man im Stande sei/-» zu berücksichtigen. Wenn auch der Cassenbestand diesmal nicht ein gleich erfreuliches Resultat brachte, so lag dies an den bei einer erst begründeten Anstalt besonders wegen der nöchjgen Bauten unvermeidlichen Ausgaben. Die Verwaltung des Londoner Hospitals hat vier Zimmer mit 20 Betten des neu erbauten Flügels jüdischen Kranken eingeräumt. Die bisher zur Errichtung eines besondern jüdischen Krankenhauses gesammelten 1800 Pfd. sind dem Hospital Übermacht. Am 13. Juni fand zu London die Jahresfeier des jüdischen Hospitals pia DU unter dem Vorsitze des Herzogs von Sussex statt. Schon seit 1807 hatte S. K. H. sich der jüdischen Wohlthatigkeitsanstalten thätig angenommen, wie überhaupt stets sich als warmer Verfechter religiöser Duldung gezeigt. Der Belauf der in dieser Versammlung angezeigten Beiträge betrug 760 Pfd. V. of. J, ß einet bei. Schon seit 1743 befinden sich hier Juden, von denen manche namentlich in der Armee sich ausgezeichnet haben; seit 1831 sind die in Montreal wohnenden den andern Einwohnern gleichgesetzt und besitzen seit 1838 eine sehr schöne Synagoge. Neuerliche von London ausgegangene sogenannte Reformversuche sind durchaus mißlungen. V. of J. Westindien. Jamaika. Man hofft, daß im Norden der Insel an der Montego-Bay nächstens gleichfalls auf Veranlassung des Hrn. M. N. Nathan, eines der Geistlichen zu Kingston, Anstalten zur Erbauung einer Synagage getroffen werden. Es leben dort an 120 Juden und ebensoviel in der Umgegend. — Die Acmenkinderschule zu Kingston hat ihren guten Fortgang; bis jetzt ist sie nur am Sonntag eröffnet, doch denkt man mit Erweiterung der Unterrichtsgegenstände auch die Unterrichtszeit zu vergrößern. Von Seiten der dort befindlichen spanischen Juden ist eine ähnliche Anstalt errichtet. Barbadoes. Die Juden haben hier dieselben Rechte wie. zu Jamaica erlangt, so daß sie von .jetzt für alle Civilamtec wählbar sind. Es ist dies um so erfreulicher, je willkührlichec namentlich im vorigen Jahrhundert ihre Behandlung gewesen ist. Man erzählt, daß,, als sie einmal verabsäumt hatten, dem Gouverneur das bei deren jedesmaliger Ankunft übliche Geschenk einer Apfeltorte zu senden, dieser ihre Synagoge als Caserne für das dortliegende 89. Regiment in Anspruch nahm. Erst als man ihm einen einfachen Kuchen, dessen Inhalt aus Goldstücken bestand, hatte zukommen lassen, fand er sich bewogen, von der angedrohten Maßregel abzulassen. Uebrigens zeichnete sich derselbe Gouverneur auch durch andere Gewaltmaßregeln aus, die seine baldige Zurückberufung veranlaßten. V. of J. Nordamerika. Man denkt hier an die Errichtung einer jüdischen Zeitschrift. Bis jetzt konnte theils wegen des geringen innern Zusammenhangs und der großen Zerstreuung der Juden in den vereinigten Staaten, theils auch wegen ihrer Theilnahmlosigkeit an besondern jüdischen Interessen noch kein dergleichen Plan in Ausführung kommen. Doch hat man für die Zukunft bessere Aussichten. Die Zahl der Juden im weiten Gebiete der Bundesstaaten wird übrigens auf 20,000 geschätzt. — Die Gesellschaft zur Bekehrung der Juden ist aus Mangel an Mitgliedern und -— Proselyten, so wie durch die Angriffe untergegangen, die sie in einer zu New-Pork von einem Hrn. S. H. Jackson in den Jahren 1824 und 1825 herausgegebenen Zeitschrift „der. Jude" fand. — Zu Philadelphia hat dieses Jahr das Werk eines jungen Mädchens jüdischer Religion, Miß Graon Aguilar, die Presse verlassen, dessen Herausgabe der Prediger an der dortigen jüdischen Gemeinde, Hr. Isaak Leeser übernommen hat. Der Titel dieser Schrift lautet: jJDttf, oder der Geist des Judenthums. Man rühmt an derselben ein nicht geringes dichterisches Talent, so wie eine gewisse Originalität der darin ausgesprochenen Ansichten. V. of J. Syrien. Die Nachrichten aus Damaskus über die Juden lauten ziemlich günstig, indem die Verfolgungen jetzt ziemlich nachgelassen haben. Die drei unter britischem Schutz lebenden Brüder H.irrari haben auf Veranlassung des englischen Consuls Wood ihre Sklaven freigelassen, und man hofft, daß Andere ihrem Beispiel folgen werden. Zu Jerusalem ist im vorigen Jahre eine neue Ausgabe des pisiO miD 1QD erschienen. Aus der Vorrede des Druckers Israel den Abraham ersieht man, ei- ' nen wie großen Theil der Leiden, von denen schon seit Jahren jene Gegenden heimgesucht worden, die Juden haben mittragen müssen. Nachdem sie 1834 die härtesten Unbilden von Seiten der gegen Mehemed Ali empörte Bevölkerung ausgesetzt gewesen waren, wurden sie 1837 durch ein Erdbeben heimgesucht. Eine neue Empörung gegen den Pascha von Egypten brachten ihnen neues Unheil, zu dem spater noch die Furcht hinzutrat, die zu Damaskus gegen die Juden verübten Grausamkeiten möch- 44 *