Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 43 (18.10.1842)
- Date
- 1842-10-18
- Page
- Spalte 681-682 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/8555529-9894039-9894105--2341-3529759- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
681 Die Wormser Grabschrift und unsere Zeitrechnung. Bon Dr. I. A. Frankel. 682 schiebung: l» für — (vgl. D» mit und p 3 »iy (Joel 4, 11) nach Hitzig ad loc. — «ylä (s. Ges. s. t. my); Dl» (chald. Dis) «. a. m. bei Ges. sub lit. »')-, also von yj\ vesligium (Hai B. Joktan ed. Pocock. p. 9. 1. 1), vgl. Einfluß, Gewalt (Fceytag s. v.) und die 9. Categ. des Aristoteles (Schmöld. p. 126). Allein signum ist wohl eher mit ei »prägen, vielleicht auch mit dem chald. ihn Ort (als Spur), zu vergleichen, und die Grundbedeutung: sinnlich einwirken, dann afsicicen überhaupt, daher ^CjL> — Jjii, ro noiüv, ‘pys1»; jj\j/To 7va6%siv, byDrv'W* — Bei solch mißlichen Erklärungsversuchen, halte ich vorläufig den Term D!£W für ein Derivat des. Relativ nach Analogie von “ps‘ rc.; wenn ich auch die Sudstanzicung dieser Partikel (s. oben) nicht nachweifen kann — bis eine bessere Erklärung darüber gegeben wird. Der sachkundige Leser möge uns seine Belehrung nicht vorenthalten 40). (Fortsetzung folgt.) Die Wormser Grabfchrift mtf> unsere Zeitrechnung. Die Haud- und Spenersche Zeitung Hierselbst brachte unter dem 22. Aug. die wahrscheinlich durch viele Zeitungen gegangene Nachricht, daß in Worms ein Grabstein mit einer hebräischen Inschrift gefunden, welche vom Rabbiner Herrn Bamberg erklärt und ins dritte Jahrhundert gesetzt ward. Wissen wir auch Alle, daß solche Nachrichten zur Unberücksichtigung oder wenigstens zur Nachsicht auffordern, weil sie, gleich den viele Jahrhunderte hindurch vom Vater auf den Sohn überlieferten Erzählungen, bei der jedesmaligen Wiedererzählung Verwandlungen erleiden und Zusätze erhalten: so konnte ich dennoch die Mittheilung der von mir gelesenen Spenerschen Zeitung nicht ungerügt dahin gehen lassen, wollte ich nicht unser von Christen so selten gewürdigtes und zuweilen leider mir Recht gering angeschlagenes Wissen dem Hohne und Spotte der hiesigen christlichen Gelehrten noch mehr preisgeben. Darum sandte ich eine Be- .40) Ueber das zu den departic. verglichene Arabische, würden wir freilich am liebsten die Stimme desjenigen vernehmen, „in.dem De Saey's mit den liebenswürdigsten Lugenden geschmückte Gelehrsamkeit fortlebt" (Ez. Ch. Vorr. S. 14), dessen ausgezeichnete Güte wir auch bereits auf ähnliche Weise erfahren (LB. 1841. 9fov 31). — Möge dieser Wunsch nicht zudringlich und belästigend erscheinen! richtigung mit der Ueberschrift „Bedenkliche Entzifferung" ein, welche am 26. August abgedruckt, den Anachronismus und die sonstige Fehlerhaftigkeit mit wenigen Worten und auf solche Weise darthut, wie Wissenschaftliches in einem politischen,, andere Tendenzen verfolgenden Blatte dargethan werden kann. Allein diese „kurzgefaßte Bedenklichkeit" genügte mir vor unfern Gelehrten nicht, denen die Entstellung der Nachricht gründlicher nachgewiesen werden mußte. Ich komme deshalb auf denselben Gegenstand mit Hinzufügung einiger wichtigen Betrachtungen über unsere Zeitrechnung in diesem der Wissenschaft gewidmeten Blatte nochmals zurück, hoffend, man werde mir ein tunt de bruit pour rien bei einer wissenschaftlichen Erörterung nicht zurufen. Die Grabschrist soll nach der Mittheilung genannter Zeitung folgendermaßen lauten: „Grabmal auf das Haupt Asaria's, Sohnes Josephs, „welcher gestorben am 6. im Monat Adar des (muß heißen: „dem) ersten, am ersten fder Woche^j 36 zur kürzern „Zeitrechnung, ec ruhe in Ehren. Amen Sela." Versuchen wir diese Grabschrift genau nach der Uebersetzung wieder hebräisch herzustellen, so würden wir, in der Meinung verharrend, daß Grabmal mit Grabstein (n^D) nicht gleichbedeutend, synonym ist und also der auf Mazebot überhaupt ungebräuchliche Ausdruck roäD hier besonders nicht gesetzt werden kann, etwa folgende hebräische Worte erhalten: TIN:;V HD "WN *)DP p mty. ttfND "Op rbo pN nw pDb n dp p&wn Da L/ttN "Op im Hebräischen eben so wenig als in irgend einer andern Sprache gesagt oder geschrieben werden kann — ein komisches pai'5 pro toto — wenn nicht etwa der Kops allein, ohne Rumpf an der Stelle beerdigt liegt: so scheint entweder b"]pn "Op oder, was noch wahrscheinlicher ist, p no wtn "Op und zwar abgekürzt gelesen werden zu müssen, welche Worte b"ip oder 4b durch die Länge der Zeit unkenntlich geworden. Doch mit eben so großer Wahrscheinlichkeit kann behauptet werden, daß der Anfang wie gewöhnlich auf Mazebot "OpJ HD lautete und daß das Wort DD wie der Buchstabe > verwischt ist. Wer dieser Asariah, Sohn Josephs, und ob er überhaupt ein für die Nachwelt bemerkenswerther Mann war, kann erst nach der Feststellung der Zeit, worüber wir noch gar viel zu sprechen haben, untersucht werden. Sonderbar ist die Voranstellung des Datums dem sonst voranstehenden Wochentage, und es klingt unserm Ohr fremd K DP TIN (1 für das gewöhnliche Tin ) N DP zu lesen. Sonderbarer aber heißt es hier "nron NU', wofür D^!£Q NU' oder D&tco nun WöJ zu erwarten war. Wer wird auch einem Verstorbenen Ehre und nicht vielmehr Frieden wünschen? Doch am sonderbarsten ist der selbst in unsrer Liturgie seltene Schluß rte jdn, welcher vermutlich aus den Frauengebeten, sogenannten Techinot entnom-