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Der Orient · 1842-10-18 · Heft 43 (18.10.1842) · p. Seite 340

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 43 (18.10.1842)
Date
1842-10-18
Page
Seite 340 (sequence 7)
Language
German
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340 zugänglichen Aktenstücke gesammelt, an deren dokumentirte Wahrheit nicht leicht zu zweifeln sein sollte. Wenn auch jeder, dem der gegründete Ruf und die persönlichen Tugenden der Mitglieder jenes Comite's, für genügende Belege ihrer umsichtigen Verwaltung gelten, jenen Anschuldigungen im höchsten Grade mißtrauen mag, so haben dennoch in den Augen Vieler, die sich nicht an Personalitäten, sondern an vorliegende Thatsachen halten, die verbreiteten Gerüchte leider so viel bewirk^ daß-viele, sehr edle Männer für den Augenblick ihre gewöhnlichen Spenden für dorthin zurückhalten. Wenn daher das amsterd. Comite nicht in möglichster Schnelle eine genau belegte Bilanz aller Einnahmen und Ausgaben des im Jahre 5585 gestifteten Vereins zur Unterstützung unserer armen Brüder im heiligen Lande, nebst der auf den Gegenstand Bezug habenden Correspondenz, dem contribuirenden Publikum vorlegt, so wie auch über die Verwendung der so reichlich eingegangenm Beiträge für die durch das Erdbeben im Jahre 5597 heimgesuchten Städte Zefath und Tiberias, öffentlich berichtet, womit allein auf die legalste Weise die im Dunkeln geschärften Pfeile der Böswilligkeit unschädlich gemacht werden, wenn es dieser gerechten Forderung nicht Genüge leistet, und vielmehr fortfährt, auf die selbstgeschaffene Amtswürde gestützt, die öffentliche Stimme nicht zu achten, dann hat es nur sich selbst anzuklagen, wenn die reichlichen Quellen europäischer Wohlthaten für die fremdländischen Brüder zu versiegen beginnen. Das. amsterd. Comite hat zwar an einen seiner Cocrespondenten zur Entschuldigung seines Verfahrens und zur fernern Abweisung der verlangten Rechnungsablage die Befürchtung ausgedrückt, es könne dem jüdischen Interesse nachteilig sein, wenn die Summen bekannt würden, die wir alljährlich zur Unterstützung unserer Brüder nach Palästina senden. Diesem Scheingrunde entgegnen wir offen und frei, daß es für unsere vaterländischen Gesinnungen nicht einmal den Schein einer Anklage abgeben kann, wenn wir durch Spenden unsere Sympathie für die armen Bewohner eines Landes, das wir einst das unsere nannten, und das in seinen heiligen Hügeln die theuern Ueberreste unserer Vorfahren birgt, darlegen, und das um so weniger in einem Zeitalter, wo zwei der erleuchtetsten Völker Europas eines Grabes wegen so viel zur Gründung einer Kirche in der heiligen Stadt verwenden. Auch in staatsökonomischer Hinsicht haben wir von einer Veröffentlichung nichts zu fürchten, indem alle Gemeinden Israels ihre heimischen Armen, vollkommen unterstützen, es daher nicht zum Vorwurf gemacht werden kann, daß sie diese den fremdländischen hintansetzen. Möge diese mahnende Aufforderung den Doppelzweck erreichen, das amst. Comite aus seinem heimlichen, die Oeffentlichkeit scheuenden Verstecke aufzuregen, damit solches nicht mehr, aus stolzer Bescheidenheit, sein so segenreiches Wirken für unsere in Schmach und Elend darbenden Brüder, in nächtliches Dunkel hülle; andrerseits aber auch bewirken, daß edle Menschenfreunde in Israel sortfahren, ihre Brüder im Osten reichlich zu unterstützen. Deutschland. Httmöuvg, 6. Octbr. (Wochenbericht über jüdische Verhältnisse. 30. Septbr. bis 6. Octbr.) Die Zahl der Besucher des Morgenlandes nimmt alljährlich in geometrischer Progression zu. Sind auch die Ergebnisse dieser Reisen und die Erlebnisse der Touristen in vielen Fällen höchst unbedeutend zu nennen, so kommt es doch auch hin und wieder vor, daß sich an diese Wanderungen ein erhöhteres Interesse knüpft und aus ihnen eine größere Ausbeute gewonnen werden kann. Während die Engländer ihre Ausflüge auf den europäischen Continent, in der Regel nur zu ihrem Privatvergnügen, unternehmen, und dadurch Geld und Zeit, seltener auch die Langeweile und den Spleen gründlich todtschlagen, am allerseltensten aber die großartigen Erscheinungen der Natur und des Völkerlebens (wobei das Verdienst Einzelner, wie der Miß Trollope, des Mr. Laing u. A. nicht beeinträchtigt werden soll) treu auffassen und treu wiedergeben lernen, findet sich in denjenigen Travels und Travellers, die sich den Orient zum Ziele ausersehen haben, häufig ein reicher Schatz von Welt- und Menschenkenntniß, ein tiefes Studium der Sitten und der Zeiten. Warum wird nun nicht in den der Förderung jüdischer Interessen vorzugsweise gewidmeten Zeitschriften einmal auch eine resumirende Kritik dieser Reisebeschreibungen versucht? Am besten würden wohl die Reisenden nach ihrer Herkunft zufammengestellt werden; gewiß würde sich bald ein prägnanter Unterschied in der natlonellen Auffassung des Gesehenen und Gehörten ergeben. Die fremdartige Nationalität der Orientalen schlägt ohne Zweifel im Innern des Engländers eine andere Saite an, als in dem des Franzosen rc. und so muß auch der Inhalt und die Form der Reflexionen und Erfahrungen bei dem Einen eine andere Färbung erhalten als bei dem 'Andern. Hauptsächlich käme es aber darauf an, die zerstreuten statistischen und ethnographischen Details über die Juden im Orient, wie die geographischen, topographischen, historischen, kulturgeschichtlichen und psychologischen Züge zu sammeln, die man in Betreff ihrer Heimath und der jetzigen Bewohner derselben hie und da antrifft. .Sollte der „Orient" den Jahrgang 1843 seines Literaturblattes nicht mit einer solchen Bereicherung der kritischen Literatur eröffnen können? Ein anderes Desiderium, das auch recht bald erfüllt werden sollte, ertaube ich mir in Folgendem zur Sprache zu bringen: Die Leistungen der 'Voloe of Jacob (in

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