Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 43 (18.10.1842)
- Date
- 1842-10-18
- Page
- Seite 339 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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339 Frankfurt, 6. Ott. „Zufolge seit mehreren Jahren vielfältig eingegangener Klagen und Beschwerden über Mißbrauche bei der Verwendung oder Vertheilung der seit Jahrhunderten für die israelitischen Armen Palästinas fallenden jährlichen Spenden, beschloß der hiesige israelitische Gemeindevorstand unrerm 4. d. M., nach dem Vorgänge anderer Gemeinden Deutschlands, Eng-- lands und Frankreichs, die betreffenden Gelder Seitens der hiesigen Gemeinde nicht mehr ans dem bisherigen Wege (über Amsterdam), sondern in Zukunft lediglich durch die Vermittelung des Sir Moses Montefiore in London, welcher sich auf ergangene Anfrage zur Annahme und gehörigen Vertheilung jener Gelder bereit erklärt hat, nach dem heiligen Lande zu übermachen. Das Eomite der zu demselben Zwecke seit achtzehn Jahren dahier bestehenden Pcivatcollecte ist über diesen Gegenstand bisher noch zu keinem Beschlüsse gekommen." Hierauf folgte daselbst eine Erklärung: „In dem Artikel des hiesigen Journals No. 278, Frankfurt, 6. Octobec 1842, wird die Meinung ausgesprochen, daß das hiesige Eomite zur Empfangnahme der mildthätigen Beiträge für die israel. Armen in Palästina noch unentschlossen sei, wem es in der Folge seine Gelder einsenden solle. Dasselbe sieht sich daher zu der Erklärung veranlaßt, daß es auch ferner keinen Anstand nehmen wird, solche nach wie vor dem Amsterdamer Haupt-Eomile zuzufenden, indem es nicht allein von der allgemein anerkannten strengen Rechtlichkeit desselben überzeugt ist, sondern auch nicht bezweifelt, daß dieses Haupt- Komite, durch seine vielseitigen und langjährigen Verbindungen mit dem heiligen Lande, jm Stande ist, zur Vertheilung solche Männer aufzusinden, über deren Redlichkeit und Unpartheilichkeit nicht der geringste Zweifel obwalten kann." Diesem aber folgte wieder eine Verwahrung: „Wenn das hiesige Eomito für die Privatkollekte zur Unterstützung der Armen Palästinas, seiner „Erklärung" im Frankfurter Journal zufolge, die ihm von dem Eontribuenten anvertrauten Gelder auf dem bisher eingeschtagenen Wege zu remittiren fortfährt, somit von der reiflich überlegten Entschließung der hiesigen israel. Gemeindebehörde abweicht, so kann besagtes Eomitö ein solches Verfahren lediglich auf seine eigene Verantwortlichkeit, und keinesweges im Einverständniß mit denjenigen Eontribuenten thun, deren Vertrauen zu der Einsicht u. s. w. des sogenannten Haupt-Comite's in Amsterdam einzig und allein in Folge öffentlicher gehörig belegter Rechenschaft Seitens des letztem über die pflichtmäßige Verwendung der ihm zugegangenen Gelder wiederkehren kann. Jm Namen mehrerer Eontribuenten." Um aber dem Leser eine vollständige Einsicht in diese Angelegenheit zu verschaffen, die nicht so ganz bedeutungslos ist, möge hier ein der Redaktion zugekommener Artikel folgen, der wohl verbreitet zu werden verdient. Ein Wort zn feiner Zeit, über die Spenden nach Palästina. „Ihr sollt rein dastehen vor Gott und Israel." Schon zweimal hat ein öffentliches Organ (Jost's Annalen 1840 S. 219. 1841 No. 28 — 30) in den wohlwollendsten Absichten, das zu Amsterdam behufs der Besorgung der Spenden nach dem heiligen Lande bestehende Eomitö aufmerksam gemacht, seinem Bevollmächtigten in Jerusalem, dem es alle eingehenden Gelder zur Vertheilung an die Armen Palästinas zuschickt, kein unbedingtes Zutrauen zu schenken, und überhaupt über die zweckmäßige Verwendung so vieler und bedeutender Spenden, die diesem Comitü von allen Seiten zufließen, sorgsamer als es bisher geschah, zu wachen. Statt diese angeregten Besorgnisse, wenn ungegründet, auf die leichteste und einfachste Weise, durch Darlegung einer genau detaillirten und gehörig belegten Rechnungsabschlusses und der betreffenden Correspondenz, mit einem Schlage zu entkräften, zog es jenes Eomite vor, zu sehr auf den wohlbegründeten Ruf seiner Mitglieder vertrauend, eine hervorgerufene Dankadresse aus Jerusalem als Rundschreiben cirkuliren zu lassen. Um so leichter wurde daher die öffentliche Meinung von dem aus Jerusalem abgesandten Aron Selig, der im Aufträge seiner Committenten das westliche Europa durchzog, um Beiträge zur Erbauung einer Synagoge zu sammeln, und der vom amsterd. Eomite allerdings manche unverdiente Verfolgung und Kränkung erlitt, gegen das amsterd. Eomite bearbeitet, und durch manche angeblich authentische Dokumente der Verdacht hervvrgerufen, als ob ein gewisser Jesaias Pinzker, welchem vom amsterd. Comite die Vertheilung aller Spenden vorzugsweise zugetheilt ist, zum Theil solche zur Erlangung irgend eines tyrannischen Einflusses und zu Zwecken, die gewiß nicht im Sinne der Geber lagen, verwende *). Ein wohlbekannter Schriftsteller hat sogar schon zur öffentlichen Begründung und Darlegung aller desfalstgen Beschwerden, die ihm *) Auszug aus einem Schreiben des in Deutschland wohl bekannten Herrn Abraham. Salomon Salmen an Herrn Aron Selig. <i. d. iSnn nb "nob 'i dv n^bm. jttfirtf nUDH)' 12ON3 *pü “1p£PD ‘TD -)BOrp isnpi nvptfir *)pin ton-NüttnpD ]nd3d b aran dnt noJDHD nbuh woirn * u^bx O ty aojnro * b:np Spwi . yrro bm -pn '~i rmrb'D pn royo ddd^hdd pbn Sy) «hjdd won bupn ]td? to -Dyn üddh D Dmpi ^dd (mm nüw dndjnp ) ndndp b >rü pra tw jrnb DmriD bn D&aprfo dtwdn*? Eni icir^pn pnw 'n) rta f n bw pmn.bi n; nnw bn bn dddi - nbin cM nn -ft j^(ünin mns irio^pr on^ m bi pso nmyw pvi bbvj omy Q? 'yirüb pN vnco D^xier onmn nbr'ü 'myi ♦p^T nühw DrroN im nbzn bx tarn mo * bn-rfey 43 *