Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 42 (11.10.1842)
- Date
- 1842-10-11
- Page
- Spalte 665-666 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ßöä Ueber eine philos.-kabbalistifche Handschrift der kön. Bibliothek zu München. Bon Dr. Delitzsch. 6W vielseitigen Mose b. Libbon zum Verfasser hat, denselben, dessen Immanuel rühmend gedenkt. 14) lk. 261, a. — 348, b.), System der Religio nsphilosophie, von Ahron b. Elia dem Karäer, jedoch nicht vollständig, wie in Cod. Sen. Lips, XL11., der sowohl in Alter, Schriftcharakter, Correkthekt, als Vollständigkeit den Vorzug hat. Unser Cod. schließt mit dem Anfänge des 85. Kapitels, welches die Lehre des Aristoteles über die göttliche Providenz enthält, bei den Worten "iDiN p hy ]lD1p; der Abschreiber scheint in der ihm vorliegenden Originalhandschrift nicht mehr gefunden zu haben, denn die Schrift läuft, wie am Schluffe vollendeter Handschriften, in ein spitzes Dreieck aus, ohne irgend eine Schlußbemerkung. Es fehlen sonach 29 Capitel, die Fortsetzung des Theils über die Providenz, der Theil über die Prophetie und der Lheil über die Unsterblichkeit und Vergeltung. Ich habe die Münchner Handschrift mit der Leipziger genau collationirt und theile hier nur die allgemeinen Ergebnisse dieser Vergleichung mit, indem ich die Sylloge der Varianten von realer Bedeutung für einen 'andern Ort zurückhalte. 1) Der Schreiber unftrs Cod. ist ein unwissender Idiot, der die bekanntesten hebräischen Wörter oft so entstellt, daß sie gar keinen hebräischen mehr ^ähnlich sind. Die Handschrift ist deßhalb voll sinnentstellender Lesarten, welche verrathen, daß der Schreiber seinen Text gar nicht verstanden, und zumal mit dem Isthilüch der Philosophie völlig unbekannt gewesen. 2) In den Attributen der Gottesnamen ist der Schreiber unerschöpflich; die Erwähnung Gottes in dem dürren scholastischen Werke scheint ihm als eine grüne Oase in der Wüste des Lobes gegolten zu haben. Da ruht er aus, da haust er Eulogie auf Eulogie und schreibt beinahe das ganze Kaddisch aus, so daß es fast scheint, als habe er nur viel Bogen füllen wollen. Er begnügt sich nicht mit dem einfachen orr» oder sondern er schreibt in bunten Variationen ‘■prjrpi rPjAT D^D dti^ mfo ij/? w oder nNDrpi obpm nnnty> Dttf.n rfc nnrpi oder nfj pro m\\n oder DDnrv» 'n Hfcnp 01202 oder noch weitschweifiger 2pb Trnrw rpym DDrrpi n^D. 3) Die Nachlässigkeit des Schreibers zeigt sich namentlich darin, daß er die Worte, die zwischen zwei gleichen oder ähnlichen Ausgängen mittemnne liegen, oft viele Jetten, fast durchgängig wegläßt. 4) Der Schreiber hat sein Originalmanuskript oft nicht richtig gelesen (sehr oft für hdn), namentlich die Abbreviaturen desselben nicht verstanden (für yj oft *1 ]) oder p by, wo das andere stehen muß). 5) Die Eigennamen sind bis zur Unkenntlichkeit corrumpirt, z. B. nbü2yo für rnWN für jü^ucr!, (w fesn) DDn ffe A t"-c\ ,v und die Ncimcn verstorbener karäischer Gelehrten, die Ahron b. Elia durch das be'igesetzte jj nHJ oder TO) auszeichnet, sind durch das beigefügte oder oder gar b\ zu rabbanitischen gestempelt. Der Abschreiber scheint sich dessen gar nicht bewußt worden zu sein, daß er ein karäisches Werk unter der Hand hatte. 6) Die Bibelstellen, die Ahron b. Elia sehr ungenau citirt, stellen zum großen Lheil dieselben Varianten vom Grundtext dar, wie im Cod. Lips., sie sind deshalb auf Rechnung der Gedächtnißuntreue des Vers, zu schreiben. Auch die einführenden Citationsformeln variiren (statt -uw *msO des Cod. Lips. mrü *mo, plDDD n^NO). Ungeachtet aller dieser Mängel ist die Benutzung der Handschrift doch zur Herstellung des Urtextes des nicht ohne Nutzen und Interesse, indem sie bei allem Nonsens doch manche richtigere Lesart, als der Cod. Lips., manchen diesen ergänzenden Zusatz enthält. Im Anfänge sind einige Glossen in den Text eingeschaltet, die aber ohne Bedeutung.für das Verständniß desselben sind, am Ende des 2. Cap. eine mit bxiW *idn eingeleitete -uru Gegenüber der ersten Columne steht folgendes introduktorische Epigramm: DMTN Dil ~)DD INI nnny DWJ7 2)^6 D'KOn’1? NIT dw bih mm rrm D'rbXD22 D^>n brpD 122p i02p nwbo mr^o 12p' : dP.in '02 "iNDrpn pnu ■ mo O VDiDDH (26D^no pp npD p2o welches ich so übersetze: „Ihr Edlen, schaut das Buch, neigt eure Ohren; ein Licht der Augen ist es für die Weisen. Die Feinheit seiner Worte ist männiglich süß wie Aduffen-Klang mit Cymbeln-Getön. Seine Reden sind kostbarer als alle Reden vor ihm -7); braucht der Gichon sich zu rühmen wider das Wasser der Nachtthautropfen? Wenn nun seineWeisheitsschätze entfaltet werden, so öffne, Einsichtsvoller, deine Augen, gürte deine Lenden!" Unser aus 114 Capiteln bestehendes, fast den ganzen Inhalt des More erschöpfendes und in vielen Partien ausgeführteres Werk wird bald MßN *-)SU bald n^n yy genannt. Der erstere Name sinder sich bei Sabbatai (S. 53. n. 11., der die falsche Capitelzahl >pp hat), im Catalog der Leydner Bibl. sCod. Warner. XXXViii. aufgeführt Catal. S. 287 n. 49.), bei Wolf nach den genannten Autoritäten (der aus dem Leydner Cod. den mit den Münchner und Leipz. Codd. übereinstimmigen 2(nfang mittheilt), und nach diesen, ohne Einsicht in die Handschriften selber, bei De Rossi (Dizionario 1. S. 3) und Kose garten (Lider Coronae Legis S. 4). Den andern Titel np^n sty führt unser Werk bei Josef del Medigo in nDDtl HtaU, der t 91, b. — 92, a. das 7. Capitel mittheilt (das einzige bisher gedruckte unseres Werkes), wodurch die Identität des sonst Q’O'iDN "Ott genannten Werkes 26) Statt on c. m; statt d'rh%D22 l. D'inbaDs) statt rmrtD l. ■ 27) 'iD“lp ist der undeterminirte Qua lifieativ - Satz, die