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Der Orient · 1842-10-11 · Heft 42 (11.10.1842) · p. Seite 335

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 42 (11.10.1842)
Date
1842-10-11
Page
Seite 335 (sequence 13)
Language
German
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335 dem Spiele gelaffen (was von fortgeschrittener Humanität zeugt) und die Rhein. Zeit, vom 20. Septbr. läßt sogar ihren Berliner Correspondenten (*) über jene medicinische „Freibeuterei" berichten, ohne daß der Name des Jnkulpaten genannt wird. Jener Red. einer medic. Zeitung, der sich auch wiederholt in der Allg. Zeit, des Jud. breit machte, sollte jetzt in sich gehen und schweigen, denn jede Verlheidigung von seiner Seite würde das Uebel nur ärger machen. Besonders aber sollten sich die Herren T. P. 3za Berlin diese Lektion zu Herzen nehmen, damit es ihnen nicht später eben so ergehe. In solchen Dingen muffen wir keine Schonung üben; denn diese wäre Verrath^an der Presse und an der unschuldigen Majorität, die ohnehin genug zu leiden haben. — Die gereizte Stimmung zwischen den Juden und den Armeniern in Konstantinopel dauert fort; dies hat wenigstens den Vortheit gehabt, daß jetzt den Juden Erlaubniß ertheilt worden ist, selbst Bäcker aus ihrer Mitte zu wählen, da die zahlreichen armenischen ihnen nichts verkaufen wollen. — Für Jerusalem ist nun auch ein franz. Consul ernannt; er soll vormals ein Schneider gewesen sein, was dem Charivari vom 20. Septbr. zu ergötzlichen Späßen Veranlassung giebt. — Eine Zeitung hat sich aufbinden lassen, daß Tausende von russ. und poln. Juden nächstens nach Jerusalem zu wandern beabsichtigten, um dort die Ankunft des Messias zu erwarten. Die Emancipations-Literatur hat wieder einen kleinen Zuwachs, diesmal im feindlichen Sinne, erhalten. Wir meinen: „Aus den Papieren eines Berliner Bürgers." Nr. 1. Die Judensrage. Berlin bei Challier u. Comp. 1842. (2z- Ngr.). Der Philologie dagegen an: Abbe Plantier: eliules litteraires sur les poeles biblicpies. 26 Bogen. Paris 1842. — Außerdem meldet der „Telegraph" Nr. 162, daß der Charleston Courier eine Notiz über eine licer. Seltenheit enthalte, nämlich über ein in Charleston aufbewahrtes hebr. Gebetbuch, einen 1357 Jahre alten ungeheuren Folianten, auf dem feinsten Pergament und musterhaft geschrieben. — Personalchronik und Miseellen. Vor zwei Jahren fand bekanntlich die erste skandinavische Naturforscherversammlung in Kopenhagen statt. Die zweite wurde im Sommer dieses' Jahres in Stockholm gehalten. Im Jahre 1844 werden die Naturforscher Dänemarks, Schwedens und Norwegens in Christiania sich versammeln. — Den beiden ersten Zusammenkünften (in Kopenhagen und Stockholm) hatten auch jüdische Gelehrte (Dr. Steinheim aus Altona, Prof. Jakobsen aus Kopenhagen re.) beigewohnt. Es entstand nun im diesjährigen Comite zu Stockholm die Frage, wie es in diesem Punkte in Christiania, wohin gesetzlich keine Juden kommen dürfen, gehalten werden würde. — Die anwesenden Norweger, zumal die später für die dortige Versammlung erwählten Beamten (Präsident u. Seeretär) erboten sich, die Erlaubniß zur Reise jüdischer Gelehrter nach Christiania auszuwirken und versprachen, in ihrer ofsiciellen Einladung noch besonders diesen Punkt berücksichtigen zu wollen. So ist denn also jüdischen Gelehrten eine geeignete Gelegenheit geboten, ihre Persönlichkeit, ihren Charakter und ihre wiffenschastliche Befähigung in einem Lande zur Anerkennung zu bringen, wo sich bis jetzt kein Jude niederlassen darf. Bei dieser Gelegenheit erlauben wir uns die Anfrage, ob es wahr sei, daß die von Oken verfaßten Statuten der deutschen Naturforscherversammlungen die Juden von der Theilnahme an denselben ausschließen? Es ist uns natürlich hierbei nur um die Principienfrage zu thun, da in praxi diesen Statuten zuwider in Breslau, Hamburg und Braunschweig (wohl auch an andern Orten) Juden an den Sitzungen Antheil nahmen. * , In der Abendzeitung vom 10. Sept. wird über einen Besuch, den der gelehrte Bibelforscher Dr. Constantin Teschendorf dem Herzoge von Sussex in London gemacht habe, berichtet. Die Persönlichkeit des Herzogs und seine umfassenden Sprachkenntnisse werden sehr gerühmt; hebräisch lasse.er sich täglich von Hrn. Dr. Löwe vorlesen. Der Artikel über Averroös von Leb recht schloß vor Kurzem mit einem Citat aus Dukes „Ehrensäulen u. Denksteine", in welchem die jüd. Gelehrten zu reger Beschäftigung mit der arabischen Literatur aufgefordert werden. Im Jtzeh. Wochenbl. Nr. 38 vertheidigt Dr. Göttsche die Christen seines Wohnorts noch einmal gegen den Vorwurf der Unduldsamkeit. Der Religionslehrer Sal. Plessner in Berlin, auf den sich ein lobendes Anagramm in der Voss. Zeit, vom 22. Septbr. befindet, ist dem Vernehmen nach als Prediger nach Mainz berufen. Nach der neuesten Zählung der Stadt Hildesheim und. deren Jurisdiktionsbezirß wohnen dort unter 14,788 Seelen 397 Juden. Zur hebr. u. jüd. Bibliographie. Die Juden in Oesterreich, vom Standpunkte der Geschichte, des Rechts und des Staatsvortheils. In 3 Büchern. 2 Bände, gr. 8. Leipzig, Mayer u. Wigand. Geh. 3| Ählr» sEine Schutzschrist für die österreichischen Juden, hauptsächlich als Sammlung von Urkunden, Gesetzen und Reglements schätzbar. Im 2ten Bande geschieht der Notabilitäten unter den Juden aller Zeiten und Länder ausführliche Erwähnung.^ I. H. Kurtz: Die Astronomie und die Bibel. Versuch einer Darstellung der biblischen Kosmologie, so wie einer Erläuterung und Bestätigung derselben aus den Resultaten und Ansichten der neuern Astronomie. 8. Milan, Lucas. Geh. 1 Thlr. S. B. Scheyer: Die Lehre vom Tempus und Modus in der hebr. Spräche. Ein Beitrag zum richtigern Verständniß der hebr. Syntax und der heil. Schriften, so wie

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