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Der Orient · 1842-10-04 · 41 (4.10.1842) · p. Spalte 649-650

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
41 (4.10.1842)
Date
1842-10-04
Page
Spalte 649-650 (sequence 5)
Language
German
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649 Poetische Nachbildungen. — Jüdische Alterthumskunde. Dr. Bergson. 656 Drum kann das Auge Lrockniß nirgend finden. Kein Mensch,, kein Thier, kein Vogel ist zu blicken. Ist Alles tobt und ruht in Schweigens Gründen? Zu schauen Berg' und Thal, wie war''ich froh, Wie wollt' ich Lust an öder Stepp' empfinden! Ich späh' umher, ob Nichts vorüber zieht. — Nichts, außer Schilf, Gewölk und Meeresgründen, Dem Krokodil, das aus der Liefe rauscht, Daß grau aufschäumt die Fluth, zerwühlt in Schlünden. Gleich einer Beute, die er sich errungen, Läßt Meeresgrund den Kiel dem Aug' entschwinden. Es stürmt das Meer — doch meine Seele jauchzt! Wird siegend bald im heil'gen Raum sich finden! — V. (Luzz. S. 66 ff. jm H) Wie ist, o West, so lieblich mir dein Wehen! Auf deinen Schwingen Nacd' und Alooen. Du hauchst aus würz'gen Kammern, nicht von dort, Wo Wind' und Sturmes Wüthen haust, des jähen. Mit Vogelflug trägst du zur Freiheit mich, Drum mir so süß, wie Myrrhenbündels Wehm. ■ Wie sehnet sich nach dir die Schaar, die gern Auf leichtem Kiel durchfurcht die Fluth der Seem. O lass es nicht — das Schiff — und trag' es fort, Wenn sinkt der Lag, wenn neu er will erstehen. Die Liefe glätte, Lheile sanft das Meer, Und ruh' erst dort am Ziel — bei heil'gen Höhen. Und schilt den Ost, der aufdie Fluthen wühlt, Daß hoch im Schwall sich ihre Wogen blähen. Was kann ich thun, des Elementes Sklav? — Bald hält's mich fest, bald läßt es frei mich gehen. Doch meines Wunschs Geheimniß steht bei ihm, Der Berges Höh'n und Winde hieß entstehen! — Jüdische Atterthumskunde. Die Beschnerdung bei den Israeliten. Dom historischen, kritischen und medicinischen Standpunkt. Von Dr. Joseph Bergson. (Fortsetzung von Nr. 39.) Ein ähnliches Streben, , die Deutung der Beschneidung zu allegorisiren, findet sich auch beim Kirchenvater Origenes (st. 254 n. Ehr. Geb.). Die meisten hieher bezüglichen Stellen findet man in seiner Schrift contra; Celsum Lih. II, Daß zu seiner Zeit auch astrologische- Erklarungsarten über die Wahl des achten Tages nach der Geburt-im Schwange waren, ersehen wir aus seiner Widerlegung dieser Ideen. Die Stelle findet sich auch bei Eusebius (st. 348) (in dessen Praep&raüo Eyangelica. Ed. Fr. Yigerus. Coloniae 1688. Tom. L p. 293); daselbst heißt es: Inlelligere non possmn, qui tandem Jndaeos omnes ea nasci astrorum posilione defendunt, ut octaro die circumcidi cunclos oporfceat, Ismaelüas; contra eos, qui AraMam lenen t, eo situ in Innern edi, ul ommes circa annum deciimim teriium circumcidi necesse sit. Id . enim hoc de genere lip.min.uin commemorant, Praelerea qui fiat, ut cerlis quibusdam diebus apud nonnuilos Aelhiopiae populos genuuin palellae, Amazonibus mamimiruin altera resecelm^ quomodo enim similia cerüs duntaxat in gentiluis, siderum Tis efficial? .— Aus einer andern Stelle bei Origenes ersehen wir, daß die Beschneidung bei vielen .Völkerschaften, die sie in der damaligen Zeit adoptirt hatten, von Rom aus verboten wurde. (Origenis opera omnia, cura C. Delarue. Paris. 1733. Tom. I. p. 399. Conlra Celsum Lib. II. §. 13.). Origenes nämlich meint, daß der Einwurf, man bestrafe die Samariter wegen ihres Glaubens, dahin zu beschranken sei, daß man bei ihnen nur die j Beschneidung mit der Todesstrafe belegt, weil dieselbe;■ gesetzlich blos den Israeliten erlaubt sei. Dixeril 1 erlasse quispiam, Samarilis eliam propler snam religionem poenas irrogari. Respondeo, Sicarios capile damnari propter circuincisionein, qua se mulilanl ■j contra leges, quae solis illam Judaeis permiüunt. i Satis est au lern ad supplicium, si circumcisio in ejus; corpore deprehendita. Zu dieser Notiz über die Sikarier führt der Herausgeber Delarue eine Anmerkung von Spencer an, aus der man ein recht klares Bild; über die Reibungen und Anfeindungen zwischen den Zs- ' raeliten und den ersten christlichen Gemeinden in Rom, \ die gegenseitig auf Proselytenmacherei ausgingen, gewin-! nen kann. Diese Streitigkeiten gingen so weit, daß man! sich in Jtom genöchigt sah, Gesetze dagegen zu promul- - giren, worunter sich auch eins vom Kaiser Hadrianus! befindet, das den Israeliten die Ausübung der Beschnei-; düng ganz untersagt^ und da sich hiergegen die Jsraelij ten erheben, so beschränkte man sich darauf,. Strafen an- , zuordnen für diejenigen, die an römischen Sclaven die , Beschneidung Vornahmen. Spencer sagt nämlich: Cir- I cumcidere iilios. suos Judaeis tantum, resoriplo dhi; Pii penniltitur, at non ejusdem religionis qui hoc fecerit, castrantis poena irrogatur. Dieses bezieht sich : auf das Mittelalter. Denn in den ersten Jahrhunderten n.Chr. Geb. wurden, wie ein Gesetz aus dem Codex : Justinianeus bemeill, diejenigen, welche Andersgläubige! zu Proselyten durch die Beschneidung zu machen ver-; suchten, nicht blos, wie der Papst Pius cs ungeordnet,! mu der Strafe der Easrracion, sondern mit der der ' Güterconsiscation, Deportation und selbst des Todes belege, wie dieses aus folgender Stelle hervorgeht: Jiul. Paul, recept. Senteilt. Lih. Y.. lilul. 22. De sedilio- : sis. Cives Romani 9 qui se Judaico rilu, vel servos suos circumcidi paliiintur, bonis ademplis in insulam perpeluo releganlur, medici capile puniuntur, Judaei si alienae nationis comparalos servos ciraunciderint, aut deporlantur aut capile puniuntur. Ilern Norell.

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