Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 41 (4.10.1842)
- Date
- 1842-10-04
- Page
- Spalte 643-644 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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643 lieber eine philosophisch - kabbalistische Handschrift der königl. Bibliothek zu München. 644 lieferen Eingehen in den Sinn desselben ersichtlich, sind, um so die Demonstration gegen ihre Gegner führen zu können und selbst gefördert zu werden" rc. Diesen Bitten, fährt dann Abulasia fort, habe ich nachgegeben und für sie und ihres Gleichen dieses Buch geschrieben. Der Verfasser dieses Werkes ist somit A nächste Veranlassung die Belehrung seiner vier in der Denkungsart des Vaters erzogenen Söhne, die wegen ihrer Richtung angefochten wurden und nach einem festen Grunde der Erkemttmß sich sehnten. Was den Inhalt und die Oekonomie des Buches betrifft, so stellt der Verf. voran, daß es die beiden Haupttendenzen des More, die Erklärung der Homonymie der Namen und der Gleichnißreden der ^Propheten (iw'O fllDtWl P)W und riNQJn i^d -EI) in sich vereinigen solle; dann folgt gewissermaßen eine Masora der Capireleintheilung des More (75 Cap. des 1. B.; 48 des 2.; 54 des 3.) und eine Aufzählung der einzelnen Capitel zur Handleitung im Commentar. Nach kurzem Uebergange folgt die tabellarische Uebersicht über sämmtliche behandelte des More, ganz so, wie wir sie aus Cod. Eibl. Sen. Lips. XXXIX. im Catalog S. 302. mitgetheilt haben, jedoch sind die drei Lheile (von denen der erste 14, der zweite 12, der dritte 10 nmD befaßt) nicht mit den Namen p*ia rniD, ÜWD miD, 1DH rniD, wie im Leipziger Cod., markirt, sondern der erste führt, ganz wie in der dem Inhalte nach identischen Münchner Handschrift (Nr. XXXII, I.), den Titel cn rntf, der imxtz rnn nipD., der dritte mn nnm Jede beginnt mit einem akrostischen Epigramm ('& p^n, p^n, 'S p*?n)5 der erste wird eingeleitet durch eine nmpn, der zweite durch eine nrpnD, der dritte durch eine . npn« Die doppelte Benennung des Ganzen min mciQ und mi&n rhlD, die auch der Leipz. Cod. darstellt, rechtfertigt der Ausdruck des Verfassers: miD nVTlD DH1? VHDh min nno rnp DV und ich bezweifle daher, daß das gleichfalls m?n v"inD betitelte Buch Abulafla's in Cod. Ross. 141. etwas Anderes, als ein integrirender Bestandtheil des unfern") ist, ba doch schwerlich ein Schriftsteller zwei inhaltsverschiedene Bücher unter Einem Mel herausgeben 9) Der arab. Name yjf/ SSatev des Wohlbefindens, der. Wohlfahrt. Statt haben andere Codd. z. B. Cod. Ross. 144. Abrah am der Spanier Sohn Samuels Abulasia- Wahrscheinlich hat Abulafla seinen eignen Namen in kabbalistischer Ueberspcmntheit umgetauscht. Sabbatai in Sifte Jeschenim (S. 5. n. 114) hat für kSnDyb’DK die apocopirte Form und zwar inen dose, wie Wolf bemerkt. Aber in der That findet sich bei Persern und Türken die Verkürzung des in yi, wie z. B. für woraus das abendländische Bajazet. 10) Auch in Cod. Ross. 286 und 1228 führt dieses Werk zu Anfang und Schluß den vom Verfasser selbst crtheilten Titel min nnD. Den Ditel miDH miD eigenthümlich der Commentar Schem - Thob Palkeira's zum More (erschienen Preßburg 1837. 8.). wird. Zur Bestimmung der Lebenszeit des Verf. und der Abfassungszeit des mm nno kommen folgende Momente in Betracht: 1) die Handschrift De-Rossi's 286 ist vom Jahre 1426, die der Leipz. Rathsbibliothek von 1329 dcitirt, und, was für die Verbreitung des Buches schon in dieser Zeit zeugt, in Saloniki geschrieben. 2) Abulafla wird von Juda Chajath, einem der lusitanischen Exulanten, in seiner Vorrede zu rrniT nrno, hart getadelt und seine Werke wegen ihrer verkehrten hyperkabbalistischen Richtung gebrandmarkt (Wolf III. S. 19. De Rossi Catal. ad Cod. 1073). 3) Juda Chajath beruft sich auf das bereits von Salomo b. Adderet in seinen Rechtsgutachten ausgesprochene Verwerfungsurtheit, und Seder ha Dorot erzählt, daß Abulafla in Sicilien sich zum Propheten und Messias aufgeworfen, weshalb frd'ßn (st. e. 1308) das Anathem np-p uyvn üW gegen ihn ausgesprochen. 4) Im Cod. Monac. XXXH. ist ausdrücklich das I. 1279 (5040) als das Jahr der Abfassung angegeben, wie Lilienthal berichtet, und diese Zeitangabe, die durch oberwähnre Momente an Probalität gewinnt, hat somit ihre völlige Richtigkeit. Wir haben so zugleich ein culturgeschichtliches Resultat von allgemeinerer Wichtigkeit gewonnen, daß nämlich bereits im 13. Iahrh. der More Nebuchim Philosophen und Kabbalisten mit sich ausgesöhnt und von letzteren als ein die Geheimnisse ihrer Gnosis in philosophischer Hülle bergender Universalcodex interpretirt wurde. Die bisherige Relation zeigt, daß das m)Dn nND Cod. Lips. XXXIX. mit unserem Werke identisch ist, und daß das erstere weder einen Zerachja b. Schealtiel noch Zerachja ha-Levi zum Vers. hat. Der Name Zerachja in dem an der Spitze des Buches stehenden akrostischen Epigramm und die Defectuosität der Vorred e in der Leipz. Handschrift haben diese bedauerliche Mißweisung veranlaßt. Hierauf folgen einige kleinere kabbalistische Piecen: 3) iTOri pjJD “IDD (k. 129, b. — 134, b.), eins der dem 14. Iahrh. angehörigen kabbalistischen Pseudepigrapha (Zunz, G. V. S. 407.) ^), enthaltend eine in mittelalterlichem Neuhebräisch geschriebene Deutung des Schem Ha-Meforasch. Anfang: „Dies ist das Buch: Quelle der Weisheit, das Michael dem Raphaeli und Raphaeli unserm Lehrer Mose, Friede über ihn! übergab und Mose stellte es ans Licht, daß Mit- und Nachwelt dadurch weise würden, und, als David in das Verständniß desselben eindrang, sprach er: „Ich danke dir, Gott, von ganzem Herzen, und will deinen Namen.ehren ewiglich." Der Schluß lautet, wörtlich übersetzt, so: „Die Funken sprühen und der Geist überschirmet und das Licht funkelt und der Himmelsazur schimmert und das Blendende leuchtet und der Glanz ist rein und die Reinheit heilig und das Heilige ist Kodesch und aus dem Kodesch geht ein Hauch und der Hauch hüllt sich in 11) Bereits gedruckt, s. Wolf. I. S. 874. (wo ein sonderbarer Fehler ist). Wie Lilienthal darauf kommt, Abraham b. Arje Kalmankas oder Arje b. Mose Katmankas für den Verfasser zu halten, weiß ich nicht.