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Der Orient · 1842-09-20 · 39 (20.9.1842) · p. Spalte 619-620

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
39 (20.9.1842)
Date
1842-09-20
Page
Spalte 619-620 (sequence 6)
Language
German
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620 619 Uebei* das Vechälkniß des Lehrers und cumcidit ülios Israel? üaec yerha veritatem quam maximam pronuntiant, Nam Ms, qui Mosaicam circumcisionein susceperunt, spiritualem circumcisionem altulerunt praecones eyangeliorum“. Hier wird also zwischen einer circumcisio mosaica unb spirituaiis oder eyangelica unterschieden. Ferner in Bezug auf die Stelle beim Propheten Hesekicl (32,32.), wo es als Strafgericht für Pharao und seine Menge verkündet wird, daß er unter den Unbeschnittenen und mit dem Schwerdt Erschlagenen liegen soll, heißt es daselbst (T. 2. p, 478.): „Cum agno.yimus. -ex diyinis oraculis, quales poenas luaiit, qui animam non circuincidunt, aeeipiamus, iiortor, sanclissimi spirilus liaud manifestam circmncisionem, de qua Paulus (Rom. 2, 29) alt." Der hier citirte Vers aus Paulus lautet: Die Beschneidung des Herzens ist eine Beschneidung, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht. Theodoret fahrt nun fort: Oircurncisionern yero cor dis eclocti sumus peccati abolitionem et improbarum mentis affectionum ampuiationem esse, etc. -- Aus allen. diesen Worten blickt die rein spiritualistische Austastung unsers Gebrauches hervor. Dadurch gelangte man zum Schluß, daß man den Act der Beschneidung selbst entbehren könnte, wie dies aus folgender Stelle des Theodoret hervorgeht, in Epistolam ad Rom. 4, 9.: Ostendit non solum lege, sed ipsa etiam circumcisione, fidem esse antiquiorem et qua ante circumcisionem, patriarclia justitiae secundum fidem testimonium accepit. UMnam ergo circumcisione opüs liabebafc, qui ex Me jiistitiam acquisiyerat? — . (Fortsetzung folgt.) Uebee das Verhältnis des Lehrers u. der Schule in den früheren jüdischen Gemeinden «ach dem rabbinifchen Rechte und dem älter« Herkonrmen. (Schluß.) Eltern zeigten den Kindern durch Wort und Lhat, durch Lehre und Beispiel, daß man dem Schulmann Achtung zollen muß. Wo. hätte es wohl je eirr Vater, wie zuweilen in unserer Zeit, der sich für einen philosophisch-gebildeten Pädagogen halt, oder eine verweichlichte, mit ihrer Affenliebe ihren'Kindern sehr wehe thuende Mutter wagen sollen, in Gegenwart des Kindes, von dem Lehrer Böses zu reden, dessen Lehren zu verachten, und dessen Anordnungen zu meistern? — Bei den alten Israeliten sollten wir in die Schule gehen,, um Achtung gegen Schule und Lehrer zu erlernen. — Bedenket man nun weiter, wie die frommen Eltern rreu ihrer Religion lebten und wie die Kinder im Hause ihrer Eltern nur die Fortsetzung und die Anwendung und Ausübung einer Lehre sahen, die sie in der Schule empfangen harten, so wird man (eicht begreifen können, wie durch diese der Schule nach dem rabb. Rechte rc. Harmonie der Lehre und des Lebens, durch diesen guten Einfluß des Hauses auf die Schule und ebenso umgekehrt, das Wohl einer Jugend befördert wurde, die nie gegen das Göttliche und Heilige gleichgültig werden konnte. Dies war aber die Frucht der großen Achtung von Seiten der Eltern gegen die Lehrer ihrer Kinder. — Die Verbreitung hellerer Begriffe in der Religion, die Anwendung einer besseren Methode im Unterrichten, bie Vermehrung der Unterrichtsgegenstände, alles dies brachte bei Israeliten die besten Resultate in neuerer Zeit hervor, insofern und so lange sie von. der Schule, wo sie gleichsam eine Sanction erhielten, ins Haus gebracht wurden; der umgekehrte Gang erschien als eine Gewaltthat, gegen die sich die Masse'der Juden immer zur Wehr Zu. setzen suchte, und brächte dem religiösen Leben im Allgemeinen vielen Nachtheil, den die neueste Zeit auszugleichen erst bemühet ist, und Gott gebe, daß es ihr gelinge! — Es kann aber nur dann gelingen — das wollen wir uns merken! — wenn Alles wieder, wie bei den Alten, um Gottes Willen geschieht. — — §♦ 4. Wie der Schüler sich gegen seine Lehrer : benehmen soll. Die Frage, wie sich Israels Lehre unter allem Wechsel der Zeiten und der Umstände habe erhalten können, ist eigentlich leicht zu beantworten, wenn wir sagen: . Ihre Basis ist die ewige Wahrheit des Monotheismus, bezeuget durch eine geschichtliche Offenbarung. Eine andere Frage aber ist die: Wie erhielt sich eine solche Lehre bei der Masse einer ganzen Glaubensgenosserrschaft unter allen Phasen der so mannigfaltigen politischen und geistigen Revolutionen des Menschengeschlechts, welche die Israeliten seit Jahrtausenden durchgemacht haben? — Identisch sind diese Fragen deswegen nicht, weil Erstere, mehr die Lehre als ein Abstractum betrachtend, eine Beantwortung will, worin gezeigt wird, wie man nie mit irgend einem Erfolge dieses Glaubensaxiom, möchte ich sagen, dem menschlichen Geiste habe rauben können. Letztere hingegen will beantwortet wissen, auf welche Weise diese hohe Idee, als positive Lehre, sich in allen Institutionen einer Gemeinde habe so geltend machen können, daß, so lange es noch Lehrer und Belehrung giebt, diese Lehre bei derselben nie aufhören wird, alle religiöse Formen zu durchdringen, alles Menschliche zu erheben und zu heiligen, alles Wahre als Göttliches lieben und hochachten zu lehren, alles Falsche als Ungöttliches zu Haffen und niederzukämpfen zu befehlen, und daß die Schüler dieser Lehre als Kämpfer für Licht- und Wahrheit mit allen guten Menschen anderer Lehrsysteme aus ihr Geheiß ausharren, bis die Wahrheit überall den Sieg über Lüge und Schein davon getragen? — Und die Beantwortung dieser Frage lautet? — Israel hatte eine unumschränkte Achtung vor seiner Lehre und vor seinen Lehrern, die durch den Druck von Außen immer noch compacter und inniger wurde. Daß die Liebe und Achtung gegen die göttliche Lehre Israels Retttingsmittel war zur Zeit des finstern Fanatismus und der schrecklichsten Verfolgung, wird Keiner bezweifeln, der dessen Geschichte kennt, und liegt uns hier nicht weiter'ob zu erhärten; daß aber die Achtung und die. Liebe gegen die Lehrer dafür von großer Wichtigkeit war, beweiset uns die Sorgfalt, womit die uneigennützigsten Religionslehrer in Israels Mitte diese den Schülern einzuflößen suchten. , Von Jugend auf sah das Kind, wie seine Eltern sowohl als andere Mitglieder seiner'Gemeinde die Gesetzeslehrer achteten, denn allgemein war der Ausspruch, bekannt: „Es ist eine Sünde, die Gesetzeskundigen verächtlich zu halten oder gar sie zu hassen. Wer solches sich zu Schulden kommen läßt, verliert seine Seligkeit, denn von ihm heißt es (Num.

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