Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 37 (6.9.1842)
- Date
- 1842-09-06
- Page
- Spalte 585-586 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/8555529-9894039-9894094--2287-3529643- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
585 Beleuchtung des Schriftenwechsels zwischen Dr. Frankel u. Dr. Salomon, v. Dr. Jolowicz. 586 seres Lebens^", und glaubst, daß die göttliche Majestät einst dorthin zurückkehren wird. Und hätte das Land auch weiter keinen Vorzug, als daß während k." und der israelitische Meister antwortet nicht, daß man ihm den „frommen Wunsch" lasse, sondern er hat vor Allem den Muth die Wahrheit zu gestehen und kleidet sie in folgende Worte (§. 24): pym nro ‘fpo Mntsain nm on^n n unjw no im Nin riin pdN .px DD 'NOM m I Tom HDD 'tiü Tin&m An dnnb nrwrn mp irb nnnwn mm uruN'jw h nnnm nmn n*?n nt.nbin im -fpn mDN imi nnnBNW no nrnnn „Du hast mich beschämt, König von Kusar. Diese Sünde ist es, die uns an der Erfüllung dessen hinderlich gewesen, was uns Gott schon beim zweiten Tempel versprochen, da er sagt: „„Jubele und freue dich, Tochter Zions"" (Zach. 2, 14.) ........... und unsere Gebetformeln: „„Bücket euch vor seinem heiligen Berge""; „„Bücket euch vor demSchemmel seiner Füße""; „„Der da zurückbcingt feine Majestät nach Zion"" und dergleichen ähnliche sind nicht besser als das Geplauder eines Staares, denn wir denken nicht an das, was wir damit aus sprechen, ganz wie du gesagt hast, König von Kusar". — Doch, zugegeben, Hr. Fr. hätte Recht, die Idee einer Restauration des jüd. Reiches in Palästina wäre dogmatisch und durch das Leben der Juden, mit dem sie in naher Berührung stehe, begründet;--wie kann -er's denn dann rechtfertigen, daß er die im neuen Gebetbuche sorgfältig beobachtete Auslassung der Bitten und Wünsche um Wiederherstellung der blutigen Opfer billigte, da doch der Opferkultus eines der wichtigsten und bedeutungsvollsten Momente in der ganzen mosaischen Verfassung ist, und die nach einer irdischen Auffassung der Erlösung norhwendig in das neue jüd. Reich eingeführt werden müßte? Der flache rationalistische Einwand, den schon Maimondes, More III- 32 nach Wajikra rabba 22 geltend gemacht hat, es waren die Opfer im Mosaismus nur eine Condescettdenz gewesen, ist längst durch Kusari II, 26 und besonders durch Bahr's „Symbolik des mosaischen Cultus" widerlegt, und es ist in diesen und noch andern Werken (vergl. Kusari S. 132 — 42.) bis zur Evidenz nachgewiesen, daß der Mosaische Opserkultus eine reine Nationalsymbolik sei, die auf's Innigstemit der Welt- und Lebensanschauung der Juden verwachsen wäre; mit welchem Recht wäre demnach ein so wichtiger Gottesdienst, auf den auch, die Schriftworte buchstäblich aufgefaßt, viele Propheten, besonders Pseudojesaias und Ezechiel Hinweisen, aus dem neuen durch die Erlösung restaurirten jüd. Reich, zu verdrängen? In der That lassen sich hier mit Recht die Worte Holdheims (S. 104 des 2. Vot.) anführen: „Wenn man überhaupt Dr.Fr.'s Worte genauer untersucht, laßt sich das Schwankende, wodurch man sich zwar nicht einer Parier angenehm, aber auch keiner unangenehm macht, durchaus nicht verkennen", und zur näheren Erhärtung dieser etwas derben Worte möge noch Folgendes in Erwägung gezogen werden. Hr. Fr. sagt (S. 359): „Wohl giebt der Jude'da, wo er ein Vaterland findet, wo sein Geburtsland ihn als legitimen Sohn anerkennt, die partikular-jüdische Nationalität auf; er muß sie aufgeben, will er sich als den Sohn des Vaterlandes betrachten; richtet er doch selbst das Verlangen an den Staat, daß dieser ihm das bewillige, wodurch die jüdische Nationalität von selbst aushöre. Denn „jüdische Nationalität" ist ein von Außen'Aufgedrungenes : ... außer seinen religiösen Beziehungen will der Jude nur Untecthan sein, seine Nationalität soll in der des Staates aufgehen." — „Aber" fährt Herr Fr. (S. 360) fort, „wird diesem gerechten Wunsche überall gewillfahrt? Wir vernehmen die Lage der Juden selbst in christlichen Staaten, in Sardinien, Mantua, dem Kirchenstaate, Rußland rc. zu schweigen von fernen Weltbesser: (Erd)theilen; welchem fast unerträglichen Drucke, welcher Verachtung sind sie ausgesetzt" und die Schlußfolge ist? (S. 362): „Weil wir mit unseren Brüdern, die um des Namens „Jude" willen unterdrückt sind, leiden, darum weisen wir den Gedanken an Erlösung nicht zurück; wir haben ein Vaterland gefunden, jenen fehlt es; mögen sie ein selbstständiges erlangen ...... Wir haben ein Vaterland, das wir nicht verlassen wollen: ' einst waren wir ein selbstständiges Volk; Religion und Geschichte sprechen davon, wer kann uns den stolzen erhebenden Wunsch, daß unser Name einst wieder selbstständig hervortrete, verargen? An das Vaterland unserer Vater knüpfen'uns heilige Erinnerungen : der Wunsch es wieder zu erlangen, ist uns, die eine Heimath gefunden, nur eine Idee, ein Schwelgen in früherer Zeit, bei nüchterner Betrachtung geben wir das Verlangen nach ihrer Verwirklichung auf. Aber den Glauben trifft noch oft Schmach, und sollte nicht von dieser Seite der fromme Wunsch nach Selbstständigkeit manchen Grund haben?" — „Jüdische Nationalität" ist also etwas von Außen Aufgedrungenes, wir, die wir ein Vaterland gefunden müssen sie aufgeben; aber weil noch nicht alle unsere Glaubensbrüder einen vaterländischen Boden gefunden haben, weil die Zeit Rückschritte machen könnte und wir vaterlandslos werden dürsten; weil unseren Glauben noch vielfache Schmach trifft — deßwegen sollen wir den stolzen und erhebenden Wunsch, eine volksthümliche Selbstständigkeit in dem Lande unserer Vater zu bilden, den wir übrigens „bei nüchterner Betrachtung aufgeben", hegen und pflegen und Gott unaufhörlich bitten, daß er uns nach Palästina zurückführe) den Tempel erbaue und —, doch hier lasse ich einen Gedankenstrich, den sich der Leser selbst ausfülle! „Hat eine solche Idee nicht ihr Großartiges, und wird sie nicht in jedem Volke