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Der Orient · 1842-09-06 · 37 (6.9.1842) · p. Spalte 581-582

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
37 (6.9.1842)
Date
1842-09-06
Page
Spalte 581-582 (sequence 3)
Language
German
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581 Polemik über das Gebetbuch zwischen Dr. Frankel u. Dr. Salomon. Von Dr. Jolowicz. 582 welche Ansicht die Tempelgemeinde mit Recht verwirft, eine nichtssagende Phrase. — 6. Die Auslassung der Uebersetzung von D^pi meint Hr. Fr. (S. 356) wäre deßwegen zu tadeln, weil dieser Passus gleichsam die Motivirung der ihm unmittelbar vorhergehenden Bitte "c>n üDy Twy ist. Gerade in der?Iustassung dieser Motivirung hat nach meinem Dafürhalten die Redaction des neuen Gebetbuches einen gewissen Takt gezeigt, der sehr zu loben und nachzuahmen wäre. Denn nichts ist am Ende dem Schicklichkeitsgesühle mehr zuwider, als Gott immerwährend an seine Verheißungen erinnern und an seine Versprechungen mahnen; zu rügen wäre nur das gewesen, daß die -Redaction in dieser Beziehung zuweilen taktlos gewesen, und Ausdrücke wie llDiO stehen gelassen hat. 7. Hrn. Fr. nochmalige Rüge (S. 356—57) wegen des beibehaltenen mnD und des weggelassenen Dl ftO! ist gut wotivirt und Sal.'s Antwort (S. 19 d. Sendschr.), daß in jener Stelle geistig/ in dieser aber mehr in dem schlichten Wortverstande und sinnlich aufzufassen sei, ist eine bloße Ausflucht, die keine weitere Beachtung verdient, besonders wenn man erwägt, daß das unmittelbar vorhergehende üffott 93) Dte*1 auf's Schlagendste darthut, es sei hier von einem mit Priesterdienst und Räuchern die Rede. — Es widerspricht überdies auch ganz und gar der Natur des Gebets, in ihm Phrasen und Wörter anzubringen, welche doppelsinnig und vieldeutig sind; da es doch dem Betenden wahrhaftig nicht zuzumuthen ist, daß ec bei jedem derartigen Satze, philosophische oder philologische Untersuchungen anstelle, um hinter den abseits liegenden metaphorischen Sinn oder die figürliche Bedeutung der Wörter und Phrasen zu gelangen. Der Betende denkt nur an das Nächstliegende und seine durch die Andacht gesteigerte Gemüthsstimmung läßt keine Reflexionen, die nur Kinder einer objektiven Anschauung der Dinge sind, aufkommen. Dies wäre wohl zu beachten gewesen, und demgemäß hatte besonders in Betreff des Messiasglaübens, auf den wir bald zu sprechen kommen, manche Stelle im Gebetbuche anders abgefaßt sein müssen. — 8. Weil in dem Gebetbuche zuweilen einige Wörter im Hebräischen stehen, die nicht in der deutschen Uebersetzung zu finden sind und umgekehrt, deßwegen wiederholt Hr. Fr. (S. 357) die Beschuldigung: „In diesem Gebetbuche wird der Weihe gebende Ernst vermißt, welcher den Gegenstand sowohl in seiner Totalität, als Ln seinen Einzelheiten mit Liebe und Wärme erfaßt; es fehlt darin das wissenschaftliche Prinzip rc." In der That aus solchen unbedeutenden Gründen, wegen solcher kleinkramigen Auslassungen eine so harte Beschuldigung einem Werke anhängen, ist zu viel und nicht priesterlich gehandelt. Denn der Weihe gebende Ernst hängt doch nicht etwa davon ab', ob Seite 11 des Gebetbuches die Übertragung von WttüN [rot) fehlt, und Seite 17 die deutsche Uebersetzung sich findet und diese zwei Wörter im hebr. Texte fehlen, und über das wissenschaftliche Princip sagt schon Hr. Dr. Holdheim S. 98 ff.: „das sogenannte wissenschaftliche Prinzip, das im Buche vermißt wird, und welches in dem Sinne zu fassen ist, daß die Änderungen und Abweichungen von der recipirten Form, in welcher, beiläufig bemerkt, auch nichts anderes als der nach keinem wissenschaftlichen Princip verarbeitete und geordnete, völlig rohe Aggregats-Zustand zu erkennen ist, nicht nach einem demselben zu Grunde gelegten wissenschaftlichen Prinzip consequent durchgefühct worden seien, aber wie des Vers, eigene Worte lauten: dieselbe Kritik k." Wir wollen die dafür angeführten Beispiele gelten lassen und an den Verf. die Frage richten: warum haben Sie bei Ihrer strengen Kritik, einen allerwichtigsten Punkt gänzlich verschwiegen und unterdrückt, bei dessen Nennung Sie der Redaction hätten Gerechtigkeit widerfahren lassen können, lassen müssen, daß sie consequent, so consequent als nur immer möglich, verfahren ist? Ich meine den, die Entfernung aller, gehässige und menschenfeindliche Gesinnung und Ketzerverfluchungen aussprechenden Bestandtheile betreffenden Punkt, den die Redaction dieses von Ihnen so sehr angegriffenen Gebetbuches zur Ehre Gottes und der Menschheit consequent durchgeführt hat, und ohne welchen die zeitgemäßen Kultusreformen in Dresden, mit welchem Sie die schwierigsten Aufgaben der Zeit glücklich gelöst zu haben glauben, auf keine moralischreligiöse oder kritisch-wissenschaftliche Geltung Anspruch zu machen berechtigt ist. — 9. Die Verschiedenheit in der Auffassung des Erlösungsglaubens ist der wichtigste Punkt in der Streitsache zwischen Sal. und Fr., und obschon Maimonides Hilchot Melachim 3, 12 sagt: ,,D*mDNn DW1D3 "pN* mnx 'Tb üb) n^rp so halte ich es doch in einer Zeit, wie die unserige, wo die Auffassung dieses Glaub.enspunktes jedem einzelnen Juden für sein gesammtes jüdisch-religiöses Bewußtsein von der größten Bedeutung istfür angemessen, ja für nothwendig, näher darauf einzugehen, und bemerke zu dem Ende, daß der Glaube an die Erlösung Israels genau und innig mit dem Glauben an seine Erwählung zusammenhängt. Daher finden wir, so oft die Propheten in Weissagungen (oraculis) und Vorhersagungen (praedictiombus), in jenen in dunkeln Symbolen, in diesen in einfachen, deutlichen Worten Israels bessere Zukunft vortcugen, sie immer an die Erwählung ihre Worte und Bilder anknüpfen, sie immer auf die Zeitvechaltnisss und jüdischen Volkszustände reflektiren, um daran zu zeigen, in wieweit das durch die Erwählung Israels 37*

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