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Der Orient · 1842-09-06 · 37 (6.9.1842) · p. Spalte 579-580

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
37 (6.9.1842)
Date
1842-09-06
Page
Spalte 579-580 (sequence 2)
Language
German
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5t9 Polemik über das Gebetbuch zwischen Dr. Frankel u. Dr. Salomon. Bon Dr.Zolowicz. 586 und sein Gebetbuch den Stempel des Separatismus an sich, und bemerkt, daß wenn dieses Institut bisher noch keine direkte Nachahmung gefunden, dies nicht sowohl Ln seinen etwaigen unbedeutenden Mängeln, als vielmehr einzig und allein an dem geistlichen Stolz unserer neuen und neuesten Rabbiner (ich setze hinzu: und Prediger) läge, von denen jeder Einzelne in seiner hochwürdigen Person gern als Reformator verewigt sein möchte. Gegen dieses in einem etwas derben, zuweilen auch ironischen Tone geschriebene, aber nach meiner Meinung gut motivirte Sendschreiben macht Hr. Dr. Fr. folgende Ausstellungen geltend. Er meint (S. 354 d. Orients): 1. „Sal. sei unbesonnen mit der Redaction zu Werke gegangen, wenn er in zwei unmittelbar auf einander folgenden Stellen rmnrn und PÄ ’irtfE&y" mrion schon bei der zweiten (die im Gebetbuche nach Wajikra rabba — man vergl. noch besonders Zunz G. V. S. 368 Anm. 3) — fehlt) die Norm vergaß (nämlich den nationalen Grund), die ec bei der ersten sich setzte". Hiergegen ist zu erwidern, gegen eine solche Unbesonnenheit hat sich Sal. (S. 12 b. Sendschrb.) in den Worten verwahrt: „die Redaction war berechtigt, den Stichos - D^EITO — rmnm beizubehalten, da derselbe nicht mehr von einem blutigen Opferdienst handelt, sondern ohne den Worten Zwang anzuthun, einer geistigen Auffassung fähig ist". — 2. Hr. Fr. behauptet (S. 364): „bci$ von Sal. (S. 13 d. Sendschrb.) nach Analogie von ß/NVI rDlttfn hinsichtlich des riEWi pj/D jnVHD geltend gemachte rnnp n”N-rD“Dn bedürfe der sonderbaren Schlußweise wegen keiner Widerlegung". Es ist das leichter gesagt, als bewiesen; da rTp NN. wirklich für Sal. ein guter Stützpunkt ist. Ebenso weiß ich nicht, wo denn eigentlich das so gewaltige Verbrechen in dem deutschen 2*^1 DEN stecke, da es doch, die kleinen Variationen miteingerechnet, im Ganzen den Sinn des hebräischen wiedergiebt, und bekanntlich erlauben sich auch die Chassidim in diesem Gebetstücke einige Veränderungen, und es ist noch Niemanden eingefallen, sie darüber zu tadeln. 3. Hr. Fr. besteht auf den stüher (Orient S. 62) ausgesprochenen Tadel : „In rmyE hätte stets die Übersetzung für übw rOD und nicht, wie in diesem Gebetbuche geschehen für iyh. 5n“W lüy beibehalten werden müssen", indem er (S. 355) sagt: „Aber wie, wenn die Redaction dennoch auf diese Lächerlichkeit (mw fDnämmw) reflektirt hat? Im neuen Gebetbuche ist das unmittelbar folgende 'El MD rwi beibehalten, und dieses wurde doch ebenfalls nur, weil . mw .psns .jw tarn (vergl. rfcn 'o m ->iö) in die Gebete ausgenommen!" Dagegen ist zweierlei einzuwenden: erstens laßt sich für die Beibehaltung des rwi' ein nationaler und religiöser Grund geltend machen, der deutlich genug in dem Inhalt und in den Worten dieses Bibelverses ausgesprochen ist, und also hier nicht naher ausgeführt zu werden braucht (man vergl. Ku.sari Th. II. §. 34, S. 146 Anm. 1 in meiner u. Cassels Ausgabe); zweitens aber besagt sie auch der citirte § des Tu r in klaren und deutlichen Worten, daß es Gemeinden gegeben hat, die ■ Dlb&y fED miD sagten und doch nicht beibehielten: nr>D Di'Dn lEippri.. ppmni biiir.'eh hee jnjon pi “mb Nb Emp1..Dibp, und warum sollte man nicht umgekehrt zu handeln ebenso berechtigt sein. Was aber die Verwechselung von Wirkung und Ursache anbelangt, deren Sal. (S. 355.) beschuldigt wird, lasse ich vorläufig dahin gestellt sein, da sie nur auf einer Hypothese beruht, auf die naher einzugehen auch die engen Grenzen einer Beleuchtung überschreiten möchte. — 4. Gegen Sal. offenes Gestandniß, es wäre die Einrichtung des deutschen Abendgebetes an Sabbaten und Festen von rein localen Gründen, die am Versöhnungsabend, wo . tyn hebräisch gebetet wird, wegfallen, abhängig, weiß Hr. Fr. weiter nichts zu erwiedern, als: „ich gehe über das Sonderbare dieser rein locale n Gründe weg und überlaffe deren Beurtheilung dem Leser". — Ich muß gestehen, dieses vornehme Hinwegsehen und Hinweggehen über rein locale Gründe hat mich vom Hrn. Dr. Fr. -— der die Stärke der localen Gründe bei seiner Einführung einer Orgel in Teplitz oder eines Chors in Dresden kennen gelernt hat — gar sehr befremdet, und wenn ich nicht aus dem Zusammenhänge, in welchem jener Ausspruch mit den unmittelbar frühem steht, entnommen hätte, daß es Hrn. Dr. Fr. mit dieser Aeußerung nicht ernst gemeint hat, ich könnte ihn deßwegen nachdrücklich tadeln, was ich aber so gern unterlasse. — 5. Hr. Fr. beschuldigt (S. 355 — 56) Sal. einer gewaltigen Unbesonnenheit, daß dieser (S. 16 des Sendschrb.) in Betreff der im mrp tcmp ausgelassenen Worte: Nmp Mü&bl N*n p“iDob sagt: „stehen doch die Worte NEb>' Nfnnb -pny Nim" wozu also die Tautologie? „indem er ausruft, pmEb 'El N'TI drückt doch wohl ein Anderes (nbiNJ) aus, als 'El Nmnb -Tny Nim, also mnon mnni my!" Sieht man sich näher nach der Beziehung um, in welcher Sal. Worte gesagt sind, so fällt jede Beschuldigung der Unbesonnenheit von selbst weg. Hr. Fr. warf nämlich der Redaction eine Jnconsequenz in Bezug auf Erwähnung der DTIEH nnm nbiNE vor, und führte als Grund an die Auslassung des wri p*"iöDb» Dagegen wendete Sal.' richtig ein, die Worte NDty Nmnb Tny Nim ntie HNnNbl drücken ja zur Genüge Erlösung und Auferstehung aus (die Welt erneuen — Erlös u n g) und N«n p~)DEb (die Lebenden zu erlösen und die Stadt Jerusalem zu erbauen) wäre nicht nur, als ein nochmaliger Ertösungswunsch, eine leere Tautologie, sondern als Ausdruck einer Bitte um eine i rd idische Restauration des jüdischen Reiches,

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