Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 37 (6.9.1842)
- Date
- 1842-09-06
- Page
- Seite 295 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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295 Folgendes sind die durch das erste zum Vollzug kommende Testament festgesetzten Legate: 1) der jüd. Gemeinde zu Friedericia, seiner Geburtsstadt, 10/000 Mark. 2) den jüdischen Gemeinden zu Elmshorn, Friedrichstadt, Rendsburg, in den dänisch-deutschen Landen, einer jeden 15,000 Mark zum Baue neuer Synagogen. 3) der jüd. Gemeinde zu Kopenhagen (wo er eine Reihe von Jahren wohnte und Vorsteher war) 10,000 Mark. 4) Dem Friedrichshospital zu Kopenhagen (an dem kürzlich der jüd. Arzt, Dr. Trier, als Oberarzt angestellt wurde und in welchem auch Juden verpflegt werden) 3,000 Mark. 5) Mehreren (3 — 4) Vereinen in Kopenhagen jedem 1000 Mark. 6) eine goldene Taschenuhr dem Bürgermeister Mundt in Kopenhagen. (Eine andere dem Rabb. Ettlinger in Altona, s. unten). 7) (giniQt Legate für seine Jugendfreunde in Kopenhagen. 8) Den jüd. Gemeinden in Prag und Frankfurt a. M., wo er bei der Durchreise eine gute Aufnahme gefunden hatte, ansehnliche Legate. 9) für die Synagoge in Wandsbeck 10,000 Mark (er hat sie auf eigene Kosten bauen lassen). Schon früher hatte er zum Baue der jüngst eingeweiheten Synagoge zu Segeberg einen ansehnlichen Beitrag gegeben. Den Hamburg zufallenden Legaten mögen folgende einleitende Worte vorausgehen. Bei seiner Hieherkunft (1825 oder 26) soll H. v. Essen 260,000 Mark besessen haben, die er bis zu seinem Tode durch Erbschaft, Sparsamkeit und Geschäfte bis zu 600,000 Mark vermehrte. Sein Erbgut giebt er auf 70,000 Mark an, hinterläßt aber seinen Erben das Dreifache, 210,000Mark. Davon fallen entfernten Verwandten (Cousins und Cousinen ersten und zweiten Grades) 50,000 Mark zu. Seine Frau erhält 70,000 Mark (in öprozentigen russ. Papieren), die nach dem Ableben derselben theilweise, nachdem ihrer Schwester ganz, sammt den aufgesparten Zinsen, der Hamburg. Gemeinde Behufs der Errichtung eines Altenhauses (für arme Alte über 60 Jahre) zufallem Wir fahren nun in der Uebersicht fort: 10) 10,000 Mark (in 4prozentigen dän. Obligationen, also 400 Mark jährl.) zur Gründung einer jüd. Kleinkinderbewahranstalt in Hamburg. 11) 4000 Mark (160 Mark jährl.) der Talmud-Tora- Schule in Hamburg. 12) 3 Vereinen a 80 Mark, 3 a 40 Mark und andere ähnliche Summen jährlich, in Hamburg. 13) Dem Chacham (H. Jsaac Wernays) in Hamburg 2000 Mark und 500 Mark für die Function als exeeutor t68tam6ntj. 14) Dem Rabbiner in Altona eine schwere zweigehäusige goldene Uhr und 2000 Mark. 15) Zwei Schülern des Alt. Rabbiners für Uebernahme von Gebeten, jedem 1000 Mark. 16) 12 Leuten für Gebete innerhalb des Trauerjahres, jeden 100 Rrhlr. 17) Einem jungen Manne, der ihn meist alszGesellschaster begleitete und den er vor Kurzem in Frankfurt a. M. zur Fortsetzung seiner hebr. Studien nach Frankfurt a. M. geschickt hatte, 5000 Mark, seine Kleider und Wäsche, einen Theil seiner Mobilien und seine kleine Bibliothek (dänische, deutsche, hebr. Bücher und viele Schriften über das Schachspiel, in welchem der Verstorbene ausgezeichnet war). 18) Folgenden christlichen Vereinen, als: dem allgemeinen Krankenhause 500 Mark; den beiden Blindenanstalten, jeder 500 Mark; dem künftigen Jrrenhause 500 Mark u. a. m. 19) Alljährlich am Sterbetage einige Gewinne für arme jüd. Familienväter oder Wittwen und einige für Bräute, wozu ein besonderes Capital ausgesetzt ist. 20) Jedes Jahr 8 Leuten durch's Loos ä 50 Mark zur Miethe. 21) Den Administrationsbeamten der jüd. Gemeinde kleine Legate. 22) Obligationen zur ewigen Fortsetzung eines Theiles seines Gemeindebeitrages. Von dem noch übrig bleibenden Capital (etwa 100,000 Mark) erhält die Hamburger Gemeinde t7ö, die Altonaer A, Wandsbecker TV. In seinem Nachlasse finden sich Obligationen von Lotterieanleihm (polnische und Esterhazy-Loose), die nicht veräußert werden dürfen. Die auf sie fallenden Gewinne fließen wohlthätigen Anstalten in Hamburg und Altona zu. Bei Lebzeiten hatte er Folgendes, was näher bekannt geworden, geschenkt und vertheilt: Zur Renovirung der Altonaer Synagoge 10,000 Mark. Zum Synagogenbau in Wandsbeck 10,000 Mark. 33,000 Rubel 5 ° russ. Oblig. (36,000 Rthlr. preuß.) der Gemeinde zu Altona zur alljährl. Verwendung der Zinsen zu wohlthätigen Zwecken. Schul- und Waisenhaus (Isaak - Hartwigs - Stift) in Altona gekauft 20 — 30,000 Mark. 10,000 Mark (4 § dänische Oblig.) der Hamburger Gemeinde zur alljährlichen Verkeilung von je 50 Mark an 8 Leute zum jüd. Neujahrsfeste. Eine Obligation von 3000 Mark für das jüdische Waisenhaus. An die Anstalt zur Bekleidung der Talmud-Thora- Schüler 1500 Mark. An den Torfvertheilungsverein 1—2000 Mark. Kleine Legate zur Vertheilung von Wein an Arme (zum Osterfeste). Außerdem übernahm H. v. Essen zahlreiche Gevatter-