Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 36 (3.9.1842)
- Date
- 1842-09-03
- Page
- Spalte 571-572 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/8555529-9894039-9894093--2279-3529626- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
571 Zur jüdisch-philosophischen Literatur. Ueber die Schrift: Ruach Chen, v. Bodenheimer. 572 3. Der dritte Abschnitt zergliedert den WNH blW in i&yj/D bDW und Der erste zerfällt wieder in zwei Unterabtheilungen: durch ihn erstrebt der Mensch das beste Mittel zur Erreichung seines Zweckes; durch ihn erwählt er die gute, heilbringende Sitte und verabscheut das Laster: also er unterscheidet das Gute von dem Bösen. Der letztere, ijvyn ‘Ut nämlich, wodurch der Mensch das Wahre von dem Unwahren trennt, hat vier Abstufungen. Erstens werden durch diese Kraft Wahrheiten, die keines Beweises bedürfen, aufgefaßt, wie z. B., daß einem Subjecte nicht zwei sich gegenseitig aufhebende Prädicate zu einer Zeit beigelegt werden können. Zweitens werden durch ihre Hilfe Wahrheiten, die eines Beweises, also vorhergegangener Wahrheiten nicht entbehren können, begriffen. Drittens gereicht man durch sie zur Erkenntniß der wahren Form eines Wesens und wird in den Stand gesetzt, die Form von der Materie zu trennen und gleichsam abzuziehen, so daß die abgezogene Form und die in die Wirklichkeit getretene Verstandeskraft eins werden, wie die Philosophen sich ausdrücken: bzwn IHN "CH ^D^lDm Dieser Gedanke wird in seiner ganzen Tiefe ausgeführt More Nebuchim Th. 1. A. 68‘ und Th. Ui. A. 27. Viertens empfängt sie einige Klarheit über die von jeder Materie unabhängigen Formen, wenige Klarheit aber nur über, denb^Vt, eine obere Kraft, die des Menschen Denkvermögen aus der Möglichkeit in die Wirklichkeit übergehen laßt; eine obere Kraft, die dem Sounenstrahle gleicht, welcher das Sehvermögen zur Thätigkeit ruft und weckt, so daß das sehende Auge wirklich sieht und der zu sehende Gegenstand wirklich gesehen wird. Natürlich ist das menschliche Denkvermögen, so lange es an der Materie hastet, auch dazu zu beschrankt, das ganze Wesen dieser höhern, rein geistigen Kraft zu enthüllen; denn: bfc>Z jjoon Nin tylDH blWT) nnjn tytyiDnbttfDtso DWipn n'DiD^Dn wnp tniN irrn mvi bibi nnn “itw* nmn nfoyoi nt£/i t ib. Hierüber ist höchst erforderlich Kusari 1, 1 und 5,12 nachzulesen; man begreift dadurch die Stellen: nip3“ fcätf )3 p3T nrpj'3 ‘pyisn totyni 'inn tmn .inw 3nnriNnn 3M: und die Stelle: ^331 VLZi by nwim riixit» unh ioyo wölb -vcp'DmanD. Der Abschnitt dehnt sich ferner über die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele aus, die Stelle der Weifen auseinanderfetzend: D^n Q”np DnrpD2 ihDtt Den wym lb betrachtet unsere Schrift als eine Leiter zum \Jviy bringt dadurch Licht in das Dunkel mancher Bibelstellen; gibt den bei einer Trauung üblichen Segensprüchen Sinn und Bedeutung, besonders durch die richtige Bezeichnung des zweimaligen Segenschluffes chnd -M, und verwirft hierbei die abweichenden Ansichten der beiden Autoritäten Raschi und Nissim in Kethuboth f. 8 a — 4. Im vierten Abschnitte wird mit vieler Klarheit auseinandergesetzt, daß die ro bei dem Menschen dennoch von ganz anderer Beschaffenheit sei, als bei dem Thiere. Dadurch wird auf eine originelle und.wehr natürliche Weise das Wesen derP<ophezeihung entwickelt und beleuchtet, woher es komme, daß der Prophet in seiner Begeisterung der Meinung sei, es stände ein Mann vor ihm, der durch Wort oder Räthsel seinem Geiste die Begebenheiten der Zukunft enthülle. Daher das yw und riN“) ’ON fflDJ TD Ieremia 1; bei Moses aber,,bei dem kein schlafähnlicher Zustand eintrat, fand auch kein Räthsel Statt: jmnN vbx Hifi DD 'H DDN'OJ TT DK •mv hd bü hd 'di .-»wo nny p xb d -din uhm mra n*pi nNiDi D. Man übersetzt demnach Gesicht; unb ~ Deutlichkeit. 'S. More Nebuchim Th. 13. A. 45 — 38. 5. Der fünfte Abschnitt liefert einen philosophischen Unterschied zwischen der Auffassungsweise des jy<En und des bltiJ. Während der sich nothwendigerweise mit den nms* beschäftigt, hat es der mit den QnpD zu thun. In Folge dessen wird hinreichend erörtert, wo der auf dem Wege der Wahrheit sich befindet und wo er in Irrthümer verfällt. Nur in zwei Fällen kann das nach den Erzeugnissen der }y>cn gesprochene Wort die reinste Wahrheit enthalten. S. More Nebuchim Th. I. A. 73 Hakdama 10. — 6. Der sechste Abschnitt theilt alle Dinge, deren Bewahrheitung keines Beweismittels bedarf, in vier Arten, und zwar in nwKi nfom nibipo, niDDTDD, rwm Die vier Arten werden durch Beispiele verständlich und anschaulich gemacht. Der Inhalt dieses Abschnittes gewährt für die Religionsphilosophie einen unberechenbaren Nutzen, und erthcilt manchen Aufschluß über den Glauben an das Dasein Gottes. Eine herrliche Idee entfaltet er über den Vers ,33JH 2'3L" 31D3 33^> ^33 '3 rms\ S. Maimoriides in 2. Ab. der Schemona Perakim. 7. Der siebente Abschnitt gehört ganz den Lehren der Physik an und erörtert auf eine faßliche Weise Materie, Form u. Eigenschaften der Elemente, die sich unter dem Mondrade befinden. Sie kehren jedesmal gern wieder nach dem, ihnen von der Natur angewiesenen Orte zurück, wenn die Kraft gewichen, die sie bis dahin daran verhinderte. ^Natürlich ist hier noch Alles nach den Begriffen jener Zeit gegeben.^ Die Elemente haben nur einen Urstoff, aber vier Formen. Dem bewegenden und also Wärme erzeugenden Rade am nächsten befindet sich das Feuerelement; es folgt die Luft, das Wajser, die Erde. Die Luft theitc er in drei Regionen, und macht begreiflich, warum die untere Luft warm sei, und findet die einzige Ursache in dem zurückprallenden Sonnenstrahle, woraus erhellt, daß die mittlere Luftschicht kälter als die obere und untere sei, und erklärt sich daraus eine sonst schwierige Stelle im Tractat Chagigah s. 14 b: Enß/ pKN J’JPJD DriNtSO jh □’D D’D DDNn ’w 3)313. WW hindeutend auf die Kälte und t»TlO auf die Reinheit dieser Luftschicht. Ueber die Entstehung des Regens so wie der feurigen Lufter.scheinungen bildet dieses Kapitel eine gediegene Einleitung zu More Nebuchim Theil II. Abschn. 30. s. Schein Tob : HVW ilEH »TH D'D rte W l^X Ö