Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1842-09-03 · 36 (3.9.1842) · p. Spalte 569-570

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
36 (3.9.1842)
Date
1842-09-03
Page
Spalte 569-570 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/8555529-9894039-9894093--2278-3529625
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

569 Zur jüdisch-philosophischen Literatur. Ueber die Schrift: Ruach Chen, v. Bodenheimer. 57V wurde, nach dem Ritus bestattet worden zu sein. Standreden hielten die Doctoren Herren Jost, Weil und Schwarzschild (des Erstern Rede wurde auf Verlangen dem Drucke übergeben). Am Schluffe seiner Rede eröffnete Hr. Dr. Jost der zahlreichen Versammlung, dass, da eben jetzt eine milde Stiftung zum Besten der etwa durch Krankheit, Gebrechlichkeit und Alter zur Amtsführung unfähig werdender Lehrer der israelitischen Bürger- und Realschulen in Frankfurt, so. wie auch zur Unterstützung der Witwen verstorbener Lehrer dieser Anstalten — zu welchem Zwecke einige dankbare Hausväter bereits ein kleines Capitel eingelegt hatten — erstehen soll; die Commission, welche mit dem Entwurf der Statuten beschäftigt ist, das Andenken des theuern Verblichenen mit dieser Stiftung verbinden möchte. Man sei daher übereingekommen, bei Einholung der Genehmigung zu den in kurzem zu beendigenden Statuten sich auch zugleich dahin zu verwenden, daß sie den Namen erhalte: Stiftung zu Ehren des Dr. Michael Creizerrach, festgestellt am Tage feiner Bestattung den 8. August 1842. Es leide keinen Zweifel, daß diese Bezeichnung allgemeimen Anklang finden und der Stiftung selbst nur um so mehr Aufmerksamkeit und Theilnahme zuwenden werde. — So wird das Andenken eines würdigen Mannes, auf eine ewig segenreiche Weise, von einer dankbaren Gemeinde zu erhalten gesucht. Zur jüdisch-philosophischen Literatur. (Schluß.) Zweifelhaft schien es allerdings den Gelehrten, ob dieses Buch zuerst von einem Anonymus in arabischer Sprache verfaßt worden und dem Jehuda bliebe nur das Verdienst der Übertragung, oder ob Jehuda*), veranlaßt durch die schweren unzugänglichen Stellen des arabischen More Nebuchim, zur Erläuterung und zum gründlichen Verständniffe derselben diese Schrift in hebräischer Sprache in's Leben gerufen habe, so daß sie in ihrer jetzigen Gestalt und wie sie uns vorliegt, keineswegs als eine bloße Uebertragung, sondern vielmehr als eine Frucht des eigenen Nachdenkens betrachtet und geschätzt werden müsse: welcher (etzrern Ansicht wir aus dem Grunde unseren Beifall zollen, weil die kurze aber schöne Vorrede *) Es ist uns zwar keineswegs entgangen, daß Jo. Salomo del Medigo in seinem Briese sagt: ]I“I nn byn n^TUD^N4:! ^1. und daß Geiger in seiner Schrift Melo Chofnajim bemerkt, daß nicht Antoli ben Josef, sondern Jacob Antoli der Verfasser des Ruach Chen sei; allein wir folgten in dieser Abhandlung der Ansicht der meisten jüdischen und christlichen Gelehrten, die behaupten, Ruach Chen habe den R. Jehuda Jon-Tibbon zum Verfasser: vV?Nn Pbnn cnnn nnnty |n nn D?nn pN min’ nirm S. Wolf u. u. v. i. [>.. 455. V. ü. y. 1428. nichts anderes vermuthen läßt und der Anfang der Vorrede sogar dem ganzen Werke de» Rainen geliehen hat; sie, lautet: pfivN' ddoj mm tdjit -iondhd |n nn innon ids byn mDD noin ynno rrmw nup Vy noyoi ys by tt'.n nyso n’ph map 'niK'n dni 'di '1'y niN’i yrjn D'biyj myty ni'no Ninn noNon ,J'i,yn mm * wai ’nn: nvvn rmm D’^yiDn o'i'iyn p mp mprfo ttrrnb ’mDN p by nnsD iD!2i DnBiD ’SD mp m'äoi 'nyjn 'm •b nvin lyob onn D'myn p oyo omodwinp onnN 'so d pDNn yn' ipino non nn xaww ... nn'n 'n'o n poN’i yn' ipino »'Nty non n nsd' dni notNi i»nnN onoi onnd-o tin'jm ,n^n' nPi hnt. Dieser Meinung scheint auch Wolf Bihliotheca Hebr. p. 1428 und aus ebendemselben Grunde zu huldigen; er sagt: Liber Physicus, ab Anonyme Arabiee conscriptus, deinde vero a H. Jehuda Aben Tibbon Mebr. conversus et aliquoties editus, quo in compendio rerensentur ea, quae in More Nebuchim Maimonidae ad hoc argumentum spectant. Ita statuit At Jo. isaacus Levita in praefat. ad versionem suani iatinam putat, ipsum Tibbonidem ex Arabico More Nebuchim eompendium hoc fecisse; quod idem Buxtorfius cum Plantavitio affirmat. Maimonidem certe scriptum huic libello occasionem fecisse ex ipsa auctoris praefatione patet, cujus haec prima sunt verba etc. ex quibus verbis simul patet, quod ex primis duabus vocibus praefationis titulus iste fcoti scriptioni sit impositus. Nachdem wir nun Einiges über den Verfasser mitgetheilt haben, gehen wir zum Inhalte der Schrift selbst über.!!. Dieses geistreiche Werkchen, das sich hauptsächlich mit den Elementen und Grundprincipien der Philosophie beschäftigt und zur Beleuchtung aller maimunischen Schriften den besten Stoff darbietet, zerfällt seinem Inhalte nach in elf Abschnitte. U Der erste Abschnitt handelt von den Wesen überhaupt; sie sind entweder geistiger Natur oder körperlicher. Die Körper zerfallen aber wieder in zwei Umerabtheilungen, in einfache und zusammengesetzte. Zu den einfachen werden die vier Elemente und die sich drehenden Himmelsräder gezählt; die zusammengesetzten bilden aber: das Mineralreich, das Pflanzenreich, welches eine nriDlän ttfDJ, das Thierreich, welches eine AOch und das Menschengeschlecht, welches demnach: rtorom ntm:ro nnoran niwDJ vhut besitzt. Siehe: Kusari 5, 14. More Nebuchim Theil 1. Abschnitt 72. 2. Der zweite Abschnitt erläutert theilwcise diese Kräfte und fährt fort aus der nnD)ün die Kräfte jrn fD T^DID ^n.lDH)/ und aus der nmnion L'vl die fünf Sinne zu entwickeln. Jedem Sinne wird seine Ausdehnung und Kraftäußerung angewiesen. Den äußeren Sinnen entspricht der innere Sinn nEflDn nD, durch welchen drei Erscheinungen bei den lebenden Wesen erklärt und die Entstehung und Ursache der Träume hinlänglich beleuchtet werden. Hier lassen sich die trefflichen Betrachtungen über das Seh- und Hörvermögen anknüpfen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.