Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 35 (27.8.1842)
- Date
- 1842-08-27
- Page
- Spalte 557-558 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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53f Zur hebr. Grammatik: Scheyer. Zur jüd.-philosophischen Literatur, von Bodenheimer. 358 rationen bestände also blos darin, daß das Präteritum, wenn auch noch conjunctwisch, doch nicht mehr indicativisch in die Gegenwart oder Zukunft eingreifen kann; hingegen bleibt es dem Präsens nach wie vor gestattet, wenn auch nur als historicum, in die Vergangenheit einzugreifen. Ja, der Vers. sieht sich (§. 39) sogar genöthigt, iribtxati* v i s ch e Präterita mit Präsens- oder Futur-Bedeutung zuzugeben, wenn er auch dabei auf die Meinung Freytag's hinwcist, daß dergleichen Fälle nur nach unserer Ausdrucksweise so seien, keinesweges aber nach der Idee-des Hebräers. Indessen schmälert dies.immer noch das Verdienst des Verfassers nicht. Wir erkennen es gern an, daß er die Lehre vom Tempus und Modus in der hebräischen Sprache einen bedeutenden Schritt vorwärts geführt. Nur bedauern wir, daß er auf die Vortheile, die ihm die Erörterung.der problematischen Formen, wie das verkürzte und verlängerte Futurum, das Nun paru-g. u. , a. gewährt hätte, a priori Verzicht geleistet. Auch können wir nicht unberührt, lassen, daß der Infinitiv und Imperativ mit Unrecht so wenig berücksichtigt worden, da sie besonders in modaler Hinsicht von wesentlicher Bedeutung sind. Was uns aber am meisten auffällt, ist, daß der Verf. von den Partikeln völlig abstrahirt, — und doch sind sie es vorzüglich, welche die Modus am Verbo, wie die Casus am Nomen ersetzen *). Jedenfalls wäre au'fl diese Weise ein befriedigenderes Resultat zu Tage gekommen. Doch halten wir uns an das, was geleistet worden. Talent und Fleiß des Verfassers werden durch die fragliche Schrift hinlänglich bekundet, weßhalb wir auch dieselbe allen Freunden der heiligen Sprache aufs nachdrücklichste empfohlen wissen möchten^ — K. Zursüdisch-philofoPhifchen Literatur. ' Die Tiefe und Klarheit des Merkchens Ru ach Chen, welches im zwölften Jahrhunderte zum bessern Verständnisse 4) Die höchste. Stufe der vergeistigenden Entwickelung einer Sprache besteht in völliger Auflösung und Zergliederung der grammatischen Formen, an deren Stelle abstraete Beziehungswörter treten. Die hebräische Sprache hat in dieser Hinsicht einen bedeutenden Fortschritt gemacht, indem sie (wie die englische, und die romanischen Sprachen) der Declination gänzlich entbehrt und die Casusverhältuisse (der Etat, constr. ist kein Genitiv, was theils seine Stellung, theils der Umstand bekundet, daß er bei vielen .nominibus gar. nicht bezeichnet wird) durch Präpositionen ausdrückt, während die a r ab i sch e Sprache noch Casusformen besitzt. Es läßt sich daher vermuthen, daß sie auch für die verschiedenen modos ursprünglich eigene Formen gehabt,, die sie allmählich abgeschliffen und durch Partikeln ersetzt har. Der begrenzte Raum dieser Blätter gestattet uns nicht, diesen Gegenstand hier näher zu erörtern, wir hoffen indessen, hierzu bald, anderswo Gelegenheit zu finden, — (Vergl. Jakob Grimm, deutsche Gramm. 1. Ausg. S. XX m f. s. -) und zur gründlichern Auffassung des maimunischen Werkes More Nebuchim verfaßt worden, hat in mir, seitdem ich einige Vertrautheit mit den Philosophemen der spanischen Schule gewonnen, den Gedanken erzeugt, dasselbe in einer wörtlichen, deutschen Übertragung mit den betreffenden, erläuternden Noten der Oeffentlichkeit zu übergeben, um es auch für solche Gelehrte brauchbar zu machen, die "gern das System jener Zeit erforschen wollen, ohne des hebräisch-philosophischen Ausdruckes mächtig zu sein. Da nun diese Lieblingsidee, wenn Gott Gesundheit und Leben gibt, recht bald in Erfüllung gehen wird; so erlaube ich mir, sm Interesse der Sache selbst, vorher in diesen der orientalischen Literatur gewidmeten Blättern einige Notizen über dieses Schriftchen niederzutegen. Wir sprechen von ' dem eigentlichen Verfasser, und hauptsächlich durch welche andere Werke er eine solche Berühmtheit sich erworben; ferner über den Hauptinhalt des vorliegenden Buches nach seinen Abschnitten, und endlich über die verschiedenem Ausgaben, die sich größtentheils in^der' Ovpenheimerschen Bibliothek befinden. L Der Verfasser ist jnn p p rrnrp Iehuda ben Saul ben Tibbow, aus Granada in .Spanien: pj-,2 -TOD, welcher am Anfänge des zwölften Jahrhunderts und weiter lebte, was dargus verwiesen wird, weil «fein Sohn ' Samuel in einer Zeit mit Maimonides blühete, der 1131 geboren wurde. Samuel, der Uebersetzer des More Nebuchim aus dem Arabischen in das Hebräische, gedenkt seines Vaters mehrfach in der Vorrede. „Ich stützte mich hierbei hauptsächlich auf zwei Dinge, sagt er, bei jedem zweifelhaften Worte suchte ich nach in den Büchern, die mein Vater, der Vater aller Uebersetzer, übersetzt hat:" ohm M b]) HD ■on p'nynip anson nptnon rbü ^2 yym dhd tk\si nsDm xntin pi^/ipnpn ft no ndn Dynyon tik Q’N-SDjnmyn. Und ferner: „In all diesem folge ich meinem Vater, wie ich ihm folgte bei der Bildung der Zeitwörter, die in unfern Büchern nicht anzutreffen sind/ wie pp^DCt), weldjeS ich bildete aus wie es im Arabischen der Fall ist." nuaa nnN ntwa ‘pr na n*3n tin iew nt ba?)1D1^3D?|D^>nl 1D3 1JV-©D3 1N3D’ D’M3 ■udd a.i tnw naaty ’anyn in.\‘ ia ptyan'p. Dieser'.Iehuda ben Saul Ibn-Tibbon übertrug 1) das Buch Kosari des Iehuda Ha-Lewi aus dem Arabischen ins Hebräische: nnsa siana;ian pN min’ n Dann ihin p’npni rm’i? rapnn «n rotso .bvb V»a. srnpn iie6. 2) Das Buch ifyjbti p’N*nD,, hebräisch: ntaabn main des R» Bechajl ans dem Arabischen ins Hebräische. 3) Das Buch rwfO hebräisch: 'jjnm nülDNn 'D des Saadja Gaon aus dem Arabischen ins' Hebräische. 4) Das Buch psboiS.tt 3NTO hebräisch : '20 nriDppndes R. Salomon ben.-Gavirol aus .dem. Arabischen ins Hebräische.