Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 35 (27.8.1842)
- Date
- 1842-08-27
- Page
- Spalte 555-556 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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555- Rabbinatswirren. Zur hebr. .Grammatik: Die Lehre v. Tempus u. Modus v. Scheyer. 556 einem Rabbi des 17- Jahrhunderts gewiß verlachen würde,' den Posener mit den neun Oberschlesi'schen Niabbinern in Widerspruch bringt rc., -sondern haben vielmehr das Prmcip hervorgehoben, worin sich Geiger von den Gläubigen unterscheidet, haben gezeigt, daß Dr. Geiger sich selbst'über sein Princip nicht klar ist , oder nicht klar werden will, Haben verlangt, daß mit Ernst und Würde, 'mit Wahrheit und Offenheit zu Werke gegangen werde. Denn sonst möchte wohl bald zu ihm gesagt-werden können, wie der Prophet zu den falschen Propheten: crra im trpn rw w *6n T^n hüi nm. — Daß wir andrerseits die Wirksamkeit (wenn man sie so nennen darf) der bisherigen alten Rabbinen nicht billigen können, haben wir, wie wir glauben, schon am Anfänge unserer Besprechung gezeigt- Hat sich doch ihre Verachtung gegen' die Wissenschaft schon genug dadurch gerächt/daß sie kaum im Stande sind, so oberflächliche und grundlose Angriffe, wie die bisherigen Geigers,rc. gehörig zurückzuweisen. Breslau 7. August/ Yerus. ' Zur hebräischen Grammatik» Die Lehre vom T e mp u s und Modus in der h e b r ä i- - schon Sprache^). Von Dr. Simon B. Scheper. Franks, a. M. 1842. H. L. Brönner. 8. S. 134. > Seitdem ein namhafter jüdischer Gelehrter die Aeußerung sich entschlüpfen ließ, daß das wissenschaftliche Streben der Israeliten in der Neuzeit eine philologische Richtung genommen, hat sichdieses Urtheils ein Schwarm untergeordneter Individuen bemächtigt, die, zu ohnmächtig, selbst etwas Tüchtiges zu leisten, jede literarische Leistung auf dem israelitischen Gebiete mit der bezeichneten Phrase zu verschreien suchen. Der e i n e räth, die Philologie mit der P H y s.if zu vertauschen, — der andere empfiehlt den s ch o t t i s ch e n Romantiker zum fleißigen Studium rc. — Wir möchten solchen Charlatanen zurüfen: Wenn es euch um euere Meinung wirklich so ernstlich zu thun ist, so legt doch selbst Hand ans Werk, werdet Physiker oder^ schreibt .Romane, nur lasset diejenigen ungestört, die einmal so verblendet sind zu glauben, daß die Philologie der Schlüssel zu den Schätzen der Wissenschaft sei, und daß' die heilige Schrift nicht genug übersetzt und commentirt werden können Wahr-! lich, es mangelt außerhalb Israels an Subjecten nicht, die! jede Leistung eines Israeliten scheel ansehen und sie zu ver-! Zleinern suchenmuß man -ihnennoch innerhalb Israels die 1) Ein Beitrag zum richtigern Verständniß der hebräi- ' scheu Syntax und der heiligen Schriften, sowie zur Vermeidung der oft gerügten Willkür bei dev Übertragung der ' letz Lern in die lebenden Sprachen.— . Hand dazu bieten? .— Wir wollen hiermit keinesweges gesagt haben, daß die Kritik parteiisch zu Werke gehen solle, sie soll vielmehr von ihren Rechten Gebrauch machen, nur auf eine, der Wissenschaft würdige Art. Sie soll rügen, was zu rügen ist, aber auf wissenschaftliche Weise, und nicht vorschnell absprechen und verdammen. Je weniger - aber der Sinn für solche Gegenstände da ist, desto größer muß unsere Achtung vor jenen wackern Freunden der Wissenschaft sein, die, nicht achtend auf solche Rede, die einmal betretene Bahn ruhig fortwandeln. Wir glauben nicht unrecht zu handeln, wenn wir unter jene Wackern auch den Verfasser der oben angezeigten'Schrift zählen, der es in derselben unternommen, zur Realisirung des 5p e r l i n g'sehen Systems -) der Dichotomie in der hebräischen Sprache nach Kräften mitzuwirkem. In der Lhat dürfte die Lehre vom Tempus und Modus in den bisherigen hebräischen Grammatiken mit zur schwachen Seite derselben, gehören. Ueber den Ausspruch Ihn Esra's: nm’, lysöisvr pfr p’D t^-pn j\V P) ~'3ja -«''Np- * * 3), hat sich kein späterer Grammatiker erhoben, wenn man einzelne schwäche Conjekturen, das VaVeonver- 8ivom und den Conjunctiv betreffend, abrechnet. Und doch kann der unbefangene Forscher der hebräischen Sprache es sich nicht verhehlen, daß das futurum apocopatum und paragogicum, das Nun parag., wie auch das Vav convevs. etc. in einer Sprache, wie die hebräische, bei welcher O e c o n omie ein Hauptzug ist, nicht umsonst dasem können. Unserm Mrs. ist es^ jedoch nicht um die Erklärung dieser in derThat charakteristischen Erscheinung, als vielmehr nur um die sichere Feststellung zweier Tempusformen, deren jede in einem fesibegrenzten Kreise von Zeit- und Modusverhältnissen sich bewegt, zu thun. Dies ist ihm gelungen, insofern er, gestützt aus das Herling'sehe System der Dichotomie, auch im Hebräischen nur eine ursprüngliche Zmeith eiligkeit der-Zeitformen annimmt. Als solche bezeichnet er: 1) Das Präsens (sonst Fururum genannt), 2) Praeteritumerfleres kann für das deutsche Präsens, Futurum und Fut. Eracnlm, letzteres für das deutsche Jmperfectum, Perfecrum. und Plusquampersectum stehen. Die Annahme eines Vav conver«. verwirft er gänzlich, indem er die Präseysform, wenn sie zur Bezeichnung für etwas Vergangenes gebraucht wird,?l'aes6N8 historicum nennt, — und das Präteritum, wo es Gegenwärtiges oder Zukünftiges bedeutet, nur c o njuncLivisch aufgefaßt wissen will. Auch die gewöhnliche Präsensform soll, wenn sie etwas nur Gedachtes bezeichnet, conjuncrivisch zu nehmen sein. Der Gewinn dieser Ope- - 2) Bon der. Dichotonüe in den Tempusformen und wie man dieselbe zu großen: Rachcheilg des Verständnisses, besonders in der hebräischen Sprache, übersehen habe. Von Prof. S. H.' 2l. Her Ci n g , Rheinisches Museum .für Philologie/ 5. Icchrg. 1837/Vergleichende Darstell, der. Lehre v. Tempus m Mod. äpannover 1840. V. Dems. — ' 3) ML'73.2, herausgcgeb. v.'Lippmanm. — -