Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 35 (27.8.1842)
- Date
- 1842-08-27
- Page
- Seite 279 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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279 m Frage n wird die Juden frage Platz machen. Bis dahin aber muß jedes rechtliebende Organ der- Pressen wie eine unbeugsame Stahlfeder die. Wucht.positioherrschender.Weeintr.ächtigung. vomMenschen,. welche die „Vorsehung" zu Juden» mach-. to, zurückschnellem Die. Presse, darf darin nicht ermatten;, dennihre heiligste- Pflicht ist, keinen Ekel. zu. empfinden, auch; tz.a nicht, wo eram allevberechtigsten ist: in. dem, Kampfes, gegen eine Praxis, welche von der Wissenschaft schon Lausend-, mal zu Staub: zermalmt wurden Solche Gegenstände: sindz. B» dir Freiheit der Presse und die: Emanzipation der- Juden.. Bei Betrachtung der bürgerlichen« und politischen S.te!-^ lung. unserer Juden erinnert man. sich des Ausspruches, einer Frau, derenschroffe Feindschaft gegen Vorurlheile- Engherzigkeit,. Erclusivität, kurz gegen alles -Philistevthum sieJedlun. werth macht, welcher in allen- Verhältnissen das rein Menschliche verwirklicht wünscht. „Wie ist's möglich,^ sagt Rahel,. „daß ber so viel Bildung,, wie schon auf-der. Erde, da ist, sich so große Reste .der größten Rohheit.nebenan., dicht nebenan erhaltend Manchmal, schein' ich's zu wissen, wie es. zageht,. manchmal entschlüpft mic's wieder. Krieg und die. größten Schriftsteller. Christenprahlerei und Christentugend,, und Sclaven. — — Es scheint beinahe leichter,, hohe Gedanken und. Gesinnungen zu haben, die. schönsten Erfindungen zu. machen, als alte Uebelstände und Ruinen loszuwerden, und: die Liebhaber dieses Schutts davon abzubringen und zu rei-. nigrn." Ja,, wie ist's möglich! Aber was der ursprünglichen Anschauung der Frau so einfach und klar ist, das: wird den mei-: sten Staatsmännern-, richtiger hohen Beamten--, einesehr zusammengesetzte und mit zahllosen Bedenklichkeiten gespickte. Sache. Besonders in Deutschland scheint, jede Reform erstmit den größten Hindernissen lange Zeit kämpfen zu« müssen; und die wenigen Fälle abgerechnet, in welchen wirkliche Staatsmänner mit Urtheil und Charakter, mit oder ohne Krone, an die Spitze der Bewegung traten, ist bei uns kein tüchtiger Fortschritt geschehen, welcher nicht durch materielle oder moralische Nöthigung den Gewalthabern abgedrungen wäre. Wie geht dies zu? Woher dieser fast permanente Zustand von Spannung und Spaltung in den Ueberzeugungen und Bestrebungen der Regierenden und der Regierten, und weiter ausgedehnt der Habenden und der Fordernden, der Privilegirten und der Ausgeschlossenen? Wir wollen hier die schlechteren Beweggründe und gemeinen Leidenschaften bei Seite lassen, nicht, von der niedrigen Selbstsucht sprechen, welche möglichst viel für sich, möglichst wenig für Andere will. Betrachten wir die menschliche Natur mit so optimistischem Auge als es die Dinge irgend erlauben. Da. finden wir bei den meisten Verweigerern von Reformen und politischen Rechten einerseits Mangel an Nachdenken und folglich an eindringendem Urtheil, andrerseits Widerwillen gegen jede Störung der hergebrachten „Ordnung," sollte diese auch nichts als übertünchte Unordnung sein. .Beide Eigenschaften fließen in eine zusammen, nämlich die Liebe zum Hindämmern im statu» <juö,-,. weil jede; Abweichung davon mit Anstrengung verknüpft, scheint«.. In» dem - Bea-m-t e.n st a n degestaltet sichdiese Stimmung zuderjenigenwelche - die Auster in der Schale: haben mag, zur leidenschaftlichen Liebe des--Bestehendem Die Beamten (wir: sprechen in Bausch-und Bogen) sind jeder Verrückung,der Fächer--abgeneigt, in welchen sie das gesammte! Volkslebenvon. den-größten bis: zu den kleinsten Dingen wohl geschichtetverpackt: undmurnerird haben.' Sie verstehen -mcht; genug, das-- Lebendige in. seinerunendlichen Berechtigung -. und meinen , etwas- Großes «zu vollbringen, wenn sie Alles und.-Je- I des zu Papier bringen,. und.ihre Aktenschränke^mit den Ge-; rippen: der-Volksthätigktiten! füllen. > Die Spitze dieses: ab- > und eingezogenen Treibens-ist die Statistik. Während die«! Frellhe.it das wahre und edelste Gesetzalles Lebens.- ist,, geht - die- Wirksamkeit des Beamtenthums wesentlich.dahin, dieFreiheit einzufangen und zu: beschränken- und zwar. mit dem größten Erfolge da, wo schon unzählige * Gesetze die Freiheit eingehegt und in eine Anzahl«von Freiheiten zersetzt haben, wo es bequemer und« übersichtlicher, wäre, alles nicht, ausdrücklich. Erlaubtefür verboten zu erklären. Ich habe eine zu gute Meinung von.der intellettuellen Begabung und der sittlichen-Bildung, derjenigen,. welche bei uns die Staatsangelegenheiten lenken, als daß ichnicht ihre etwanige Antipathie gegen die g r ü n dlich e.n. vom«Hochherzigkeit und Rechtssinn gebotenen - Reformen auf Rechnung jener:unheilvollen Aengstlichßeit.setzen sollte, welche sich in dem Gegebenen um jeden Preis ft'xirt« und, ans Furcht zu fasten, nicht aufzustehen-und)-zw gehen wagt. Dieser. Erklärungsgrund reicht aber nicht aus, sobald, dennoch-eine. Bewej gung. geschieht , aber. r ü ck-w ä r t s. Von solcher Art: sind - die üblen. Aussichten der längstbegehrten. I u d e n e m-a n c i - patio n. Bekanntlich wurde sie in- Preußen schon einmal verkündigt, durch das Edict vom 11. März 1812. Das noch daran Fehlende wurde Ln. nahe Aussicht gestellt.. Aber.«wie in andern Gebieten, z. B. der 1815.angeordneten Volksvertretung, wurde auch den Juden - eine bessere.-Zukunft wieder durch die rückgängige Bewegung verschlossen. Sowie von der ganzen Nation, sagte man von einem Bestandcheile derselben, den Juden, sie seien nicht reif. Allerdings waren sie reif gewesen, dem Vaterlande Opfer zu bringen., es mit zu vertheidigen, allerdings blieben sie reif bis heute, zu leisten und Pf lichten zu erfüllen, aber nicht, zu empfangen und Rechte auszuüben. Ja sogar, wenn sie sich vom alten Wust des Rabbinismus lossagen und nach christlichen Begriffen sich reifer - .machen wollten, wie es von.den Lempeljuden mit deutschem Gottesdienste unternommen wurde, gestattete man lhnen.di.es nicht. Und so befinden sich unsere Juden fortwährend in einer Ausnahmestellung, gegen« deren demoralisirende .'Wirkung sie d o p p e.l-t e moralische. Kraft anwenden müssen. In Wahrheit, Juden, Irländer, Negerfclaven und solche Leute veroimen die größte Bewunderung, daß sie unter dem. Drucke und dem