Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 35 (27.8.1842)
- Date
- 1842-08-27
- Page
- Seite 275 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2360092-2360201-2360237--2607-3529597- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
mj]e geäußert fycit, nimmt auch die L. A. Z. vom 7. Aug. Berlin einige Notiz. Dasselbe Blatt radelt in selber Nummer den Ton der Rechtfertigung der Berliner Gemeinde-Aeltesten gegen die Anklagen des Staatsraths Hoffmann, wahrend die Rhein. Zeit, vom 5. Aug. der Sittlichkeit der Juden offen das Wort redet . (Berlin $S). — Zwei Korrespondenten der L. A. Z.., aus Breslau und * aus Berlin . am 31. Juli (L. A. Z. 3. Aug.) sind über die Verleihung von Orden an Juden in Streit gerathen^ Der Breslauer behauptet, es befänden sich in Preußen viele dekorirte Juden und fügt, um eine große Summe herauszubringen, viele Getaufte hinzu. Dagegen reklamirt der Berliner und beweist, daß hier blos von Orden die Rede sein könne, die in Friedenszeiten den Juden (nicht) zu Theil geworden waren; ums eiserne Kreuz handle es sich hier gar nicht. — Gleichsam um die vielen aus seiner Feder geflossenen- Schmähartikel gegen die Juden einigermaßen gut zu machen,, erklärt sich der )£( Corresp. der L. A. A. l3. Aug.) aus Breslau, der überhaupt häufig in Tlieologica pfuscht, sehr energisch gegen die Missionsprediger unter den Juden, deren zweckloses, kostspieliges, aufreizendes Treiben er nur zu wahr schildert. — Der größere Aufsatz. über die Juden in der Beilage der A. A. I. der mehr das Bekannte resumirt, als neue Gesichtspunkte aufstellt, ist nun an das Ende des zweiten Artikels gelangt (31. Juli u. 1. Aug.). Von Frankreich aus werden die zu Ehren des verst. Kronprinzen trefflich angeordneren Trauecfeieclichkeiten in den Synagogen von Dijon (Journ. des Döbats 30. Juli) , Nancy und Metz (L. A. Z. 6. Aug.) besprochen. Auch thur das Journal des Debats (vom 4. Aug.) eines Gedichtes von Leon Halevy über jenes Eceigniß rühmende Erwähnung. Gegen Ccemieux richtete dasselbe Journal einen Angriff, in welchem sein Schreiben an die Bürger von Chinon, seine Wähler, sehr hart mitgenommen war; doch ist dies bei den entgegengesetzten politischen Ansichten des ministeriellen Blattes und des Oppositionsdeputicten erklärlicher als die Anzapfung, die Cromieux, wie es scheint Ml Jude, wegen desselben Schreibens in der L. A. Z. vom 8. Aug. erfährt. Gegen den neuen Deputaten soll übrigens Graf Ratti Menton eine Diffamationsklage in Bezug auf die Damaskusangelegenheit erheben wollen, — Au den neuen hierher gehörigen literarischen Erscheinungen in Frankreich gehört Ridley H. Herseliell esquisse de l’etat actael des juifs et de leurs esperances pour TaTenir. 5 Bogen. Yalence. 1J Fr. — Einer der wackersten Emancipationsvertheidiger in der früheren kuchessischen Kammer, der in Philosophie, Politik und Theologie bewanderte, als Erzähler und Ueberfttzer sehr geschätzte H. König aus Hanau gedenkt in Kurzem bei Brockhaus eine Novelle unter dem Titel: Regina, eine Herzensgeschichte erscheinen zu lassen, der moderne jüdische Verhältnisse zur Folie dienen sollen. Geringere Erwartungen darf man wohl von dem sonst achtbaren, Erzählertalente H. Schiffs, der lange in Hamburg lebte, hegen; ec kündigt 101 Sabbat, Geschichten und Sagen des israelitischen Volkes (Bd. I.) an. — Durch die A. A. Zeitung vom 1. Aug. erfahren wir A aus Berlin, daß auf Anregung der Gesellschaft der Freunde 183 Juden in Berlin 514 Thlr. zum Kölner Dombau beigesteuert haben.— Ein Corresp. der L. A. Z. (vom 4. Aug.) * aus Schlesien beleuchtet den traurigen intellektuellen Zustand der Bewohner Oberschlesiens und greift besonders das Hängen am Alten bei den dortigen röm. Katholiken und Juden an. Dagegen berichtet uns dieselbe Nr. der L. A. Z. ff aus Ostpreußen, daß man in Stallupönm einen Juden zum Communalbeamten gewählt habe und daß die Anfechtung dieser Wahl fruchtlos bleiben werde. Die Spen. Zeit. (4, Aug. Beilage) kommt wieder auf die Rückkehr zum reinen Mosaismus mit sehr trivialen Bemerkungen, zurück. Die Namenschiffre unter dem Artikel, N....P, deuten wir als (Eonsistorialrach) Natorp. — Das Thema der Übersiedelung der Juden behandelt die L. A. Z. vom 5. Aug. (* Posen). Die Wünsche, Hoffnungen und Forderungen der Hamb. Juden, ein'Schreiben aus Hamburg x in der A. A. Z. vom 3. Aug., in welchem zugleich die (Ihnen bereits vor 14 Tagen zugesandten) Berichtigungen in Betreff des Gottesdienstes am Bußtage (den 7. Aug.) gegeben werden, nur daß der Referent. die portugies. Juden vergessen hat. — Ueber die jetzt immer mehr hervortretende Neigung der Juden zum Kriegsdienste in Preußen laßt sich die Zeitung für die elegante Welt Nr. 151 aus. — Der Hamb. Corcesp. vom 8. Aug. bringt eine sehr anerkennende Recension der Bußtagspredigt des Herrn Dr. Salomon von Kgr. (Dc. Krüger, Katechet am Waisenhause, als padag. Schriftsteller bekannt). — Von Dr. Geiger ist unter dem Titel: „Ansprache an meine Gemeinde" eine Art Oornpte rendu über seine bisherige Amtsverwaltung erschienen. — Unter den dänischen Naturforschern und Aerzten, welche vor Kurzem der skandinavischen Naturfocscherverfammlung in Stockholm beiwohnten, befand sich auch der Prof, der Chirurgie und Wundarzt des Königs, Prof. Dr. L. C. Jacobson aus Kopenhagen, auch als Schriftsteller geschätzt. Wie mehrere seiner christlichen Landsleute und Collegen ist auch ihm bei dieser Gelegenheit ein schwedischer Orden*) verliehen worden, wobei nur der mißliche Umstand eintritt, daß er als. Jude den Ordenseid: die luth. Lehre aufrecht zu halten, nicht gut schwören kann. — Vor kurzer Zeit haben die schlesischen Altlutheraner bekanntlich die erste Synode gehalten und sich förmlich als Gemeinde konstituirt, ohne *) Prof. Jacobson ist bereits Ritter vom Danebrog und Nordstern; nunmehr ist er zum Commandern des Wasaordens erncmnt. 35 *