Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 34 (20.8.1842)
- Date
- 1842-08-20
- Page
- Spalte 539-540 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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539 Der Geist der talm. Auslegung der Bibel wurde nirvi im’irw nj> bbib N'in-ib bo' nn« \x Ist dies der Fall, so theilt der mO alle Bestimmungen des y?D mit Ausnahme jener Bestimmung; ist es nicht der Fall, lassen sich also die beiden Bestimmungen nicht ausgleichen, so wird nach Entscheidung einer dritten Bestimmung gesucht. Der Vers, bemerkt richtig (S. 435), daß das letzte nur Lei historischen Ereignissen (in der Hagada) ftattfand, da Gesetzbestimmungen sich doch wohl immer durch Substitution eines Falles unter einen bringen lassen. Die dieser letzten in der Bar. d. N. Iswael vorangehenden beiden “i^n in") und iö!DD inSi irn (bei Hal. Olam 4, 2. §. 253) fehlen hier^). Der vierte und Letzte Abschnitt ist überschrieben: „Conjectur und paraphrastische Auslegung, oder Anwendung des Textes auf den Inhalt z nddodn DDi", im Jnhaltsverzeichniß (S. XU) führt er jedoch den Titel: Conjectural-Versuch. Die Herstellung eines Textes für den substituirten Inhalt." Insofern wir ein-em Titel oder einer Ueberschrift als der kürzesten und anschaulichsten Bezeichnung des Inhalts einen nicht geringen Werth beilegen, müssen wir gestehen, daß beide Titel zu nichts weniger als zu diesem Abschnitte passen. Von -•Dl und NnDDDN ist im ganzen Abschnitt keine Rede, so wie überhaupt im ganzen Buche auf eine nähere Begründung dieser beiden Begriffe und ihre etwaige Differenz nicht eingegangen, des so häufigen und merkwürdigen jwty DyN -qj -Q-fr nw69) aber gar nicht Erwähnung gethan wird. Unter „Eonjecturalversuchen", „paraphrastischer Auslegung" „Herstellung eines Textes für den substituirten Inhalt" 2t. erwartet man Commentationsversuche, wie nx ID N'b, und die durch Buchstabenähnlichkeit, Assonanz rc. gewonnenen scheinbaren Aenderungen des Textes z Gegenstände, 68) Einige Flüchtigkeiten haben wir auch hier zu rectificiren: S. 416 wird aus Chag. 6 1) citirt: nDNJ Dlfe nmyD ffltriDl ^DD, und demnach übersetzt z es heißt aber dort so: '-)] lyiD biND fllOIDV WD3 TOM N^>D ‘priND tim W3 tom mtrei npb toin Nmpy DNiD niDDyD lB^n&Ml. — Wenn S. 376. A.2 gesagt wird: „Losisat Nasir 35^" ^soll heißen 35 d) und der Verfasser des Halichot Olam sagen, im Namen des R. Perez, durch eine r\w mW" (hätte man, wenn die Schrift statt ’^Dl mDl ^D nur mö geschrieben, neue Glieder oder neue Gegenstände gefolgert rc.), so' ist das nur halb wahr, nämlich nur von Tofafot; Hal. Olam 4, 2. §. 239 sagt nur so: b -oi wdd piD* 1? sitti bwin bbn dhdj np8 dn riai moD 1« dn pjDD lD'idh by psmiD w\n n^o wb w kvpn yw ND xfe tim *p^n * nnon p •p nnon jd mo dibo n^D jjtoj n^i wn -pud rh tcnon pi mb mnn arvsp (hd). n. 69) Merkwürdig deßwegen, weil dasjenige, dem der Talmud eine so geringe Beweiskraft beilegt, nach unseren Begriffen weit stärker beweisen zu können scheint, als anderes, was für eine völlige nw anerkannt wird. Z. B. Berach. 2 1) rc. S. oben Anm. 27. — Zu bemerken ist Mischna Sabb. 8, -DT mb HWD SyN “ON -Dl d^q D? % upD m mntb onn innom nsd* xh n\N“i, v. Hirschfeld. Beurtheilt v. Dav. Cassel. 54V die indeß alle schon abgehandelt sind. — Gehen wir wirklich auf den Inhalt des Abschnittes ein. Nachdem einleitend über die Auslegungsversuche überhaupt gesprochen worden, und zwar nach den schon mehrmals berührten Ansichten des Verf., kommt man darauf hinaus, daß wenn alle früheren Versuche nicht vermochten, den Inhalt im Text wiedersinden zu lassen, dieser nicht zu lösende Widerspruch nicht als eine reelle Unverständlichkeit des Textes, sondern nur als individueller, durch Conjekturalversuche zu lösender. Widerspruch betrachtet wurde. „Sobald der Inhalt ihm sicher und traditionell erschien, dann schuf er sich gewissermaßen einen Text nach seiner Art für denselben, indem er die natürliche und unnatürliche Bedeutung des Textes aufgab und sich eine ganz fremde conjecturirte" (S. 435)™). „Da hier nun nicht, wie oben, eine Satzbildung oder eine Vereinigung einzelner Glieder zu einem selbstständigen Ganzen möglich ist, so bleibt uns der Stoff nur in zwei Kapiteln zu behandeln übrig. Im ersten nämlich betrachten wir den Inhalt nur an und für sich, für den ein Text geschaffen wird, und der mit demselben. ausgeglichen werden soll. Im zweiten denjenigen, der über mehre Gesetze sich ersteckt; nämlich denjenigen Inhalt, durch den es sich ergiebt, daß mehrere Gesetze einer und derselben Klasse71) , angehören." (S. 445.) Das erste dieser beiden Kapitel „der substituirte Inhalt, die Gesetze an und für sich" (S. 446) können wir ruhig übergehen, da in ihm dieselben allgemeinen Bemerkungen über das Verhältniß des vom Talmud substrtuirten Inhalts zum Text rc. wiederholt werden, wie wir sie schon öfters gehabt. Der Verf. selbst verweist „für die Ausführung der talmudischen Conjectural-Versuche ganz auf die Behandlung des Derasch, den wir im vorigen Abschnitt.dargestellt. Alle Versuche, die dort zur Lösung des Widerspruchs zwischen dem Inhalt und dem Text gemacht wurden, treten auch in den Eonjecturalversuchen auf. Der Unterschied liegt nur darin, daß sie dort, wie gesagt, mehr Beweiseskraft und Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit des suppositionellen Inhalts im sich tragen, der Inhalt also scheinbar aus dem Texte hervorgehtz hier weniger Wahrscheinlichkeit in der Andeutung und Bedeutung liegt, dagegen die Bestimmung des Gesetzes und die Verhandlung gewissermaßen traditionell ist" (S. 451). 70) So richtig die hierzu gesetzte Anm. ist: „die Schaffung einer neuen Bedeutung für ein Wort gehört in jeder andern Exegese in das lexicalische Gebiet, weit der Ausdruck doch immer als ein natürlicher oder individueller für das ganze Buch gehalten wird; in der talmudischen Exegese ist die Bezeichnung zufällig, nur für eine Stelle. Sie gehört nicht in das Lexikon. Der Sinn des Wortes ist eigentlich nur an dieser Stelle gewaltsam verändert" (man vgl. die häufigen nPn — pN‘, h B. min btt D'D ptt, Ies. 55, 1. rc.) so wenig geht aus allem dem hervor, daß hier eine Blenderung des Textes beabsichtigt worden. Eine Aenderung des Sinnes der Worte, ist keine Aenderung des. Textes, d. h. der äußerlichen Beschaffenheit der Worte. 71) Dies bezieht sich auf die vom Verf. angenommene Auffassung von (rw) mu durch Klaffe, wovon später.