Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 33 (13.8.1842)
- Date
- 1842-08-13
- Page
- Spalte 523-524 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/8555529-9894039-9894088--2252-3529572- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
Ä23 Der Seist der talm. Auslegung der Bibel v. Hirschfeld. Beurtheilt v. Dav. Cassel. 52L Herrscher geleitet, kennt daher auch diese Beschränkungen nicht, und der Einzelne hat der Pflicht der Vertheidigung alles Andere nachzusetzen. Unter unser» Regenten werden aber ferner nur Kriege zur Vertheidigung geführt, also pflichtmäßige Kriege, bei denen selbst im jüdischen Staate Beschränkungen nicht statt fanden. Die heutige Kriegführung fordert endlich die mannigfachsten Vorbereitungen auch in Friedenszeiten, und diese führen dieselben Befreiungen mit sich wie der wirkliche Kriegszustand. Es findet demnach die Uebemahme der Militärpflichtigkeit nicht blos kein Hinderniß in dem rabbinischen Iudenthume, sondern dieselbe ist eine religiöse Pflicht, und zwar die höchste, der alle andern sich unterordnen müssen, so daß der fromme Jude sich ihr nicht entziehen darf. Es kann daher auch dem heutigen Staate nicht als eine Schonung der Gewissen angerechnet werden, wenn er die Juden vom Militärdienste befreit, vielmehr wäre es eine Gewissensoerletzung, wenn er ihnen die Mittel zur Vertheidigung ihrer selbst und des Vaterlandes entzöge." Methodik des Talmuds. Der Geist der talmudischen Auslegung der Bibel von Dr. H. S.. Hirsch seid. Auch unter dem Titel: ni&mi nm nÄnn. Halachische Exegese. Ein Beitrag zur Geschichte der Exegese und zur Methodologie des Talmuds. Vertag von M. Simion. Athenäum in Berlin. 1840. 8. (X und 479 S.) (Fortsetzung.) Der drirre Abschnitt „Auslegung, hermeneurischc und exegetische Commentation oder Anwendung des Inhalts auf den Text, behandelt die weiteren Versuche des Talmuds, den vorgefaßten Inhalt mit dem Texte zu vereinigen. Daß der Verf. diesem Abschnitt den Namen n^m gegeben, der sich wohl der ganzen talmudischen Exegese beilegen laßt, wird durch die schon oben berührte Erklärung beseitigt, daß die zum Lheil schwankenden Ausdrücke des Talmuds hier schärfer und abgesonderter gefaßt seien 61). Indeß darf man doch diese Ansicht über den Sprachgebrauch des Talmuds nicht so weit ausdehnen, daß man sagte, sogar die stereotypen Benennungen veränderten sich (S. 304). Einen schlechten Beweis davon liefert die zu den letztgenannten Worten gesetzte Anmerkung 2), welche wörtlich so lautet: . „So wird in der Mischna 61) Aber es ist auch nicht zu verkennen, daß die Grenzen, die diesem Abschnitte gegeben werden, bei weitem nicht so fest gesteckt sind, als die der beiden Ersten; daß vorzüglich der Uebergang von diesem zum vierten Abschnitt durch nichts scharf getrennt ist; daher z. $8i arpi'n sich zu beiden zählen konnte (S. 332), und das erste Kapitel des vierten Abschnittes irr Allem auf dm dritten zuriickweist (S. 451). Gesera schawa genannt etwas, was durchaus keine Aehnlichkeit mit einer solchen hat". Mag man nun dies so verstehen, daß nur einigemal oder daß immer in der Mischna ni&V mÜ so gebraucht werde, so ist doch diese Behauptung jedenfalls falsch. In der ganzen Mschna kommt, neben sehr häufigen Ausführungen von mu, dieser Name selbst nur zweimal vor, und ob diese beiden Stellen, die wir in der Anmerkung^-) wörtlich ansühren, durchaus keine Aehnlichkeit mit einer haben, brauchen wir nicht erst zu entscheiden. Ueberhaupt war eine solche Behauptung einer Unbestimmtheit des talmudischen Sprachgebrauches nur dann auszusprechen, wenn genaue und umfassende Forschungen darüber gemacht worden, welche jedoch der Vers, zweimal, als in das Gebiet der lexicographischen Methodologie gehörig, abweist. Wenn der Verf. sich das Recht nahm, gewissen Bezeichnungen für die Grenzen seines Werkes einen engeren Umfang beizulegen, als sie gewöhnlich haben, so gab ihm dies noch nicht das Recht, den Talmud einer zu weiten Ausdehnung dieser Begriffe zu beschuldigen. -—.Wie nun der Text zur Beweisung des Inhalts verbraucht wurde, das zu zeigen, ist der weitere Inhalt dieses Abschnittes. Zuerst kommen die beiden Grundsätze jopDi? DN L" und mDüb DK zur Sprache, die richtig erklärt werden, und daß, wie schon bemerkt, .mDD hier (wie z. B. Aböt >Trtr6 JPD mDD) nicht mit Masora, sondern mir Ueberlieferung übersetzt werden sollte, da der Sinn, den man dem Worte Masora gewöhnlich beilegt, hier nur Begriffsverwirung Hervorbringen kann. Ferner poDD nw pNDD j\V min ]i)ü Dllp DrDJP 63), der aber nur beschränkte Anwendung findet; ferner p^DlDl p^l.l, lntarm NnpöH D*ip pKnm (und zwar heißt d~)Ö nicht verstümmeln, sondern umkehren; vgl. Makk. 17b und Rasch: dazu), -niKDl D“!piD pK, nr>üHD nny, minu, die meist bekannt, auch an einer kürzeren Behandlung, als ihnen hier zu Theil wird, sich begnügen konnten; man vermißt hierbei Manches, was die älteren Methodologen beizubrmgen pflegen, als ni^NN ptsnn (Hal. Ol. §. 297) u. dergl. Wenn der Vers, hier bei der Buchsta- 62) Mischna Beza 1, 6. NMDI rbn nw mu BO DDnnn nK pD^io jw Däo ]rob runD nsnni in^ nJnD nWDn HK pD^lD pK p. Die Bemerkung Raschi's hierzu (Beza 12 b).pDTn mi K'DH pDTID.nbül NpiH m zeigt, daß diese der Formnach richtig sei. Mischna Arachin 5, 4. 'd nDQ miDNn rw no 'Dl M miDNn T)W IVDD. —- Beiläufig bemerken wir noch', daß auf derselben Seite A. 1 Niddah 8b st. 6 b und Gen. 38, 24 st. 39, 14. S. 306. Ex. 12, 24 st. 12, 26 und S. 307. A. 1. Sanh. 4 b st. 24 b zu lesen sei. 63) Der Beleg hierzu ist aus „Ieruschalmi Talmud" (soll heißen Talmud Ieruschalmi) nach „Los. Moed Katan 20 a" (soll heißen 26 a) citirt. Es ist indeß gar nicht nöthig, aus eine so weit entlegene Sekundärquelle zurückzugehen, da sich dieser Grundsatz sowohl in der Mischna (Negaim 7, 1), im Sifra (Lev. 13, 2) uud im babylonischen Talmud (Iebam. 5 d) und sonst ausgesprochen findet; uud zwar ist in diesen Schriften die stehende Formel -fiTin D*1)p.