Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 31 (30.7.1842)
- Date
- 1842-07-30
- Page
- Spalte 491-492 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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491 Literarische Mkscellen. Englisch-israelitische Literatur. Besprochen von Joseph Mendelssohn. 492 mit Justin zusammen, und der Xistus war ein stummer Zeuge ihrer Verhandlungen in einem freundlichen Zwiegespräche. Die Behauptungen des Lryphou hat Herr von Ammon (in seiner Geschichte des Lebens Jesu Bd. 1. S. 128) in Folgendem zusammengestellt: „Die jüdische Religion ist uralt und bewährt; der Messias aber, wenn er geboren wurde und irgendwo vorhanden ist, gänzlich unbekannt; erst wenn Elias kommt, ihn zu salben, kann er Ansehen gewinnen. Jetzt bildet sich Jeder unter euch einen Christus, wie es ihm wohlgefällt (ed. Thirlb. p. 153). Die Christen sind schlechte Schrifterktärer, die oft nicht einmal den rechten Sinn der hebräischen Worte kennen; da soll durchaus die Almah des Propheten (Jes. 7,14) eine Jungfrau sein, während er doch nur von einem jungen Weibe (vs&vig) spricht und die ganze Stelle von einem Neugebornen jener Zeit handelt. Christus soll mit Gewalt Gott, ja Schöpfer des Himmels und der Erde sein, mit Moses und Aaron gesprochen haben, gestorben und wieder gen Himmel gefahren sein. Das ist baare Unvernunft (nccQucpQoveig p.216); wir verehren den lsinzig wahren Gott, der auch den eurigen gemacht hat (p. 273) und haben aus den Propheten gelernt, daß er seinen Rühm keinem Andern giebt. Der Christus, welchen wir erwarten, wird ein Mensch von Menschen geboren sein und erst durch Elias seine Weihe erhalten. Nur verworrene und künstliche Erklärungen der Schrift (^rjyrjGsig rer£%va6iiivai) können zu solchen unglaublichen Ergebnissen führen, die ihr uns für wahr zu halten überreden wollt." Das waren die Hauptsätze des Tryphon in dem Gespräche mit dem christlichen Philosophen, nach welchem sie höflich und freundlich von einander geschieden, ohne jehoch für -ihre gegenseitige Einladung, sich doch beschneiden, oder taufen zu lassen, irgend eine Wahrscheinlichkeit des Erfolges gewonnen zu haben. Jehuda CH rüg. In der so eben erschienenen 13. Aufl. der hebr. Grammatik von Gesenius findet sich über diesen Grämmatiker Folgendes: Gewöhnlich nennt man diesen (den R. Juda) Prineeps Grammaticorum, dessen arabischer Name Aba Sacharja ist, R. Juda Chiug. Ich werde aber anderswo aus handschriftlichen Nachrichten zeigen, daß Chiug (ypH) d. h. Circulus, der Name seines grammatischen Werkes war." Herr G. scheint also den Namen von abzuleiten, aus welchem Stamme allerdings eine solche Form wie Qpp von Dip abgeleitet werden kann, indcß ist man mit Recht auf die Beweise gespannt, da die ältesten jüdischen Grammatiker 3V-D als den wirklichen Namen angesehen. Beantwortung der Anfrage in No. 27. des! L.-Bl. des Orients. Das Werk 6m fMD tffc ohne! Angabe des Druckortes erschienen, doch ist dieser höchst wahrscheinlich Frankfurt a. O. wie aus der Veranlassung und dem Zweck der Herausgabe (nach alter Sitte auf dem Titelblatte besprochen) hervorgeht. Auch - ist der Druck derselbe wie der in der Frankfurt-Berliner Talmudausgabe. Das Werk habe ich selbst nie gesehen und kenne.es nur durch die aus dem und Zunz angeführten Citate. Nach Wolf Bibi. hebr. U, p. 1449 bildet cs einen Theil des 1622 in Venedig erschienenen DVW HDIH und zwar von p. 66 an. Der Name des Autor's wird bei Wolf Ip, 1114 lN^DIlD p-iifW® , Samuel den Surselejo geschrieben,' und dabei noch Mus Schalschelet p. 636 und Abo ab Nomologia p. 301 verwiesen. Der methodologische Theil des nW beginnt f. 389 und reicht bis f. 417, wie auch in der Halachschen Exegese S. 16 zu lesen ist. David Casserl. Aebersicht einiger neueren Erscheinungen der englisch-israelitischen Literatur. 1) LPL8 Jl>AJMIVl 1M. A Series of Conversations at Jerusalem between a Patriarch of the Greek Church and a chief Kabby of the Jews, concerning the malicious charge against the Jews of using Christian blood. ßy J. ß. Levinsohn. Translated from the Hebrew as a tribute to the memory o*f the Martyrs at Damascus, by Dr, L. Loewe, mtembre of the royal asiatic society of great Britain etc. — London, 1841. 8. Gewiß unter der Fluth literarischer Erscheinungen größeren oder geringeren Umfangs, welche das Bluträthscl von Damaskus hervorgeruf-.n, eine der wichtigsten, bedeutungsvollsten. Das Werk selbst, bereits im I. 1834, in Folge einer ähnlichen Anklage, wie sie jüngst gegen unsere Brüder im Oriente erhoben-ward, geschrieben, war. zunächst bestimmt, vertheidigend für die Juden von Soslow (Rußland) anfzutreten. . Auch hier hatte sich damals, aus mittelalterlichen Grüften emportauchend, der verfolgungsgierige Wahnwitz -erhoben gegen die Bekenner des mosaischen Gesetzes. Diese Schrift, in einfacher, klarer, faßlicher Weise die Hauptpunkte desselben erläuternd und beleuchtend, hätte sicher bereits zip jener Epoche von den erfreulichsten Wirkungen sein müssen, wäre sie geeignet gewesen, in die Massen zu dringen. Indessen, hebräisch geschrieben, konnte sie wohl kaum in den beschränkten Kreis der Gelehrteren unter den Juden selbst sich Eingang verschaffen; so sind wir denn-ihrem wackeren englischen Uebersetzer, dem namentlich durch seine in der „Allgem. Ztg. d. Judenth." erschienenen „Briese aus dem Osten" rühmlichst bekannten Dr. L. Löwe, für diese neue Arbeit um so inniger verpflichtet, als er durch sie einem bisher unbekannten aber allgemein anerkennenswerthen Streben die verdiente Geltung verschafft, und in dem heiligen Kampfe für die Lauterkeit des jüdischen Ceremonialgesetzes, für die Unschuld grausam Gemarterter eine neue und siegreiche Waffe blitzen läßt. In der That, wir betrachten die Schrift Levinsohns als ein gutes, scharfes Kriegsschwert, das von biederer, sachverständiger Hand zu unserm Heile geschmiedet, bisher begraben lag an geweihter, aber selten betretener Stätte, nun aber in unerreichtem Glanze an das Tageslicht, zur Volker-öffentlich keit gezogen, und in der Weltarena mit sehnigter Faust geschwungen wird. Ehe wir indessen die Leser dieser Blätter mit dem Inhalte der Efes Dammim näher vertraut zu machen suchen, sind wir verpflichtet, bei dem höchst interessanten Vor-' worte des Hrn. Dr. Löwe erörternd zu verweilen.- Der Herr