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Der Orient · 1842-07-30 · Heft 31 (30.7.1842) · p. Seite 247

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 31 (30.7.1842)
Date
1842-07-30
Page
Seite 247 (sequence 13)
Language
German
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247 Und eurer Millionen Jauchzen 'hebt zu den Sternen euch empor. ' Der Erde @ut, des Landes Schätze, das beste Kleinod geb' ich euch: Denn ich bin Gott, der Allerhöchste, und Niemand, Niemand ist mir gleich. Vom Himmel träufelt Segen nieder, aus Wolken strömt Gerechtigkeit, Die Erde öffnet ihre Kammern und spendet Güter weit und breit. Weh' dem, der hadert mit dem Schöpfer um das was er für ihn gethan! Weh' dem, der Seinen Rath nicht ehret und frevelnd greift in seinen Plan! Was? ihr wollt mit dem Vater rechten um seiner Sohne -Rang und Stand? Ihr wollt mir Vorschrift geben wegen der Werke meiner eignen Hand? Die Erde schuf ich und die Menschen, den Himmel macht' ich und die Welt, Und jeden Erdenkönig Hab' ich an seinen hohen Platz gestellt. Ich habe sie gesetzt, zu üben Gerechtigkeit, ich habe sie Mit Kraft und Stärke ausgerüstet: das Völker, das vergesset nie! Sonst züchtige mit scharfen Ruthen, sonst strafe und Verderb' ich euch: Denn ich bin Gott, der Allerhöchste, und Niemand, Niemand ist mir gleich, u. s. w. Eines der Gedichte führt sogar die Ueberschrift: „an die christlichen Fürsten." Beinahe sollte man glauben, daß Jesaias-Haupt die Negierung eines norddeutschen Königs verherrlichen will. Unter den langbeinigen Versen finden sich nur wenige wahrhaft schöne; manche entschieden schlechte. Dr. Ludolf Wienbarg. Personalchronik «nd Miseellen. Aus Hamburg. Der Raum, in welchem H.Pleßner gestern den 18. Juni seinen Vortrag gehalten, war sehr beschränkt und daher überfüllt. Sogar auf der Treppe drängte man sich. — Mehrere der Anwesenden theilten mir mit, daß sie sehr erbaut worden seien und zogen Parallelen, die für die hiesigen Synagogenvorträge Nicht gerade schmeichelhaft lauteten. Bibliographie. (Vgl Nr. 29. HBl. S. 231. in den Miscellen.) Der religiöse Kampf im heutigen Iudenthume ist nicht ein Erzeugniß der unmittelbarsten Gegenwart, sondern die Fortführung eines Streites innerhalb der Synagoge, der schon vor 23 Iahrenän Deutschland heftig geführt wurde, mit dem einzigen Unterschiede, daß man damals diese Fehde großentheils in hebräischer Sprache durchkämpste, und in Bezug auf Argumente viel ernster und zum Theil auch wissenschaftlicher zu Werke ging. Ich meine den alten Tempelstreit, der nicht ein Hamburger, sondern ein Berlinisch-Hamburger wär. Um eine genaue Uebersi'cht über den großen Kämpf zu gewinnen, werde ich die dahin einschlagenden Schriften, unter die gehörigen Rubriken vertheilt, im Orient unter der Ueberschrift „Bibliographie" zusammenstellen. 3. Der Tempelstreit. *) * rron *HD1 Sammlung von Interdicten und Gutachten gegen den neuen isr. Tempel in Berlin und Hamburg. In Verbindung mit mehreren Rabbinen in Deutschland, Frankreich, Italien, Ungarn, Böhmen, Mähren und Polen veröffentlicht von . dem Rabbinatscollegium zu Hamburg. Altona, 1819. 4. Bei Gebrüder Bonn. * pl^n nil 1DD* Sammlung von Rechtsgutachtm von berühmten Rabbinen Europa's für die Kultusreform des neuen isr. Tempel in Berlin u. Hamburg. Gutachten 1. EHpn "jT?, von Schem-Tob b. Josef Chajim Samon, R. in Livorno, in Verbindung mit vielen Rabbinen Jerusalems. II. ^nil von Jak. Vrta Recanati, Rabb. in Verona. HI. rwip von Ahron Chorin, R. in Arad in Ungarn. Dessau, 1818. 4. C. Schlieder. Sendschreiben der Direction des neuen Tempel-Vereins in Hamburg an die Mitglieder desselben. Hamburg, 1818. Sendschreiben an meine Glaubensgenossen in Hamburg, oder eine Abhandlung üb. den isr. Cultus, von Lazarus Nieser in Lübeck. Altona, 1819. 8. (Mit hebr. Schrift.) Bei Gebrüder Bonn. * HDN nnn. Ueber den neuen Tempelgottesdienst, v. Amitai b. Abidaa Achizedek (David Caro in Posen). Kstpl. (Dessau) 1820. 8. I. Theil NND besteht aus drei Abhandlungen. 1. ETlfrTTp-O Correspondenz über Cultusresorm. 2. rro rru Nachweis der Legalität der Tempelreform. 3. ms Dpi4 Kritik des Werkes mD!l ,-z^. 11. Theil ruran rrö oder Dinvi niiDH, oder die Rabbinen, wie sie waren, wie sie sind und wie sie sein sollten. * n.u IW. Abhandlung über den neuen Tempelgottesdienst in Berlin und Hamburg, von Elieser Liebermann, N. in Hennegau. 2 Theile. Dessau, 1818. 4. C. Schlieder. * inyD 1D1. Eine Verteidigung des Tempelgottesdienstes von A. Chorin, Rabb. in Arad. Wien, 1820. 8. Auch in deutscher Sprache: Ein Wort zu seiner Zeit. 47 S. * rro Dpi rUDpil Din v. M. I. Br esse lau, zur Vertheidigung desTempelgottesdienstes gegen niDn 'HD'! Hamburg, 1819. * » In der Preuß. Staatsz. vom 5. Juli findet sich die Bestätigung des Dr. Peter Rieß, der nunmehr ordentliches Mitglied in der mathem. und physik. Klaffe der Berliner Akademie der Wissenschaften geworden ist. In der Provinz Preußen (Ost- und Westpreußen) traten im vorigen Jahre 26 Individuen zum Christenthume über. Ein Dr. Pauli, Canonicus der anglikanischen Kirche, ehemals preußischer Jude, soll jetzt vorzüglich über Texte des A. T. in Berlin predigen und sich hoher Protektion erfreuen. Schon vor längerer Zeit verkündigte man eine Resolution des Königs von Dänemark in Betreff der Ertheilung des Bürgerrechts an die Juden in Schleswig-Holstein. Diese ist nun am Tage vor der Eröffnung der holst. Ständeversammlung erfolgt. Ich theile sie Ihnen einstweilen ohne allen Commentar, nach dem Alt. Merkur vom 6. Juli mit. (Die Resolution wurde schon des Mittags durch das Amtsblatt: die Alt. Adreß - Comptoir-Nachrichten, bekannt). *) Die mit einem Sternchen bezeichneten Schriften sind in hebr. Sprache abgefaßt.

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