Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 30 (23.7.1842)
- Date
- 1842-07-23
- Page
- Spalte 477-478 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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477 Der Geist der talmud. Auslegung der Bibel, von Hirschfeld. Beurcheilt v. Cassel. 478 (S. 191) 3 freilich die Bildung eines solchen Kreises, die Bestimmung der Eigenschaft, durch welche mehre Verhältnisse zusammengebracht werden,' hängt allein von dem Gutachten des Talmuds ab, und lassen sich hierüber keine bestimmten Regeln geben; nur negative Bestimmungen aufzählen, vermöge deren ausgesprochen wird, was nicht zu einem Begriffe gehört, was also seine Eigenschaft nicht auf die Lheile dieses Begriffes übertragen kan in Solcher Regeln sind z. B. p'H&' N? NJ1DDD JOfDN, oder NDJpD NDJp u. s. w., endlich der sogenannte Die Begründung und Erklärung dieser Regeln geschieht gewöhnlich mit richtigem Blick in die Anschauung des Talmuds und hätten wir gern, wenn es der Raum erlaubte, mchres daraus mitgetheilt. Wir beschränken uns daher auf einzelne Bemerkungen. Der Verwirrung, die über das Verhältnisvon '"12"!, rtap '1 «♦ D'IDID herrscht (S. 200), ist schon oben gedacht worden. Nicht minder tadelndswerth ist eine.Flüchtigkeit in Betrachtung einer Talmudstelle, wie wir sie von dem in der Halacha so bewanderten Verf. nicht erwartet hätten. Bei Bestimmung des t^nn wird aus Cholin 18b citivt N-iD/rf? N1H IkTinrn äO'H p’HD.I „ ist das Auffallende etwas Erschwerendes, so kann man erleichternde Bestimmungen herleiten." Sieht man aber die bezeichnete Stelle nach, die sich übrigens in einer sehr bekannten Diskussion Lesindet (jrkwi ynr), so liest man: p-->w NHDin1? pnD4 töipb (DN //wenn man auch keine erleichternden Bestimmungen ableiten kann, so kann man doch erschwerende ableiten", also grade das Gegentheil von dem, was der Vers, behauptet 5S). „In andern Fällen oder in andern Verhältnissen wird dagegen, wie schon angedeutet, jede Bestimmung allgemein angewendet und übertragen. Man sucht in dem Einzelfall, von welchem die Bestimmung ausgesagt ist, eine Eigenthümlichkeit oder eine Eigenschaft auf, vermöge welcher sie ihm zugehören soll" (S. 201). So entsteht die Formel riE „wie wir finden" (S. 202), besser: „was finden wir?" (Vgl. Mifchna Berach. 7, 3. Sank). 6, 2. Men. 12, 5. Lemur. 2, 2). (Daß das gewählte Beispiel S. 203 nur „im Geist des Talmud" gebildet, und nicht aus den Talmud selbst entnommen 58) Weniger wichtig sind Schreibungen wie Sukot (S. 196. A. 3) für Sukka; Elasar für Elieser 197). Eliahu (S. 12) für Elijahu oder Elia (wie S. 82) Malkut (S. 262) für Malkot z Iochanon (S. 316) für Jochanan; Erchin für Arachin. Von den häufig beigebrachten Citaten ist S. 198. A. 2. Nasir 36 b ' in 37 b, S. 199. A. i. Chag. 7u in 6u, S. 200. A. 3. Nida 23 6 in 23 u und S. 201. A. 1. Moed katon (katan) 8u in 7 b zu corrigiren. Eben so bedürfen S. 198 das vierte Citat der j. (nicht 3.) Anm., S. 199 das zweite der zweiten, das zweite der dritten und das der vierten, S. WO das der vierten Anm. einer Verbesserung; S. 198. A. 1. ist vor Bechorot das Wort Tosafot zu setzen. Auch fällt auf, daß aus Ieruschalmi Lhemura 2. Hal. 1. (S. 197. A. 2) cttxrt wird, da bekanntlich zu der ganzen Ordnung Kodaschim der jerufale mische Talmud fehlt. Die Angabe der Sekundcir-quelle (vgl. S. 309. A. 2) wäre hier erwünscht gewesen. ist, bleibt auffallend). Dieses Resultat wird bestritten 1) indem nachgewiesen wird, daß für die Bestimmung noch ein anderer Grund vorhanden sei, daß man diese noch auf eine andere Weise generalisiren könne; oder 2) indem man beweist, daß die Schrift hier die Allgemeinheit nicht habe wollen gelten lassen, indem sie bei einem andern Gegenstände die Bestimmung ausdrücklich zu wiederholen für nöthig befunden ]\S‘ THO D'K3n D'Hira Wenn aber jeder derselben eine Eigenthümlichkeit hat, die denselben als solchen aus der Allgemeinheit zu exeipiren berechtigt ist, und folglich um unter dieser allgemeinen Bestimmung zu stehen, jeder ausdrücklich bezeichnet werden mußte, so bleibt das Resultat des HD zwar dasselbe, aber nicht dessen Theorie. Es ist dieses die desnx pJiD, Eombinationsschluß, der sich vom iJi'ilD HD dadurch unterscheidet, daß sich bei letzterem die Gleichheit von selbst herausstellt, hier erst ein Unterschied zwischen den Gliedern gesucht werden muß \sro HT >6) Ol HT) 59)/ damit es nicht werde cpmrQ und dann in beiden ein gleichartiges Moment (m^n "Ut) ausgeforscht werden, um an dieses die Gesetzbestimmung zu knüpfen. Der Unterschied zwischen tainN 21H2D N2 und D'O’irO SO ist nach dem Verf. kein wesentlicher, indem dort die Gesetzbestimmung einmal aber zu gleicher Zeit von zwei Gegenständen oder Verhältnissen, oder zweimal an verschiedenen Stellen niedergeschrieben ist. Die beiden dafür angeführten Fälle sind wiederum nicht aus dem Talmud selbst, sondern „aus der Memra (richtiger Warajta) des R. Ismael genommen". Im dritten Kvpitel kommen wir zum Schluß des Gegensatzes -)ßim bp, bekanntlich derjenigen Regel, der allein man so viel Verständigkeit und Natürlichkeit zutraute, daß man hier sich nicht an die Tradition zu knüpfen brauchte, wie bei den andern der 13 Regeln, die alle (nach Einigen auch mit den Stetten, wo sie angewendet werden) für dV» gelten (H. O. G. 223). Da nun der -)Dim bp unzählige Mal im Talmud angewendet wird, so mußte er sich auch vorzüglich zu einer umfassenden und durchgreifenden Behandlung darbieten. In der That ist dies Kapitel, selbst wenn man in dieser Hinsicht besonders gründlichen Vorarbeiten der altern Methodologen in Anschlag bringt, unstreitig der Glanzpunkt des ganzen Buches, obgleich man sich nicht verhehlen kann, daß er noch mehr gewonnen, wenn, hinausgehend über jene Vorarbeiten, die Forschungen eben so in die Breite gegangen wären, als sie es in die Liefe sind. — „Durch die Schrift theits, theils durch eine verständige Ansicht zeigt es sich nämlich, daß eine Gesetzbestimmung, wenn eine gewisse Berechtigung sich vorfindet, anzuwenden sei (daher p bw 1p und 59) Der Vers, meint S. 211 der 35* finde sich in der Regel mit ,-jj vyn ni angeführt; dies ist unrichtig, da dies eine höchst seltene Formel ist, vergl. Tos. Baba kama 2 rr, wo ein Unterschied der beiden Formeln begründet werden soll.