Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 30 (23.7.1842)
- Date
- 1842-07-23
- Page
- Spalte 471-472 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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471 Neuhebräische -Poesie. Die Jahreszeiten Seine Absicht scheint dies wirklich gewesen zu sein, denn er fährt fort: '31 ]'2ö phn und spricht recht gut, wenn auch für einen jüdischen Dichter zu flüchtig, von den religiösen Studien als besseren Beschäftigungen in den langen Winterabenden. Daß Alles aber seine Zeit habe, ist auch ein jüdischer Ausspruch. Ferner ist wohl nun die Zeit gekommen, daß auf die Studien, deren Th. IV. 432—554 mit so viel Wärme gedenkt, von ihm ebenfalls hingedeutet werden durfte; und auch das, womit Th. ferner den traulichen Winterabend ausgefüllt haben will, eine Unterhaltung mit weisen Freunden, verdiente nicht von einem jüdischen Dichter übergangen zu werden. — Der Zuruf an die Schlittschuhläufer S. 80: NID '112 DCJ'N Lob 1N2VN mpn D: cinn kann nicht verfehlen, dem Leser ein Lächeln abzugewinnen. -— S. 82 sagt er von einem Knaben, dem das Eis unter den Füßen einbricht: rpT d'öd rw nyi •innn rmyatfaa rnrn allein hier scheint er den unter das Eis Gerathenden mit Einem, der in offenes Wasser stürzt, verwechselt zu haben) m«D ist aber wohl Keiner von beiden. Den Water des Verunglückten laßt er S. 83 sonderbarer Weise sagen: iw crro« Da »An raian sjpji IN'N' 132 anprf» IJOHD plp PiN IM bin nci S. 84 sagt er: NND 'LN s"D' 1N1^>22 l'NDN '21 NN' mx by N'2'^'1 ton by Das thut aber der Winter wohl eher bei seinem Eintritt als wenn er uns verlaßt. Aus der vollkommen gelungenen Schlußhymnc auf Gott will ich noch Folgendes hervorheben: ■pay im 'bi '"W n2VM CM C3L3N '2 ny p«2 1MT '3*ipD ny N3'12N niQIV ny " nn -wpn , vnori n6ya ny i-npn» coyn 'srb pinn von Louis Levy. Beurth. von Herzfeld. 472 Tin ^arrvi Tms% $b c« ^nnw tud Nach diesen Proben von gelungenen und mißlungenen Stellen wird der Leser geneigt sein, mir beizupflichlen, daß der Herr Vers, ein würdiger Nachahmer Thomson's genannt werden darf. Zugleich wird der Leser gefunden haben, daß derselbe eine ausgezeichnete hebräische Diction besitzt; sie ist zwar nicht immer corcect, auch einige Talmudismen haben sich eingeschlichm (S. 5?. 84, wohin man auch gewissermaßen den Gebrauch des Wortes 7?^ S. 67 in der Bedeutung „Hahn^ nach talmudischer Auffassung von Hiob 38, 36 zählen kann), jedoch Germanismen und Härten kommen sehr selten vor. Ich kann indessen nicht unterlassen, eine ziemlich häufig wiederkehrende Erscheinung um so ernstlicher zu rügen, als sie mir ein Ueberbleibsel des widerwärtigen altjüdischen Cento-Styls zu sein scheint, dem ein so großer Meister der Sprache, als für welchen ich den Vers, unbedingt anerkenne, auch nicht die leiseste Färbung feines klassischen Ausdrucks gestatten sollte. Ich meine die mechanische Aufnahme von biblischen Phrasen, die, wenn sie nicht wenigstens nach grammatischer Fügung ihrer neuen Stelle angepaßt werden, nicht bloß schielen, sondern nothwendig geradezu den Zusammenhang zerreißen müssen. So sicht S. XIII. ninpb'P^ nach Jes. 3, 16 für 'J7 rnpfeTp-IJ S. ‘4 n-jn’^ip ny nach 1 Sam. 15, 14 für nr 'p 'd$ S.'9 ‘Tom nnn nach Jer. 1, 13; S. 27 onnsn ny nso rum ro ny cmii $)2b yx tawm ganz unverständlich und aus Jos. 10, 13 zusammengewürfelt; S. 33 12^0^ iDpy ]iy nach Ps. 49, 6, hat aber hier gar keinen'Sinn;'S.'61 ü'MNl nach Hiob 26, 13, aber die grammatische' Auffassung dieser Stelle ist bekanntlich so schwierig, daß es unthunlich'erscheinen muß, sie nachzubilden; dasselbe gilt von üN.y NNY-1 S. 65 .nach Hiob 7, 4 und N1IY Id', nach Jes. 8, 22. j2b PPBrU fib S."'7O ist incorrect und Ausdrücken in 3 Mos. 13 in der angegebenen Weise nachgebildet. S. 72 steht p^y^n ^3 Tß ' nach Jes. 21, 12, hat aber durchaus keinen Sinn. Darüber, daß der Vers, es sich sauer gemacht'hat, in Reimen zu schreiben, während sein Vorbild Th. reimlos schrieb,, läßt sich mit ihm nicht rechten. Auch hat der Dichter das Recht, welches der Vers. S. XI. in Anspruch nehmen zu wollen erklärt, jedoch mit großer Mäßigkeit gehandhabt hat, nämlich neue Wörter zu bilden, vorausgesetzt, daß die Bildung sprachgemaß ist; denn erst derjenige, welcher für sein Bedürfniß neue, adäquate Ausdrücke schafft, handhabt die Sprache auf