Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 29 (16.7.1842)
- Date
- 1842-07-16
- Page
- Spalte 461-462 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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461 Religionsphilosophie des Ahron ben Elia ■: zur Wahrheit erhebe, und in seiner Heimath verfolgt werde, derselbe anderswo eine Zuflucht finde. Die Prophetie und ihre Maniftstation^weise wird' ausführlich S. 163 ff. behandelt. Nach yec Ansicht der altern Knraer gab es hierin sechs Stufen, welche mit HID DD1D S.- 168 bezeichnet werden, nämlich: ^xhü nNnjn ruop, 'n idd, t£npn nn, ns hx hd D‘6n. Die spätere Eintheilung, welche Ahron S. 169 den ■ xhm pp Dnmn npin'D^nriN zuschreibt, hat nur vier Stufen, nämlich: üftn, riNDD, ttnpH nn dd hx;id. S. 175 giebt Ahron auch den Grund an, warum die Karaer nicht an die Tradition glauben, denn es heißt Dt. 13, 1. p)'vu xhr vhy *pDin xh Pönj xh p hy) wn p ntw minn nvin ytu ks* üdb DnD.N^ 'dd rfapn nnn wm hd byiw nnra nn:ap -min by tw a^ran niDDinn. Dann heißt es daselbst: nnm rr^n hnid^ P' nioiraD rm po^i nnrn xh) nsnEi DinDn vhy Tyrity idd hm) rmn 'nbi. ,S. 198 findet Ahr. D'non HTin schon deutlich im Deut. 32, 39. ausgedrückc, desn da heißt es n'DN 'IS1 xt>m wi 'nano nnw, so wie sich nun notv auf die Person bezieht, worauf 'NLNO geht, eben so■ Jrnttl.auf die, von welcher n'bdr gesagt worden. Eine Erklärung des Ausdrucks py p für den Aufenthalt der seligen Menschen findet sich S. 200. Wir finden diese Benennung nur bei Adam, wo derselbe >. Nikomed. Herarrsgegb. v. Dr. Delitzsch. 462 ein immerwährendes Leben führen sollte; die also nach ihrer Auferstehung ein ähnliches Leben ohne Ende haben, -ie müßten also da ihren Sitz haben. In welche Absurdität die Karaer aber verfallen durch ihre Nichtannahme oder Umgehung der Tradition, ersieht man aus der Frage S. 204, wo in Beziehung auf Lev. 7, 18. um vtöw nnt ntsoD feN* fean dni )h DOT xh lnw DnpDH .DSTP xh bic Fraqe aufgeworfen wird, warum das rechtmäßige Genießen des Fleisches in den ersten zwei Tagen nicht dem verbotenen Genüsse des dritten Tages die Wage halte? Darauf hat er zwei Antworten, entweder das TOT xb bezieht sich wirklich nur auf das letztere unrechtmäßige Genießen, wonach das Opfer giltig wäre, oder es wurde mehr am dritten Tage verbotener Weise genoffen, als an den zwei ersten Tagen, weswegen daS Opfer ungiltig wird. Nach der Tradition, der auch Mendelssohn, N-ggio, Johlson und Herxbeimer in ihren Übersetzungen des Pentateuch folgen, ist der Sinn dieses Verses „Wenn aber hat gegessen werden sollen von dem Fleische am dritten Tage, d. h. wenn der Schlachter beim Schlachten die Absicht Hatte^ rc. dann ist es verworfen. Man vergl. die Cemment. zu d. St. Die Ausstattung des Werkes ist schön, das Onomastikon und die Register sind sehr zweckmäßig. Bei den hinzugefügten Excerpten aus arabischen Handschriften sollte noch eine Übersetzung hinzugegeben sein. M. Heß in Trier. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 1L Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. Das „ Sendschreiben u des Herrn Dr« S a l o m o n, »Prediger Ln Hamburgan den Herrn Dr. Frankel, Oberrabbiner Ln Dresden, und dessen „ Erwiederung " hätte man glauben sollen, müßten ein anhaltendes und vielstimmiges Echo Hervorrufen in den jüd. Zeitblättern, so wohl vermöge ihrer Bedeutsamkeit selbst, als wegen der Celebrität der Stimmführer; aber von diesen: allen keine Spur. Der Schlüssel zur Lösung dieses Räthsels liegt in den materiellern Interessen, welche, das Hainburger Feuer und das Berliner projecrirte Judengesetz in Rococo? Geschmack herbeigesührt. Das Judenthum -und die Juden sind im Allgemeinen materieller Natur.. Sie lieben mehr die Praktik als die Theorie, mehr die Lhatsache als die Prineipien - Fragen. Es hat aber diese Polemik eine so ries ins jüoische Leben eingreifende Richtung, daß einige unparteiische objectiv gehaltene Bemerkungen nicht überflüssig sein können. Der witzige Styl des Sendschreibens hat in hiesigen Kreisen unangenehme Gefühle angeregt und Herrn S. manche Herzen abgewendet. Diese H. Heine'sche Manier ist einer so ernsten Angelegenheit höchst unangemessen, ob sie von Hirsch gegen Creizenach — oder von Salomon gegen Frankel gebrauche wird. Wir glauben nur gerecht zu sein, wenn wir dagegen die Sprache des Dr. Frankel im „Gutachten" wie in der „Erwiederung" gemessen und ganz dem Charakter eines gelehrten Rabbiners, den der religiöse Ernst der heiligen Sache aufrichtig begeistert, entsprechend finden. In der Sache selbst hat natürlich das „ Gutachten" Frankels, wie man zu sagen pflegt, den Nagel auf den Kopf getroffen, so — daß eben dieses Sendschreiben hervorsprang. Allein letzteres geht in der Hauptsache — man entschuldige den vulgären Ausdruck — wie die Katze um den zu heißen Brei; und.die Frankelsche „Erwiederung" macht dies Herrn Dr. S. noch einmal recht verständlich. Letzterer beklagt sich S. 4 — 5 über die Ausführlichkeit des Fr. Gutachtens und meint y-))j „ Alles Ueb er flüssige schadet;" aberH. S. weiß recht gut quae nocent, docent, und was dem einen schadet, nützet dem Andern. Hat das ausführliche Gutachten der Hamburger Tempel-Gesellschaft geschadet, so hat es wieder ^xn^' h'D genützet. Denn das muß man dem Herrn Dr. Frankel zugestehen, sein Gutachten ist im Geiste und aus dem Herzen einer ungeheuer großen Majorität der Israeliten gesprochen. Und warum sollte er nicht so ausführlich sein? Es hatte dieser angesehene Geistliche nicht etwa nur die Interessen, des Hamburger Tempels,