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Der Orient · 1842-07-16 · 29 (16.7.1842) · p. Spalte 463-464

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
29 (16.7.1842)
Date
1842-07-16
Page
Spalte 463-464 (sequence 8)
Language
German
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4tzA Literarische Unkündigungen, 464 sondern'die dcs ganzen Israels überhaupt und die der . Wahrheit der ganzen religiösen Erscheinung insbesondere zu vertreten. Vielmehr glauben wir, ohne in der Sache selbst Partei ergreifen zu wollen, diesem Manne tausend Dank' schuldig zu sein, der mit freiem Muthe, den freilich nur eine vielseitige und gründliche Gelehrsamkeit eingeben kann — das Panier der Wahrheit ergreift und es hinpflanzt auf das-von seinen Kämpfern verlassene Schlachtfeld. Eine Vergnügungsreise führte uns nach Wien, wo wir so glücklich waren den ausgezeichneten Prediger Herrn Dr. Mannheimer predigen zu hören. Unsere Aufmerksamkeit wurde von diesem höchst erbauenden Vortrag um so mehr gefesselt, als derselbe den Messias-Glauben zum Thema hatte; und so wurden wir in der That höchst überrascht, diesen gelehrten Geistlichen genanntes Dogma ganz im Sinne der Frankelschen Erwiederung wanisestiren zu hören. Schon der Muth und das den israelitisch religiösen ' Charakter Stärkende, welches diese nur so historisch getreu entwickelte Idee in sich trägt, machte den erhebendsten, und nachhaltigsten Eindruck aus uns. Wenigstens ist es ein untrügliches Zeichen eines kräftig wieder erwachten Selbstbewußtwerdens der. Synagoge. Das Kriechen und Buhlen nach der großen Masse Beifall und die .Furcht, einen Fetzen Bürger - Recht zu verlieren, wenn man dem Glaubens-Recht genüget, scheint doch endlich zu weichen. Die idealistische Ideeeines „Priesterreichs" ist nur eine einseitige Auffassung des Messiasglaubens, welche in ihrer Alleingeltendmachung eine verabscheuungswerthe Politik zum Vater einen Enoyklopädismus zur Mutter und den Indifferentismus zur Hebamme harte. Die Art aber wie Herr Dr. S. die Frankelsche Auffassung des Mefsiasglaubens m:t einem aufrichtigen Patriotismus in Conflict zu bringen sucht — riecht stark nach der Schule Wolfgang Menzels. Von einem Salomon hätten wir ein solches Verfahren nimmer geglaubt, stünde es nicht schwarz auf weiß vor uns. Wir dachten, die Zeiten wären vorüber/ wo ein christliches Beifalllächcln einen Israeliten zum Epialtes schaffen könnte, aber die Welt hat nur das Eine Wahre: daß sie voller Täuschungen ist. Die Sage erzählt es uns ja, daß selbst einen Salomon, den Prediger in Israel, der Asmodai vom Throne werfen konnte und neun Jahre Statt seiner das Seepter führte. i-Iomo diu vivendo inulta, quae non vull, videt. Prag, den 4. Juli 1842. Eine Anfrage an den Verfasser des „Abtalion.“ In dem ersten Theile des neu erschienenen Kinderfreundes „Abtalion," für Israeliten, Deutscher Theil S. 31. heißt es: „Von Ostern bis Pfingsten sind sieben Wochen." Wie sollen dies die jungen Israeliten verstehen, wenn sie dazu in den gleich darauf folgenden Zeilen lesen: „Auf dem Berge Sinai wurden die zehn Gebote gegeben?" — Sollen einmal israelitisch deutsche Lesebücher eingeführt werden — von dessen Notwendigkeit wir die unbedingteste Ueberzeugung haben — dann können wir solche vorkommende verwirrende Begriffe nicht stillschweigend gut heißen. Gerade weil wir uns von der übrigens recht guten Brauchbarkeit dieses Buches überzeugt haben und weil es unter allen ähnlichen Erscheinungen das Empfehlenswertheste ist, fühlen 'wir uns zu dieser Bemerkung veranlaßt. M. Schwarza uer. [99*] .So eben sind erschienen und durch C. L. Fritz sch e in Leipzig zu beziehen: rin rr6 Kalender der jüdischen Gemeinde zu Berlin auf das Jahr 5603, bearbeitet von Dr. Heinemann. Dieser seit einem Jahrhundert erscheinende Kalender ist der reichhaltigste unter allen seiner Art, und in Beziehung aus den Kultus der r e i ch h a l t i g st e für Berlin und alle Gemeinden, die denselben Ritus' haben , wie solches die vorgedruckte Approbation des Rabbinats ausdrücklich erklärt.. Preis 5 Sgr. Kalender der Juden auf 5603 (deutsche Schrift) für Frauen, von demselben Herausgeber. Preis 5 Sgr. Wandkalender, hebräischer, auf 5603 zum Gebrauch in den Synagogen und in den Geschäftszimmern, von demselben. Preis 64 Sgr. [100.] Von C. L. Fritzsche ist durch alle Buchhandlungen zu haben: cm:w nun oder die Pesaeli-Hagilllcl, travestirt fürs Purimfest, von Dr. H. Somerhaufen, Verfasser der Epigram, hebrai ca-etc. Brüssel, 1842. Sehr compact und correct autographirt. 16 S. gr. 8. Netto 10 Ngr. [loi.] Israelitische Schulbücher, zu Partie-Preisen. Durch alle Buchhandlungen ist von uns zu beziehen: AMVAIAOM I. Erstes Lese- und Sprachbuch für die israelitische Jugend, zur Weckung religiöser Gefühle. Bon I. H. Jacobson. Preis gebunden 7-g- Sgr. Partiepreis bei Abnahme von we-° nigstens 20 Exemplaren auf einmal, gebunden nur 5 Sgr., roh 4 Sgr. NB. Ist nur in größeren Partien roh zu haben, sonst stets gebunden. ABTAMOSF II. ©n Lesebuch für die israelitische Jugend, zur Weckung und Hebung religiöser Gefühle. Von I. H. Jacobson» Vor dem' Druck geprüft und zum Gebrauch für die Jugend empfohlen vom Rabbiner Dttv. Deutsch, Ober- Land-Rabbiner Hirsch, Dr. Lttdw. Philippsott und Dr. I. M» Jost. Preis 15 Sgr., gebunden 17^ Sgr. Partie-Preis bei Abnahme von wenigstens 20 Exemplaren auf einmal, gebunden nur 12\ Sgr. roh 10 Sgr. F. E. C. Leuckart in Breslau. Verlag von C. L. Fri tz sch e. Druck von I» H. Nagel.

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