Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 29 (16.7.1842)
- Date
- 1842-07-16
- Page
- Spalte 459-460 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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459 Religionsphklosophie des Ahron den Elia von Nikomed. Herausgegb. v. Dr. Delitzsch. 460 Bon Gehässigkeiten oder Schmähworten , womit die Karäer nach der Bemerkung 9.- S. 186 des Werkes: „Auswahl historischer Stücke (Berlin .1840)" niemals zur rückhaltend waren, ist der Ez Chajim frei. Des Anan, als Stifters der karäischen Sekte, wird hier nirgends Erwähnung gethan. Auch über das Alter dieser Sekte, welches dieselbe gern so hoch Hinauftücken möchte, so daß sie der eigentliche Nationalkörper sei, von welchem um die Zeit des Königes Hyrkan die Pharisäer oder Rabbaniten als abtrünnig gewordene Glieder sich losmachten, ist hier nichts angedeutet. Bergl. hierüber noch Kerem Chemed 5. S. 203, wie auch Prolegomena S. H. Anm. 4 gelesen werden muß. Die Exegese des Ahron verleugnet ihr Zeitalter nicht. So erklärt er Ps. 111, 1 — 3 folgendermaßen S. 37. äb b22 'fl mw in der Bedeutung b2Wr Verstand, wonach der Prophet sagt: Ich erkenne Gott auf jede Weise my) lTO^ "NM, sowohl nach der Weise der der philosophisch Gebildeten, als auch der my des gemeinen Volkes, ~yb rroy inpiiJi Vbys "nm “nn, ~nn bedeutet die Engel, nn.li die himmlischen Sphären, DpNM die vergängliche Welt, die NOOINM NNN.N Lbiy; aus diesen Dingen nehmen die Dn^ einen Beweis für das Dasein Gottes. Der gemeine Mann hingegen kann nur durch Wunder angeregt werd.cn,. deswegen fahrt er fort n&yy 121 vnvhzh. Die eben genannten drei Gegenstände werden von David auch angegeben Pf 103, 20—22. bl 'H irra,?DNbß 'H Erp, rN25f .- hl 'n D"Dv -was - wieder im folgenden Kap. ausgedcückt wird durch DEOb Tim nn und :nDbtsb T\' rroy. David habe nun absichtlich zwischen diesen zwei Kapitel getrennt, um nicht deutlich anzugeben, was Moies verschwiegen, indem derselbe bei der Schöpfung das Dasein der Engel nicht angegeben har. S. 47 erklärt Ahr. Aach. 2, 1/ )unp ]PDD myi *0 durch np.nnND wpQ, wo niNtsr und rrpyj zusammengestellt werden, als wäre die Radix „schreien", welches sich im Talmud (Berachot 3, u) vom Esel gebraucht findet. — S. 49 erklärt Ahr. Ps. 73, 20 DD^ mp nnn, in ihrem Körper und wegen ihres Hanges zum Körperlichen verachtest du, Ewiger, ihre Seele. — S. 65 nimmt Ar. in dem Verse Prov. 14, 14. aro mx-vbyD) sb jiD/ynißn das rby als Gegensatz von rovr und versteht unter ersterem „Niedrigkeiten", unter letzterem aber „Erhabenheiten", wonach der Sinn wäre „an seinen Niedrigkeiten sättigt sich der Verstellte, an Erhabenheiten aber der gute Mann". -- S. 67 erklärt Ahr. Exod. 24, 11talEn m bttl „Auf die Vornehmsten der Kinder Israel sandte er seinen Geist nicht, weil sie bei der Gotteserkenntniß nach dem Sinnlichen, strebten". — S. 91. erklärt Ahr. Exod. 6, 3 N^> 'n Düb vpm die Patriarchen Hätten wohl diesen Namen gekannt , aber nur Ln der Bedeutung des -Daseins Gottes, nicht auch in der Bedeutung, daß alle Wirkungen von ihm Herrühren^ Denn dieser Name enthält ja nach seiner Punktation im Kal oder Nifal den Ausdruck des Daseins und des Hervorbringens. Aus dieser Ursache soll auch dieser Name nicht ausgesprochen wer- ' den (wie das noch Sitte ist in der Synagoge), weil nur eine Punktation damit verbunden werden kann. Nicht uninteressant ist auch die Erklärung des Schemaja von Negroponte S. 93, welcher nach dem Onomastikon S. 328 rabbanitischer und nicht karaischer Lehrer war, von nvniN rwy dw p di# nämlich mn bn mno nsy, womit Ahron übereinstimmt. Ob aber unter den dort genannten rfopn ''MN die Kabbalisten oder die Rabbaniten zu verstehen sind, könnte einigermaßen zweifelhaft sein; er scheint aber doch die letztem zu meinen, denn S. 137 werden sie den N'^NpN WN entgegengesetzt. Job und seine Leiden beschäftigen auch diesen Verfasser. Er entscheidet sich indessen S. 137 für die Meinung, daß Job in dm Zeiten Moses gelebt habe, welche Meinung nicht im Widerspruche stehe mit der Ansicht im .Talmud, daß. Moses der Verfasser des Buches Job sei. Hier S. 138 erfahren wir auch die Ansicht der Karaiten über den Conttoverspunkt des Job und seiner Freunde: Job erklärte sich als durchaus gerecht und seine Leiden als Liebeszüchtigung raiN niD’ und hofft auf eine zukünftige Vergeltung bei der Auferstehung der Todten, deßwegen sagte er 27, 6. TipTHn TipTi hehn Nbi und 15, 26.;rinNt t 'nym Dp'1 nsy by. Seine Freunde erklärten ihn für strafbar, dessen Leiden durch seine, oder, wie Bildad meint, seiner Kinder Sünden verwirkt wurden. Sie schließen eben aus. seinen Schmerzen auf seine moralische Schlechtigkeit und ermahnen ihn zur Buße. Daß die Ueberliefecung der Tonzeichen n‘XU auch bei den Karäern iw hohem Ansehen stand, ersehen wir aus S. 146. Hier erfahren wir auch die Ansicht derselben über die bei den Rabbaniten so geläufigen 33 nnD, Eigenschaften Gottes, wie sie Exod. 34, 6. 7. erwähnt sind. Sie zählen deren nur 9 oder 12. Die letztere ist bei ihnen nicht »Np3,, wie bei den Rabbaniten, sondern nna py npiD npj' xb npn. Interessant ist auch die Ansicht des Ahron S. 154 über das adamitische Verbot, vom Baume des Erkenntnisses etwas zu genießen. Er geht von dem Grunde aus, daß es dem Adam nicht verboten sein konnte, von diesem Baume zu essen, denn sonst wäre er ja umsonst da gewesen; vielmehr war ihm nur ein Uebermaß des Genusses verboten. Deswegen sagte auch die h. Schrift bDNob yyn nuo o nwm denn sie hatte schon seine Früchte genossen, nur nicht im Uebermaße. Die Menschenwürden nach Ahr. S. 357 deswegen verhindert, den Thurm zu Babel weiter zu bauen, durch die über .sie verhängte Sprachverwirrung Gen. 11, 4, damit der Jcrthum, in dem sie schon befangen waren, nicht Consistenz gewinne, sondern wenn Abraham sich nachher