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Der Orient · 1842-07-16 · 29 (16.7.1842) · p. Spalte 455-456

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
29 (16.7.1842)
Date
1842-07-16
Page
Spalte 455-456 (sequence 4)
Language
German
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455 Der Geist der talmud. Auslegung der Bibel, von Hirschfeld. Beurtheilt v. Cassel. 456 sender Verhandlung Pes. 3 a und b stellt der Verf. einen klarern und verständlicheren Sinn auf, als der gewöhnliche nach Raschi und Lofasot, überflüssig ist jedoch die „abweichend von R. u. gegebene Erklärung von P133 durch „lästern, schänden", wobei das Syr. und Arab. zu Hilfe genommen wird. Denn auch R. und T. legen dem Nil diese Bedeutung bei, wenn sie auch kein Arabisch wußten, weichen aber im Ganzen von des Verf. Auffassung ab. Zugleich müssen wir hier die barbarische, halb aramäische, halb arabische, aber gar nicht hebräische Schreibart Losifat statt Lofasot, wie consequent durch das ganze Buch geschrieben wird , rügen 51). Endlich wird noch des bekannten und so häufig angewendeten Satzes » 'TO. NSTP JOpö.pN („gewöhnlich ergeht sich die Schrift nicht in einer ungewöhnlichen Redeweise") Erwähnung gethan. Im Ganzen aber hatten sich diese ästhetischen Ansichten .keiner besondern Ausbildung und keiner häufigen Behandlung zu erfreuen. „Hierzu kommt auch, daß im Talmud, einem Buche, das nur dem Contr overs über Gesetzbestimmungen, und der Behandlung der Mischna bestimmt war (?), auf die Erklärung der Bibel nur insofern Rücksicht genommen wird, als dadurch die Gesetze und Gebräuche in der Bibel begründet und nachgewiesen werden." (S. 151.) So ergeben sich denn hieraus die hermeneutischen Grundsätze des Talmuds, welche dieser auf die Schrift überträgt: die logische Eintheilung nach Begriffen (S. 152, wobei Deut. i8, 4 statt 18, 3 zu lesen), das sogenannte rrk'npDn HW, der Grundsatz rvOtW .rvitfiOt >T)DNlL£> n&£H£52) b HD mnntiü "QN Baba kama 64 b (nicht a), der wenn von einem Gegenstände etwas ausgesagt wird, um anzudeuten, daß es bei einem andern nicht statt finde (wozu aber ein Beispiel fehlt); der 'bl, wo man sich über den Sinn eines Wortes oft erst durch eine dritte, vierte Parallele Auskunft zu verschaffen sucht, wofür als Beispiel das bekannte ttfisriD HNteö rc. Pes. 7b (nicht 6d) S. 156 angeführt wird"). &ie DOIDD (dessenAntithese pjyn pmH Moed katan 26 a und oft. Hat. Otam 4, 3. §. 300 hier vermißt wird); das Aufgeben eines Satzes, der nur sich begrün- 51) Auch hätte es . zur Deutlichkeit beigetragen, wenn der Verf. bei Besprechung jener Verhandlung darauf aufmerksam gemacht hätte, daß an der citirten Stelle Lev. 15, 26 nicht das Wort 2WC m Parallele zu ninD ib. 15, 9 (nicht 10), sondern MAI' gebraucht wird; das Wort kommt Ln jenem ganzen Kap. nicht vor. Auch die beiden Sätze Hiob 15, 5 (nicht 4) und 33, 3 sind nicht ganz nach der ihnen Pes. 3a b'eigelegten.Bedeutung erklärt. Auch ist Pes. 3, 6 (S. 149) in 3 b zu corrigiren. 52) Bei dem Verf. heißt es hier (S. 153) *0*1 tO, und doch sind die Feminina HHDNJ ^c. veibehalten. 53) Hierbei ist wohl S. 156 in dem Satze: „Mit Licht sucht man; durch Suchen findet.man; folglich um des Nichtsindens sicher zu sein, muß man mit Licht suchen" ein „Nicht", zu viel eingeschoben. det, aber einem andern widerstrebt, gegen einen andern, der sich und den andern bestätigt, vergl. die Auslegung von Lev. 6, 7 (nicht 8) in Menach. 19 6."); endlich das px» xhx 7p npn, das zwar sehr gut erklärt wird als keine wesentliche Veränderung und wirkliche Correktion, dagegen in den 3. Abschnitt (n&yvi) gehört. (Man vgl. hiermit f. 40 3 b). Es fehlt ein Beispiel. — Im Ganzen, aber ist die Textauslegung oder die Hermeneutik von sehr untergeordneter Art, weil der Text nur dazu verwendet ward, um die Gesetze und Gebräuche auf Speeialitären zurückzusühren. „Wir haben daher nur in sehr kurzen Umrissen die Hermeneutik darzustellen gesucht, und weil sie nicht charakteristisch genug uns erschien, nicht einmal alle Regeln und Grundsätze, die wir ermittelten, aufgezählt und angegeben" (S. 167). Desto ausführlicher und befriedigender ist der zweite Abschnitt: >rac> Deduktion, Schluß, Folgerung. Wenn nämlich der einfache Wortsinn des Textes nicht das besagte, was er nach der subjectiven Ansicht besagen sollte, so versuchte man, eher zum Derasch noch seine Zuflucht zu nehmen, durch Schlüffe und Vergleichungen den gesuchten Inhalt zu finden. Und zwar nicht nach Wesen und Bedeutung der Gesetze wurde geforscht, sondern nach der Beziehung und dem Einflüsse auf anderweitige Verhältnisse. Dabei ist nun vor Allem die Allgemeinheit eins jeden biblischen Gesetzes hervorzuheben. „Die biblischen Gesetze sind eben so wenig für Einzelfälle berechnet, als es die Gesetze der Natur sind. Sie sind nie, wenn es nicht ausdrücklich vermerkt ist, oder besondere Umstände sie als Anomalie bezeichnen, auf einen einzelnen Gegenstand oder einen Einzelfall bezüglich. Jedes Gesetz und jeder Gebrauch ist als ein allgemeines Grundgesetz zu betrachten, das in gleichen Verhältnissen sich auf alle Gegenstände erstreckt" (S. 171). Dieses Verhältnis; kann nun ein zweifaches sein; sie können einander widersprechen, oder nur auf einander einwirken; letzteres wieder durch Gleichheit oder Aehntichkeit, die zwischen den Gesetzen herrscht, oder durch den Gegensatz. (Fortsetzung folgt.) 54) Eiire Ungcnauigkeit im Citiren findet sich wieder S. 162, wo aus Joma 52 a und b citirt wird: n&^DH jnDH Di“6 ]-K (so liest auch der NIDIH 'bb nach Iabin Schemua), während es dort wirklich heißt: DbNHpQ AON ■y-Dn DD1? ]'K mirp (es fragt sich überhaupt, ob der Talmud irgendwo p',DE) für unser „Vers" gebraucht); eine Ungenauigkeit, die nur dem deutschen Ausdruck anheimfällt, N S. 167: ,Ja selbst im Sifri, Sifra, Ielamdenu und den Midraschim; ferner der maseuline Gebrauch von Kal und Piel S. 157. A. 1. Endlich ist S. 170. A. 2. Sota 14 a statt 16 a zu lesen.

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