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Der Orient · 1842-07-16 · 29 (16.7.1842) · p. Spalte 453-454

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
29 (16.7.1842)
Date
1842-07-16
Page
Spalte 453-454 (sequence 3)
Language
German
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453 Der Geist der talmud. Auslegung der Bibel, von Hirschfeld. Beurtheilt von Cassel. 454 lexikalischer Wissenschaften von den exegetischen Studien rc. -Die sogenannten dn (z. B. das des R. Akiba s. Zunz G. V. S. 168), von denen der Vers, richtig bemerkt, daß sie mehr kabbal. als -grammatischen (aber auch ethischen, wie das des ben Sira) Inhalts gewesen seien, gehören gar nicht in das talmudische Zeitalter, und ein „Werk scheinbar grammatischen Inhalts, welches dem R. Asche zugeschrieben wird" (wahrscheinlich meint der Vers, das ^n.M Mlpin ^D'D bei Zunz S. 407. Anm. 6) hat gar nie existirt. Was endlich die kritische Sorgfalt betrifft, mit der die Talmudisten den Text bewahrten, so ist das schon im Allgemeinen wohl richtig, daß man ihnen zum großen Theil die Erhaltung des richtigen Textes verdankt; aber daß der Text, wie er dem Talmud vorlag, durchaus nicht von dem unsrigen abgewichen (S. 141), ist nicht zu beweisen. Abgesehen von der Unsicherheit über die die niatres lectionum (Pes. 3 a), welche die Talmudisten selbst eingestehen, finden sich im Talmud mannigfache Abweichungen vom biblischen Texte, die übrigens mannigfache Erklärungen zulassen. Entweder citirt der Talmud ein Verbot mit der Formel pn, wenn auch in der Bibel v\p steht z. B. Mischna Pea 6, 4. Bikk. 3, 3. Seb. 8, 10. Kidd. 1, 7. oder er eitirt nur die bezüglichen Worte mit Auslassung der unwichtigen, und das vorzüglich bei stehend gewordenen biblischen Phrasen z. B. up) — Kidd. 14 a. (das einzige Beisp. dieser Art, das der Vers, anführt S. 141. A. 2) das so häufige nnMl — HNOM (Deut. 24, 2); das eben nicht seltene myr, iP^Mi— m;M Mischna Sanh. 1, 6. nach Num. 35, 24. 25. ip Dpt — h mw. Baba kama 44 b. 86 a oder er eitirt ungenau, indem die Stellung, die er den Worten giebt, unmerklich etwas von ihrer Formation oder Eonstruktion abändert, oder mehre Verse in einen zusammenzieht z. B. rüD) T\2Q) Baba kama 77 b., dagegen Exod. 21, 37 rop IN TDü\, wie richtig Mischna Baba kama 7, 1 eitirt wird. — Mischna Ketubot 3, 2. poN rp,T n!? ONl, dagegen Exod. 21, 22. r» pDN rprp N'b 1 h.h — Macc. 18 a eitirt der Talmud den Vers: dipD3 pMpN M -JDP rfoNl OW HNOm, ohne daß sich ein solcher irgendwo fände; die Glosse verbessert: Oipw yrbx M '&b dp ontow hop onNom, aber auch so ist noch nichts verbessert; wenn man liest nm DrusOn) M M DHpDNb so ist dies Citar aus Deut. 12, 6 und 7 zusammen geschmolzen; liest man aber DNNOT DlpDO’ pMpN M OD* 1? rte-NI HDW so ist gar Deut. 12, 6 und 14, 23 zusammengezogen. Bekannter ist die Stelle Erub. 2 a (nicht 2, 6 wie beim Vers.) wo eine Wibelstelle riHD btt eitirt wird, die schon Tosafor, und nach ihnen die Methodologen (Hat. Olam 2, 2. Z. 152) 48) für eine Zusammenschmelzung aus Ezech. 40, 48. erklären. 46) Das Citat aus Horaz Sat. (11, 9) S. 139. Amn. i. soll heißen: 1, 9. 70 (und 5, 100), so wie auch das aus Sabb. (34 b) Anm. 2 falsch ist. 47) lieber ähnliche Citate aus der Mischna siehe Hal. Olam 2, 2. §. 141. 48) Vgl. Bahn kama öl b; q'MD "löW 2)F0n )'by Was nun die ästhetischen Ansichten des Talmuds über die Bibel betrifft, so steht zuvörderst die oben an, daß sich Gott, wenn sonst nichts hinderte oder "abzuweichen nöthigte, der menschlichen Redeweise bediene, bin Mn ferner, daß die Bibel nicht in Bildern rede, (mit Ausnahme von 2 Stellen, Ex. 22,2. 21, 19.)-*°). Beiden Ansichten liegt überhaupt die zu Grunde, daß die Schrift nach Deutlichkeit strebe. „So soll der Deutlichkeit wegen die Schrift sich gewöhnlich und gern des Wörtchens bedient haben" (S. 141); die hierzu- (Anm. 1) citirten Belegstellen Macc. 8 6 (soll heißen 8 a) und Menachot 43 b belegen dies jedoch nicht. Dort sagt der Talmud, durch werde ausgedrückt, es bleibe dem Menschen anheimgestellt, ob er die in Rede stehende Handlung ausüben oder unterlassen wolle (dtoi NOM Pd NM P2 bNM DttfN); hier wird es von den gar nicht verwendet (Mp yum NP DL7N pm)), R. Schimeon aber zieht daraus einen, jedoch nicht .den obigen Schluß. Eine Wiederholung von Menach. 43 b, aber mit unsicherem Texte ist Seb. 18b, welche Stelle Anm 2 neben Kidd. 57 a als Beleg dafür eitirt wird, daß doch zuweilen -)WN zur Bedeutung einer Lehre verwandt wird; aber auch hier ist es noch zweifelhaft. — Ferner vermeidet die Schrift nach der Ansicht des Talmuds unanständige oder beschimpfende Ausdrücke, und umschreibt sogar zuweilen lieber, als daß sie so einen Ausdruck gebrauchte „Der Ausspruch heißt: bx nPiyp oiron Dpiy nni^ Pod MDI D"iN (Pes. 3 a)". Der Vers, scheint bei Diron abge- und den Sinn des Ausspruches unterbrochen zu haben, weil hier gerade die Zeile ausgeht, da sonst zur Vervollständigung des Sinnes noch 'Dl nViTiN hinzu zufügen war. Auch die Stelle aus Baba barra 123 a. ist nicht genau citirt und soll heißen hndü HDrn nilO T20N PIMDH. “DT D^pOSI nUD 2irDH im vb. In der Erklärung der verwickelten und mannigfache Erklärungen zulaspN in npn mü'-rtiMO' mm.o» p-> npn bx 2)u Tr bt6 . nvm Vpjod DiD yion Pn niü -nh ootq nrcyyb. ■ Bekannt ist, daß Sirach .mit den Formeln denW (Erub. 65 a), D-ren (Ebend. und Ber. 48 a) citirt wird, und daher die Späteren, die nur. in den kanonischen Schriften bewandert waren,' wegen Aufsuchung dieser Stellen in Verlegenheit setzte. Vgl. Tosafot .Baba kama 81 a. Zunz. G. V. S. 102. Anm. a. — Ueber wirkliche Abweichungen vom masoret. Texte vergleiche man die Einleitungen ins A. T. 49) In der hierzu gehörigen Anmerkung sind die Belege Sota 24a und Men. 17 b zu streichen, und Niddah 34 Ir in 44a zu corrigiren. Die Vereinigung dieser Zlnsicht mit der des D7N 03 min'’TT\yi üb TJ scheint uns gezwungen. 50) Die zum Beleg des Letztgesagten aus citirte Stelle heißt nicht, wie hier, Wyn n HM DMjI Di^3 mno roPm bzfü sondern er sagt im Namen des ponD (SR. Joses Karo) 'NOM MHN W NM Pwd n rpnw nnm pn bm \wbi ü%':W2 212 Die erste Quelle hierzu ist übrigens Ialkut Ex. 2!, 19, wie der Vers, selbst weiß (S. 361). Hierher waren auch die Mischna Megilla 4, 9 erwähnten, wegen ihrer metaphorischen Auffassung für ketzerisch erklärten Auslegungen der Mo lech- und Blutschande-Gesetze zu ziehen. 29*

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