Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 27 (2.7.1842)
- Date
- 1842-07-02
- Page
- Spalte 425-426 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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425 426 Unsterblichkeitslehre der alten Hebräer. Bon Isidor Kaempf. Ü22pnrn ^-2L'N l'nbdr niw „O Ewiger, mein' Gott! möchte doch die Seele dieses Kindes wieder in seinen Körper zurückkehren!" — „Der Ewige erhörte das Gebet des Elias" wi — irnp-pg ats'rji „und die Seele des Kindes kehrte wieder in dessen Körper zurück — da lebte es auf". 1 Kon. 17, 21. 22. — Konnte aber der Prophet sich so ausdrücken, oder der Geschichtsschreiber die Begebenheit so erzählen, wenn ihnen nicht die Fortdauer der Seele nach dem Tode als unbestreitbare Wahrheit gegolten hatte? — Wird die Seele des Menschen mit seinem letzten Äthemzuge gänzlich vernichtet, so kann von keiner Rückkehr derselben die Rede sein, — sondern die etwaige Wiederbelebung des Körpers müßte durch das Hineinbringen einer neugeschaffenen Seele bewirkt werden. — Daß Elias aber nicht um die Rückkehr aus einem fabelhaften Tartarus gebeten, — dafür bürgt uns des Hebräers geläuterte Vorstellung von dem Ursprung der menschlichen Seeles, besonders aber das große Wort jenes berühmten Weisen, das allem Zweifel ein Ende macht: ,B'rf>grr^ a’iB'n nnni .rtfni „Und der Geist kehrt wieder zu Gott zurück, Der ihn gegeben". —- 5) Köhel. 12, 7. — ■ 4) Genes. 2, 7. Hiob 32, 8. Ies. 42, 5. — 5) Ein sprechender Beweis, daß die alten Hebräer noch ein höheres Leben, als das irdische, gekannt haben, ist auch deren heroisches Benehmen dem Lode gegenüber, wovon die-Schrift mehr als ein Beispiel aufbewahrt, was aber von der negirenden. Partei, aus leichtbegreiflichem Grunde, völlig ignorirt worden. Wir wollen vor Allem auf S aul's letzten Feldzug gegen die Philistäer aufmerksam machen, den der Midrasch Rabba (Lev. P. 26)', wenn auch, nach seiner Weise, in allegorischer Form, so treffend zu würdigen weiß. Daselbst heißt es: ^2 -Finte? nn? uni 183 : orfc i»8i rni&jh «in rro^ •n^in diü/ ania intcetp ITT IT T V - I : «• T : * ITT V Dyn nispp 'psy, iöjj w? , nfit^an ■W2 Voii) —, jnvj, norte“? nn 12 ny.iw p-nn n»tw isx. — . Was lesen wir aber von den Heroen der Klassiker? „Vitaque cum gemitu fugit indignata sub unibras.“ Aen. L. XM. 952. — Ein Schauer durchdrang A g a m e m n o n, als er „ an Menelaos eine blutende Wunde erblickte: 'PiyrjGsv ö' ciQ ’dntsixu äva'§ ccvöqcov ^Ayaizifivcov,. ros Eidsv [isläv al[w v.ctzctQQtov £§■ coTulrjg. . II. IV, 148. 149. Doch bei ih m könnte dies noch als Bruderliebe gedeutet -werden, und somit gar Lob verdienen. Mein was wird weiter erzählt? Nun noch ein Wort über das chronologische Verhältnis der zu Gunsten unserer Behauptung von uns citicten Schriftstellen. Seit dem es zur Mode geworden ist, die heilige Schrift von einem sogenannten kritisch-historischen Standpunkt aus zu beurtheilen, hat sich einer Masse sonst besonnener Interpreten ein epidemischer Schwindel bemächtigt, der sie auf dem festesten historischen Boden taumeln macht. Da giebts nun kein Buch in der Bibel, das seiner legitimen Abfassungszeit sicher wäre. Den Überschriften der Psalmen wurde der Gehorsam aufgekündigt, und von diesen selbst ein Theil in's babylonische Exil, und ein anderer in den makkabäischen Krieg geschickt6). Nicht besser erging es noch vielen andern Büchern der Schrift, besonders dem Pentateuch, den man gern zu einer homerischen Rhapsodie umgeschaffen hätte. Wie leicht könnte also nicht dieser oder jener der kritisch-historischen Partei uns den Einwand machen, daß wir uns auf Schriftstellen berufen, deren Abfassung in eine Zeit falle, wo es längst keine alten Hebräer mehr gegeben? — Diesem. drohenden Ungeteilter glauben wir durch einen Blitzableiter zuvockommen zu müssen, und bestände dieser auch nur aus einer kurzen Erklärung. Wir verkennen zwar keinesweges den Werth einer freien Exegese, die, auf streng wissenschaftlichen Principien beruhend, weder den Ernst, welcher der Wissenschaft überhast geziemt, — noch die Ehrfurcht,, die das Ehr- QLyrjasv ds nal avxog }ÄQ^tcp-tlog. MsvsXccog. lb. ib. 151). — Stellen wir nun diesem Factum das Benehmen A ch a b 's, des Königs von Israel, in einer Schlacht, gegen die Syrer, gegenüber— so müssen wir gestehen, daß diesem mit größeren Recht der Titel „’ÄQ rjtcp vlo$u gebühre: In der bezeichneten Schlacht wurde der genannte König von einem Pfeil lebensgefährlich verwundet, dessenohngeachtet verlor er den Muth nicht. Die Schrift erzählt ma reo rpn item; ainn dio 22in pirrPk\ rcon-oi psm, (22112 nm) D. h. „Der Kampf ward heftig an diesem Tagender König aber stand aufrecht im Kriegswagen, den Syrern gegenüber, während das Blut der Wunde auf den Vordersitz des Wagens floß. Am Abend starb er". 1 Kön. 22-, 35. — Endete mit solchem Muthe ein. in religiöser Beziehung nicht zu lobender Mann , was läßt sich, nicht erst auf die G la u- . b. e nsh eroe n,, wie Da v ib und S ei n e s g l e ich.e n schließen.' — Wir verweisen nur auf jene D 0 p p e l sch la ch t 2Sam. 10, 9; auf ib. 23, 8 rc., 2' Kön. 23', 29 m a.,. woraids klar genug hervorgeht, daß die alten Hebräer nicht so ängstlich am Erdenleben hingen, wie dieser oder jener Quasi-Interpret esgern, glauben machen will.. Die sogenannten Klage - P s a l m e n aber sind meist N a t.i 0. n.a l.- E ie g i.e n, und. haben als solche, nur den p 0 bi tisch en. To.d der gesummten Station zum Gegenstände. — . 6) Die längst antiquirte Annahme von makkabäischen Psalmen hat neuerdings Hitzig zu vertheidigen sich bestrebt. —