Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 27 (2.7.1842)
- Date
- 1842-07-02
- Page
- Spalte 423-424 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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423 424 Methodik des Talmuds. Unsterblichkeitslehre der alten Hebräer. rfap beigelegt wird, würde nach dem Bisherigen schon als verfehlt zu erkennen sein, wäre nicht ohnedies dem Ausdruck rtop nm im Gegensatz zu min nm eine Bedeutung untergelegt, die es nicht hat. Es ist nämlich rfap nm die Bezeichnung selbst nicht mosaischer Bücher d. h. Schr., also t Propheten und Hagiographen z wie dies nicht nur eine Menge 'Lalmudstellen (gesammelt von Zunz' G. V. S. 44. Anm. und danach hebräisch in Ari Rohem eä. Fürst. S. V.) besagen, sondern auch der Vers, aus seinen secundären Quellen (Hal. Ol. 2, 1. Ende.' rhvj f* 404 a) hätte ersehen können. Auch später (S. 200) werden auf gleich irrthümliche'Weise rm als „traditionelle und uralters her bestehende Gesetze und Gebräuche" bezeichnet.Daß die zum Lheil schon früher ausgeschrieben worden, kann man mit dem Vers. (S. 92) wohl annehmen, wenn auch gerade nicht, daß sie „als geheime Instruktionen den Priestern oder Richtern gedient haben z eine solche Annahme würde sich auf die schon bei Gelegenheit der cnnD berührten und durch die Zunz'schen Bemerkungen S. 34 und 39 zu vermehrenden Spuren von verlorenen Schriften aus der sogenannten soferischen Epoche gründen, von denen unstreitig ein großer Lheil sich ans Halacha bezog > keineswegs aber auf die Stelle des 4.Buches Esra, wo es heißt: Altissimus dedit intellectunv quinque vivis et »cripserunt quas dicebam exeessiones noctis, quas non sciebant. Scripti autem per quadraginta dies ducenti quatuor libri. (Esdi’ae Apocal. IV. 14, c.)41),* denn dies Buch kann uns in keiner Hinsicht zu einer historischen Basis dienen, wenn wir auch nicht wüßten, daß sich solche bestimmte Zahlen (und darauf baut der Verf. besonders) gerade gern in Sagenkreise verirren, ohne den historischen Gehalt derselben im mindesten zu erhöhen"). (Fortsetzung folgt.) 42) Man vergleiche die Abhandlung: Ueber den Kanon. Or. 1841. LB. S. 185. 43) Eine minder wichtige Bemerkung wollen wir in der Anm. geben. S. 93. A. heißt es: „Maimonides ^^2 ^0 (soll heißen ^oekock (Eoeocke) zählt sie (die fei) auf-/doch sind wohl manche ausgelassen; manche ixrthümlich als solche bezeichnet." Aus dieser Art des Eitirens sollte, man glauben, der Berf. habe ob als m Werk des Maim.uni betrachtet; ein Schluß, der durch S. 456, Anm. 2. a R.. Mose Maimonide ed. Pocockius. 0.xoniae 1655. p. 39.") fast zur Gewißheit erhöhen wird.. Zndeß ist dies nur ein von Poo.ocke einer Sammlnng von Bruchstücken aus Maim. Misch na commentar im arab. Original gegebener Name: und danach hätte jener Ausdruck eine Modisi'c.ation erhalten sollen. Eben so sind die Wate Sabb. 83 a (S.' 95. Anm. 1) in Sabb. 60 a und Abot 3, 4.. (S..'97. Anm.. 1) in Abot 2, 1». zu corrigiren. Ueber die Vorstellungen der alten Hebräer von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele. Von Isidor Kaempf. (Schluß.) Um die Grenzen dieses Blattes nicht zu überschreiten (was wir bereits gethan zu haben fürchten), werden wir uns nur noch auf einige Andeutungen im Allgemeinen beschranken. — Der Hebräer betrachtet die menschliche Seele als ein durchaus sel b ststand ig es Wesen, das wohl,, die Existenz des Körpers bedingt, aber von diesem nicht bedingt wird; daher die herrlichen Anreden, die wir ihn in kritischen Situationen an seine Seele richten sehen. Wir heben nur eine heraus, die hoffentlich genügen wird, das hier Gesagte zu bestätigen. Ps. 42, 8 redet der leidende Sänger seine Seele mit folgenden tiefcührenden und echt psychologischen Worten an: —? 'nnin^'n ~ hd — 'jpnrn! ^r.in „Was ängstigest Du Dich,' o Seele? — Was seufzest du in mir? O harre -nur zu Gott!" — :c. *) Die richtige Vorstellung von dem Verhältnis, der Seele zum Körper mußte den Hebräer natürlich auch zu der richtigen Ansicht über den Tod führen, die er in der That dadurch bekundet, daß er das Sterben ein „Scheiden der Seele aus dem Körper"^) nennt. So konnte er aber keinesweges sprechen, wenn er nicht der Seele auch nach dem Tode des Menschen eine wirkliche Existenz zuerkannte. Dieses Factum spricht also entscheidend für die Richtigkeit unserer Behauptung, „daß die alten Hebräer an eine Fortdauer der menschlichen Seele nach dem Tode fest geglaubt." 3) — Was würden aber die Gegner dieser Behauptung erst sagen, wenn wir ihnen eine biblische Stelle vocführten, wo von einer abgeschiedenen Seele, als von einem noch existirenden Wesen gesprochen wird? — Hier die Stelle. Als der Prophet Elias den verstorbenen Knaben jener Witwe beleben sollte, betete er zu Gott: 1) Bergl. Ps. 3,-3. 6. 5, 6. 16, 10. 42, 3. 5. 7. 12. 43, 5. 103, 1. 2. 22. 104, 1. 35 u. A. — 2) Genes. 35, 18. Ps. 146, 4. — 3) Im Vorübergehen mag noch auf Ps. 63, 4 aufmerksam gemacht werden, wo der Psalmist in seinem Gebet zu Gott begeistert ausruft: *p]pn 31Ü~'3.i‘ „Dein e Gnade ist besser als das Leben!"-— Wird wohl ein Mensch so sprechen, der nicht die Unsterblichkeit der Seele kennt.?