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Der Orient · 1842-07-02 · Heft 27 (2.7.1842) · p. Seite 212

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 27 (2.7.1842)
Date
1842-07-02
Page
Seite 212 (sequence 7)
Language
German
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212 in der Noch gedient. Den 11. März 1812 erhielten wir durch Hardenbergs Vermittelung das Staatsbürgerrecht, selig sein Andenken! A. E. Abel. Berlin, 15. Jun. Der hiesigen Judenschast ging ein Schreiben des Ministers Eichhorn zu, worin sie aufgefordert wurde, in den Schulen mehr auf Kräftigung der Sittlichkeit zu halten, weil es nach statistischen Ermittelungen seststehe, daß unter den Juden mehr Verbrechen chorfielen als unter den Christen. Einer der angesehenen Vorstände der Judenschast begab sich hierauf selbst zum Minister, setzte ihm die Unrichtigkeit des statistifchen Factums auseinander und verlangte eine öffentliche Widerrufung desselben. Mit dem Zugeständniß, daß eine gelegentliche Notiz in der Staatszeitung diese Berichtigung enthalten solle, erklärte sich Jener nicht zufrieden, sondern fand allein einen ausführlichen Widerruf'genügend und angemessen. Ob er erfolgen wird, steht noch dahin. Berlin, 23. Mai. (Fortsetzung von Nr. 24.) Zwischen die Zählungen zu Ende der Jahre 1822 und 1840 fallen noch fünf allgemeine Einwohnerzählungen im preußischen Staate, welche-polizeilich am Ende der Jahre 1825, 1828, 1831, 1834. und 1837 vollzogen wurden. Das arithmetische Mittel aus diesen sieben Zählungen kann als Durchschnittszahl der in dem hier betrachteten achtzehnjährigen Zeiträume lebenden Einwohner angesehen werden. Es beträgt: für die Christen für die Juden 13,005,879 168,761. In diesem Zeiträume wurden geboren.Kinder: bei den Christen . . 9,365,564 bei den Juden . . 107,690 also jährlich im Durchschnitte: ' bei den Christen . . ' 520,308 " bei den Juden - . . 5,983 dagegen starben in diesem achtzehnjährigen Zeiträume : ' bei den Christen . . 6,930,227 bei den Juden . . 65,646 also jährlich im Durchschnitte: bei den Christen . . 385,013 bei den Juden . . 3,647 Werden nun die hier gefundenen Zahlen auf eine gleiche Anzahl gleichzeitig Lebender bezogen; so ergeben sich folgende Verhältnisse. Durchschnittlich: Unter 100,000 Unter 100,000 Christen Juden wurden jährlich geboren . . . 4001 . . . 3546 gleichzeitig starben . ♦ . . 2961 . . ♦ 2161. Hiernach verblieb Ueberschuß der Gebornen ♦ ♦*♦♦♦♦♦ 1040 . . . 1385 Das Uebergewicht der Juden bei diesem Ueberschusse beruht hiernach nur allein in ihrer verhältnißmäßig sehr geringen Sterblichkeit. Sie hatten auf h u n d e r ( T a u se n d Lebende jährlich im Durchschnitte beträchtlich weniger neugeborne Kinder, als die Christen, indem, um es noch übersichtlicher in kleinern Zahlen .darzustellen, bei den Christen schon unter 25, bei den Juden dagegen erst unter 28 gleichzeitig Lebenden jährlich ein Kind geboren wurde. Aber die Zahl der Todesfälle war unter den Juden verhältnißmäßig in noch höherem Maaße kleiner, als unter den Christen, indem unter den Christen schon von 34, unter den Juden aber erst von 46 gleichzeitig Lebenden jährlich Einer starb. In Folge dieser geringen Sterblichkeit haben nun die Juden ungeachtet der verhältnißmäßig geringem Anzahl Neugebornev doch einen Ueberschuß der Gebornen über die Gestorbenen von Vier, wenn die Christen unter der gleichen Anzahl Lebender nur einen von Drei erhalten. Es ist nicht ein Lebensalter allein, worin die Zahl der Todesfälle bei den Juden verhältnißmäßig geringer ist, als bei den Christen; svndern dieser Unterschied besteht von der Geburt bis selbst noch jenseits des siebzigsten Lebensjahres. Unter der gleichen Anzahl von hundert Tausend Lebenden hatten nämlich dem Lebensalter der Verstorbenen nach geordnet, jährlich Todesfälle: die Christen die Juden 1. Todtgeborne' ....... 2. Lebendgeborne, welche vor Vollendung des ersten Lebensjahres starben 3. Gestorbene in den folgenden vier Lebensjahren vom Anfänge des zweiten bis zur Vollendung des fünften Jahres 4. Gestorbene in den folgenden neun Lebensjahren vom Anfänge des sechsten bis zur Vollendung des vierzehnten ......... 5. Gestorbene in den folgenden elf Lebensjahren vom Anfänge.des fünfzehnten bis zur Vollendung des fünfundzwanzigsten ...... 6. In den folgenden zwanzig Lebensjahren vom Anfänge des sünfundzwanzigsten bis zur' Vollendung des fünfundvierzigsten . . . . . 7. In den folgenden fünfundzwanzig Jahren vom Anfänge des 46sten bis zur Vollendung des 70sten Jahres 8. Nach überschrittenem 70sten Lebensjahre überhaupt ...... 143 89 697 459 477 386 202 151 155 123 334 231 614 392 339 330 Von allen Lebensaltern zusammen genommen wie vorhin ..... 2961 2161 Daß unter den Juden verhältnißmäßig mehr Personen ein hohes Alter erreichen, als unter den Christen, ist eine sehr verbreitete Wahrnehmung, deren Grund gewöhnlich darin gesucht wird, daß die Juden fast niemals Gewerbe treiben, wobei lebensgefährliche Unfälle öfter Vorkommen. Man findet Juden kaum irgendwo unter den Schiffern und Bergleuten, und gewiß auch höchst selten uuter den Bauhandwerkern und Müllern. Aber die Gewerbtreibenden dieser Klaffen bilden im Großen und Ganzen doch nur einen kleinen Theil der Völker, wovon vielmehr auf dem europäischen Festlande sich fast drei Viertheile mit dem Anbaue des Bodens beschäftigen; die Vermehrung der Todesfälle, wxlche durch die Gefahren, denen sie besonders aussetzen, entsteht, hat daher auch einen nur unerheblichen Einfluß auf Durchschnittszahlen, welche das Verhältniß der Sterblichkeit für die gesummte Bevölkerung großer Staaten angeben. Auch ist der Unterschied in dem Sterblichkeitsverhältnisse der Christen und der Juden nur gering in dem Lebensalter, worin die besondern Gefahren jener Gewerbe vorzüglich wirksam sind. Von den überhaupt 800 Todesfällen, welche jährlich im Durchschnitte unter hundert Tausend gleichzeitig Lebenden bei den Christen mehr Vorkommen als bei den Juden, gehören 434 dem unter vierzehnjährigen Lebensalter an, 231 kommen erst nach vollendetem 45sten Lebensjahre vor, und nur 135, das ist sehr wenig über ein Sechstheil des Ganzen, fallen auf den Zeitraum

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