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Der Orient · 1842-06-25 · 26 (25.6.1842) · p. Spalte 409-410

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
26 (25.6.1842)
Date
1842-06-25
Page
Spalte 409-410 (sequence 5)
Language
German
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409 Literatur des Rückschrittes. 410 ihrer höchsten Vollkommenheit gekannt. Ware es aber denkbar, daß er der Einzige seiner Nation gewesen sei, der sich des Besitzes dieses geistigen Schatzes erfreuete? — Keinesweges! man nehme denn an, daß die Propheten Samuel, Natan und Gad, seine Lehrer und Meister, ihm in der Eckenntniß Gottes nachgestanden. Oder wäre die Priorität jener erhabenen Lehre vielleicht einem der hier erwähnten Männer zuzuschreiben? — Unmöglich! denn abgesehen davon, daß es keinem andern Propheten außer Moses vergönnt war, mit neuen Grundlehren der Religion aufzutreten l4), — so wäre es ganz unbegreiflich, warum David, der in unserm Psalm die H offnung auf ein seliges Jen seit als sein höchstes Gut in dieser Welt erklärt, seinen Sohn und Nachfolger Salomo in der letzten Vermahnung nicht auf den Urheber dieser beseeligenden Hoffnung hinweist, sondern zu seiner Wohlfahrt ihm die Beherzigung der Lehre Mosis auf's nachdrücklichste anempfiehltJ5). Dies bestätigt also aufs.Neue, was wir bereits nachgewiesen, daß die mosaische Religion der Lehre von der Unsterblichkeit nicht fremd ist. David konnte daher nichts Besseres thun, als seinen geliebten Sohn auf eine Lehre Hinweisen, die ihren Bekennern so zuversichtlich zuruft: „Ihr seid Kinder des Ewigen, eueres Gottes!"- — (Schluß folgt.) Literatur des Rückschritts. ran rrw pra amn by nana rara, n\jn -pv rav DDTDion py-nn jmi nmrn v^.n jfoian 'jitnod mn win ijun! ppn Nnib 5'ai "w1 inra.p-um “pin fno .)m*aN“ip pp3 ddu nj?’ pNTiniwj spn 62 yyb) Auf dem Titelblatte dieses Werkes kündigt sich uns der Vers, selbst als ein lumen mnZlurm, als ein berühmter Prediger ünd als ein in die Wissenschaft Tiefgeweihter an, und glaubt, uns damit viel zu sagen. Wohl verhalt es sich so; aber nur in einem andern Sinne als es der Herr Vers, meint. Sitzt der Eigendünkel wie ein brüllender Löwe am Eingänge, so kann im Innern nur Finsterniß und Unwissenheit hausen.. Wir brauchen also nur das Titelblatt zu lesen, und wir wissen schon, 14) Wir werden auf diesen Gegenstand noch einmal zurückkommen und ihn dann näher erörtern. — 15) „2^2? r.wnx motan 'di .ntfo min?". 2 Kön. 2, 3. - ,/nKfo"rw 'n nia 'di liÖB'n en, n^ssnjx". I Chr. Cap^.22, 12. —' \ 16) Siehe Ztr. 8. d. I. — was am ganzen Werke sein muß. Um aber zu zeigen, daß unsre Bemerkung sich wirklich, bestätigt, wollen wir von den unzähligen Ausstellungen nur einige anführen. Fol. 6. in der Einleitung setzt der Herr Vers, die Bedeutung des : Wortes "W mit rabbinisch-hebräischen Worten fest, welche, folgenden Sinn haben: „mit dem Worte *w wird zunächst ein Ding bezeichnet, welches einzelne Gegenstände in einer gewissen Ordnung verbindet, und es werden also durch ein solches Band die einzelnen Dinge zu einem Endzwecke vereint. Daher rc. kommt das Wort niW und ebenso rc." Diese Definition ist sehr rathselhaft. Was für ein Band verbindet denn in einem Gedichte die einzelnen Dinge? Ist es etwa das Metrum? Nun, dies ist ja blos eine künstliche Anordnung und keinesweges ein Band für einzelne Dinge. — Wie die Definition des Vers, ganz aus der Luft gegriffen, so ist seine Sprachkenntniß höchst armselig. Die eigentliche Bedeutung des Wortes yy/ ist vielmehr: das Vorausschauen, Dichten, Gedicht, abgeleitet von yy z. B. uw (4 B. M. 24, 17.). Dieses kommt wieder von'^A'n her, welches eigentlich hinausgehen, betreten heißt; doch in dem Worte yy; eine figürliche Bedeutung erhalten hat, nämlich mit den Gedanken hinausgehen, d. h. blicken, vorherschauen. Weil aber die Dichter das, was sie vorausschauen oft in Bildern darstellen, so heißt *w oder ppW Allegorie z. B. Jes. 5, 1 nn rrw. »TW TDD heißt also nichts anderes als das. Werk der Allegorie oder das allegorische Werk. Hingegen ist das Wort ryn^' aus dem chaldaischen *y^. gebildet, das vom chald. ruhen, fest anliegen herkommt, und also das Festanliegende, das Armband heißt, ganz analog dem hebräischen yftg von fest anbinden. Die Mauer heißt yw, weil sie entweder dicht an der Stadt liegt, oder weil man darauf den Feind schon aus der Ferne und fortwährend sehen kann. Diese unsre Erklärungen heben alle spitzfindigen und windigen Fragen und corrupten Deutungen des Vers, gänzlich auf, und machen dessen ganze Einleitung entbehrlich. *) Nachdem wir eine Probe der lexicographischen Unkenntniß des Vers, gegeben haben, kommen wir zu dessen wunderlicher Synonymik. Fol. 21, S. 1 heißt's: wird von eintzc Erzählung gesagt, in welcher Dinge erwähnt werden, die nicht unmittelbar den Zuhörer betreffen; sondern, daß dieser entweder ein Vergnügen hat, Neuigkeiten zu hören oder nur zufällig einen moralischen Nutzen davon hat. man hingegen wird eine solche Rede genannt, die den Zuhörer unmittelbar betrifft und in welcher von dessen eigenen Schicksalen erzählt wird. Wie unrichtig dieses ist, brauchen wir blos anzuführen: Hiob 38, 4 njn» q« -tfJj/ Esther 4, 7. ") Aber diese gegebene Erklärung ist nicht um ein Haar besser, wenigstens eben so spitzfindig und ganz unrichtig. Red.

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