Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 26 (25.6.1842)
- Date
- 1842-06-25
- Page
- Spalte 407-408 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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407 408 Unsierblichkeitslehre der alten Hebräer. Von Isidor Kaempf. anders auffaßt; sie hat: ^r^s? ^ss f - ü-q ^oJ] jlLiie ^-LS '^t°a4i „Und von den Tobten, die durch deine Hand gestorben, Herr! und von den Tobten in der Gruft wirst Du sie scheiden irn Leben". — R. Dav. Kimchi commentirt: ■^roDl TT1 Ü7]W D’TiDD HCO^D „Errette meine Seele von den Menschen, die Deine Hand, die Deine Geißel sind"; “T DNip, pTl mipw D3 „so wie er sie (seine Feinde) vorher das göttliche Schwert genannt, nennt er sie jetzt die göttliche Hand". D\13D -6rift erklärt Ä,:--Dnwn how, nbiyn nio nrw dto n^iyn HD DSpm „Von den Menschen, die von dieser Wett sind, — deren ganzes Wünschen und Verlangen nur diese Welt betrifft".. In diesem Sinne erklärt er auch o»m Dpbri, nämlich: mn D^n *rn Nin vpbn N3H übtyb EßP i6 D „Ihr Antheil ist im Leben dieser Welt, denn sie hoffen nicht auf das zukünftige Leben." — Dem gemäß, faßt Jbn Esra die Worte: ütäl N^DO “P1D31 auf: k&DtW i? tW ]m 210 b imm DH D UJym mn O^O2 „Mit all dem Guten, das Dir gehört'(wünschen sie), sollst Du ihren Leib in diesem Leben füllen, auf daß sie hienied en vergnügt und fröhlich sein." —■ M. Mendelssohn: D”m 'Dl IN' DTOD „Vom Pöbel, Deiner Geißel, Ewiger! .Vom Pöbel dieser Niederwelt. Ihr Antheil sei in diesem Leben." Letzteres will sagen: Mögen sie immer in diesem Leben glücklich sein; ich würde sie darum doch nicht beneiden, — so faßt Joel.Löwe den Sinn dieser Übersetzung auf (Siehe dessen Commentar über die Psalmen an der betreffenden Stelle.). Scholl nach H. Münringh e: „Deine Hand,, o Gott! rette von Menschen mich, Von Menschen, den steten. Günstlingen des Glücks, Deren höchstes Gut dies Leben nur ist". — De Wette: „Von den Menschen durch Deine Hand, Jehova, den Menschen dieser Welt! Ihr Erb' ist das Leben". — Wir sehen also, daß diejenigen Uebersetzer und Commentatoren, die dem masorethischen Text folgen, darin übereinstimmen: Der Psalmist rügt an seinen Feinden, daß sie kein höheres Gut als das Erdenleben kennen. Es würde demnach schon hieraus deutlich hervorgehen, daß der Psalmist selbst wohl noch ein höheres Gut als das zeitliche Leben kennt. Doch der Psalmist selbst spricht den Gegensatz aus, in welchem er sich zu seinen Feinden verhalt; hören wir nun, wie jene Interpreten den Sinn dieses Gegensatzes auffaffen. -pJD 'Dl UN erklärt Kimckn: ]\x D^D,, :in ">DN p*m nnrt> hdud un Ün, n3.vd^j/3 .ps>n orh mn MM pi33$ "N3n „David spricht: „ „Die Gottlosen haben keinen Gefallen an dem zukünftigen Leben; ich aber hoffe durch Tugend Dein Antlitz zu schauen in dem zukünftigen Leben""; nämlich vermittelst der Tugend, die er in diesem Leben ausgeübt"..— Dieser Erklärung > schließt sich auch -Rosenmüller inseinem Commentar über die Psalmen (edit. II.) an. In Bezug auf die vom prophetischen Sänger ausgesprochene Hoffnung, einst G o t t e s A n tlitz zu schauen, bemerkt er: Id vero quuin iiulii inortalium in iiac vita concessum sit, seqnilur, liaec yer]>a (sc. "jUD riTHN) de adspeclu Dei in yita fu~ tura intelligenda esse, eo, quem Kimchi expressit sensu, quem etiam commendant, quae sithjimgunlur: pnJiDD p'pn3 nyn&'N „satiabor in eyigilando imagine tua“, quae quidem vix aliler, quam de spe quae yalem tenuit de beata Joyae yisione in futura yita postquam a somno mortis expergefactus fuerit, intelligi possunt. ~ In demselben Sinne spricht sich De Wette in seinem Commentar über die Psalmen (3. A. Heidelb. 1829) aus: „Der Dichter stellt dem Streben jener (seiner Feinde) sein Streben entgegen. Von welcher Art dies sei, können wir vom Gegensätze abnehmen: es ist das Streben nach dem Ewigen, nach der ewigen Seligkeit. Durch Gerechtigkeit, durch mein gerechtes Leben, zur Belohnung dafür. Werde ich dein Antlitz schauen, — offenbar ist von dem Anschauen Gottes in der ewigen Seligkeit die Rede, wie Kimchi und die alten Ausleger annehmen." — Und weiter unten sagt ec: „Noch mehr spricht y'pr\2 für die alte Erklärung; es ist gezwungen, wenn man es vom täglichen Erwachen, aus dem Schlafe odor vom Erwachen aus dem Unglücke versteht; es ist das Erwachen vom Tode gemeint". — Vergl. II Äon. 4, 31. Jer. 51, 39. Hiob 14, 12. Jes. -26, 19., besonders -©JJ-riDIN Wft rpim Dan. 12, 2.^). So steht es fest, daß der gekrönte Sänger die Lehre von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele bereits in 13) Dr. M. Luther sagt in seiner Einleitung zu unserm Psalm in Bezug auf den 15. V. desselben: „Beschleust ein Gebet mit der Hoffnung des ewigen Lebens". — Es darf hier auch nicht übergangen werden, was der wackere Franzen in Betreff unseres Gegenstandes.sagt: „Er (David) bezeugt, daß'die Gottlosen ihr Lheil in diesem Leben haben. Alsdann setzt er hinzu: Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit; ich will satt werden, wenn ich erwache nach deinem Bilde. Ps. 17, 15. Der Zusammenhang die.ev Worte, wie ich ihn berührt habe , bestimmt die richtigste Erklärung. In keinem Stücke zeigt sich der Unterschied zwischen der Glückseligkeit der Frommen und der Gottlosen merklicher, als in ihrem verschiedenen Zustande nach dem Lode. Darum hält David beide gegen einander. So haben wir ein klares Zeugniß von dem ewigen Leben. Von diesem dürfen wir ohne Bedenken auf die Unsterblichkeit der Seelen schließen."— A. W. Franzen, Kritische Ge sch. der Lehre von der Unsterblichkeit der Seelen. S. 103. —