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Der Orient · 1842-06-25 · 26 (25.6.1842) · p. Spalte 403-404

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
26 (25.6.1842)
Date
1842-06-25
Page
Spalte 403-404 (sequence 2)
Language
German
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403 404 »Unsterblichkeitslehre. der alten Hebräer. Bon Isidor Kaempf. „O Herr/ durch dieses) werden sieauch leben! Ja, ihnen allen sei mein Leben ganz geweiht! . Drum stärke und erhalte mich!" — V. 16. — Also weder Furcht vor dem Tode, noch Liebe zu den irdischen Freuden, sondern der Wunsch, sein Volk zu beglücken, ist es einzig und allein, was dem edlen Monarchen das Leben theuer macht; widerspricht dies dem Glauben an die Unsterblichkeit?— Eben so wenig als die im Vollgefühl der neuverjüngten Lebenskraft ausgesprochenen Worte:!*pin bwuf — Itf&ni nm . . '-7 — ^noa_ PN nirnYiii 'di ioioo?jiii Hin in in . „Denn nicht. für's Grab wird man Dir danken — Nicht für den Tod dich preisen! — Nicht hoffen ja, die in die Grube sinken, Deiner Treue mehr" — „Der L eb ende für's Leben nur, der kann, wie ich, Dir danken!" rc. V. 18 u. 19. — Der tobte Leichna m kann Gott zu Ehren keinen Hymnus anstimmen; wie selig auch seine abgeschiedene Seele in den himmlischen Regionen leben mag — er weist es nicht, e r ist gefühl- und empfindungslos. Nur der dem Tode Entronnene kann feinem Schöpfer für die große Wohlthat danken! Wir sehen, daß Hiskia nur vom Körper, und nicht von der Seele spricht. In diesem Sinne sind auch die Worte jenes klagenden Psalmisten zu nehmen:, — mg? ’o —?^T-rnii io ^»wa- „Denn im Tode denkt man deiner nicht; — Kann man in der Gruft dir danken?" — Pfi 6, 6. - Keinesweges! der Körper in der Gruft istgedanken- und empfindungslos. Der Psalmist, der schon hienieden sich in der Anbetung Gottes selig fühlt, hat daher vollkommen Recht, daß er um Verlängerung des''zeitlichen Lebens bittet. — Was hat dies aber mir dem Glauben an die Unsterblichkeit zu schaffen? — Wie? Derjenige, der zu leben wünscht, und zwar nur aus dem einzigen Grunde, um Gott zu loben und zu preisen 5 6 7), 5) Die von Gott ihm gewährte Lebensftist. — 6) Die Nation. Der humane Fürst betheuert, die von Gott empfangene zum Besten seines geliebten Volkes zu verwenden. — 7) Man darf nicht außer Acht lassen, daß der Hebräerunter „Go tt preisen" zugleich ein „Ihm gefälliges Leben führen" versteht. Erwägen wir nun, daß das Motiv seiner Bitte um langes Leben lediglich ist (wie es aus dem Liede Hiskia's und zahlreichen Psalmen unleugbar rvare als Leugner an die Unsterblichkeit der -menschlichen Seele zu betrachten? —' Welche Ungereimtheit! b) Verlassen wir nun das düstere Reich der Schatten^), And wenden uns der lichten Wohnung der S eligen zu, von der in den Psalmen deutlich gesprochen wird. Ps. 16, 11 spricht David so zuversichtlich die Worte, aus: rnk ogHin ,^D-rus% ninDty yzw —- ’ niayi „Du zeigst mir emst'den Pfad zum Leben, — Zur Freud enfüll' vor Deinem Angesicht, — Zur Seligkeit in Deiner Rechten ewiglich! " — So klar und bestimmt hier nun vom jenseitigen Leben gesprochen wird, so hat es doch den gemächlichen Interpreten beliebt, die alte Leyer wieder anzustimmen hervorgeht), noch lange Gott preisen, oder mit andern Worten, noch lange sich der Tugend befleißigen zu können: so ergiebt sich uns, daß der Hebräer einen tugendhaften Lebenswandel in diesem Leben der ewigen Seligkeit Ln jenem verzieht. Man wende uns aber nicht ein, daß ein solcher Grundsatz ein verdächtiges Licht auf den Glauben an die Unsterblichkeit werfe, — denn hieraus könnten wir erwiedern, daß es vielleicht in der ganzen Welt kein Buch giebt, das vom zukünftigen Leben in einem zuversichtlichern Tone spräche als. der Talmud, und dennoch erklärt dieser unumwunden: nn D^ijn mid dwjjdi mnwn rrn nyw frOH D*nyn "N-Abot IV. 21. — Wer aber diesen Ausspruch für absurd hält, dem können wir die feste Versicherung geben, daß er ihn, wahrlich! nicht begriffen hat. — Siehe übr. Talm. Aboda Sara fol. 2. Kidduschin fol. 39. Cholin fol. 142. — Talm. Ieruschalmi, Sota am Ende des fünften Abschnitts. — 8) Daß der Wunsch zu leben nicht als Negation in Bezug auf den Glauben an die Unsterblichkeit betrachtet werden kann, ersieht man deutlich aus dem offnen Geständm'ß, daß der bereits erwähnte Kusarr in Bezug auf die Bekenner nicht-israelitischer Religionen hinsichtlich der Verheißungen von den Freuden im Paradiese ablegt: Dnw>no6 n^no kw, nnn mniyio DijiDNon p nxt^ij D'® rfix omts'1? inbo nin on* nnnii) N'n uDssjn o'piyn hjm o»nn nn.902 „In der That sehe ich von allen Denen, die an die verheißenen Freuden im Paradiese glauben, Keinen, der diese sehnlichst herbei wünschte; im Gegentheil vielmehr bin ich überzeugt, daß, stände es nur in ihrer Macht, sie dieselben so weit, wie nur immer möglich, hinausschieben, und lieber Sclaven des Erdenlebens und Träger der Lasten und Mühseligkeiten dieser Welt bleiben würden". — Kus. P. 1. §. CVJ. — 9) Die noch übrigen Stellen in den Psalmen, wo vorkommt, bedürfen nun um so weniger einer besondern Erörterung, als das in dieser Beziehung von uns bisher Gesagte auch auf sie anwendbar ist. Wir verweisen daher nur noch auf die trefflichen Eommentare von Jsarki, Jvn- Esra, Kimchi, Moses Cohen, Horwr'tz, Joel Löwe u. A., die zur Aufklärung der betreffenden Stellen sehr viel beigetragen haben. —-

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