Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 26 (25.6.1842)
- Date
- 1842-06-25
- Page
- Spalte 401-402 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Meralrrrbtatt -es Orients Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. JVs 2E-» Leipzig, den 25. Juni 1842» Dogma.. Ueber die Vorstellungen der alten Hebräer von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele. Von Isidor Kaempf. — Literatur des Rückschritts. — Methodik des Talmuds. Der Geist der talmudischen Auslegung der Bibel von Hirschfeld. Beurtheilt von Cassel. (Fortsetzung.) — Lit. Ankündigungen. Ueber die Vorstellungen der alten Hebräer von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele. V o n Isidor Kaempf. (Vergl. Nr. 7. 8. 13. 14. 16. 19. 20.) Zufolge des bisher Gesagten wird es uns nicht schwer fallen, den Gegnern unserer Ansichtl) auch noch die letzte Stütze ihrer Behauptung zu nehmen, die sie im Liede des Königs Hiskia (Jest 38, 10 ff.) und in mehren Psalmen zu finden vermeinen. Fassen wir die betreffenden Stellen naher uchs Auge. Hiskia beginnt sein Danklied an Gott für die Genesung von einer gefährlichen Krankheit mit den Worten: : 'jtf! ngtte nÄy w (2 >»“2 r —!'NvL° IN). 'NDS „Ich dachte: In meiner Tage Hälfte werd' ich eingehn in die Pforten des S ch e 0 l! — Ich sei beraubt des Restes meiner Iabre!" — 1) Siche Knapp, Ps. 39, 13u..14. eüit. U. Staudlin: Beiträge zur Philosophie und Geschichte der Religion und Sittenlehre überh. und der verschiedenen Glaubensartcn und Kirchen insbesondere. B. 11. S.255. Frisch, in Eichborn's Bibtt der bibt. Ater. B. tV. S. 653 ff. Brersch neider, Handb. d. Dogm. :c. B. 2. S. 388. Z. E. E. Schmidt, Bibliothek für Kritik und Eregese des neuen Testaments und älteste Christen-Geschichte. B. U> St. 11L S. 520 ff. u. A. — 2) ^"2 " (vergl. Pst 102, 25.); sehr treffend giebl es die Vula. durch ,j n d i m j di occ die.rum ineororn. Hieraus soll nun nach der Meinung jener Interpreten hervorgehen, daß Hiskia die Unsterblichkeit im höhern Sinne nicht gekannt, sondern nur von einer Fortdauer der Seele nach dem Tode in einem Schattenreich gewußt habe. Allein diese Argumentation beruht wieder auf der falschen Voraussetzung, daß unter das vielfach besprochene Schattenreich zu verstehen sei, was hier aber um so weniger statthaft ist, als der Geist des in Rede stehenden Liedes genugsam ausweisi, daß der königliche Sänger weniger den Ort, wo er hin gehen, .als vielmehr den, welchen er verlassen sollte, im Auge hatte. Können wir es aber einem jugendlichen Fürsten, dessen Herz von erhabenen Entschlüssen für die Wohlfahrt seines Vaterlandes beseelt ist, verargen, daß er ungern aus diesem Leben scheidet? — kann dies seinem Glauben an die vollkommenste Unsterblichkeit nur im Geringsten Eintrag thun? — Wer von jenen philosophischen Interpreten (die sich doch im Besitze aller Geheimnisse der Unsterblichkeit wahnen,) wird selbst im hohen Lebensalter so gern sein Studierzimmer mit dem unbekannten Platz im Jenseit vertauschen? — und dem jungen Hiskia, dem König von Israel, sollte es zu verargen sein, daß ihm das Leben nicht gleichgültig ist? — Horen wir nur, wie er die von Gott ihm gewahrte Lebensfrist anzuwenden gedenkt: Lnbp, 'rw'. ■— i’nn «n (« jpirW?) — ’-o^nrvi M'dnyi 3) Bergt, rrfin -jmri tyi Genes. 27, 40; >-, 'Dl m’~' n:;- DnSl Dcur. 8, 3. — 4) Dies scheint sich fpeci.cU auf das zweite Geschlecht zu beziehen. 26