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Der Orient · 1842-06-11 · Heft 24 (11.6.1842) · p. Seite 189

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 24 (11.6.1842)
Date
1842-06-11
Page
Seite 189 (sequence 9)
Language
German
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189 In wiefern die Veränderun g, welche sich in dem hier betrachteten achtzehnjährigen Zeiträume mit den Juden zutrug,, mit derjenigen übereinkommt, welche gleichzeitig bei den christlichen Einwohnern des Preußischen Staates vorkam, ergeben nachstehende Zahlen. Nach der Zählung am Ende des Jahres 1840 und den nachträglichen Berichtigungen derselben enthielt der Preußische Staat Einwohner christlicher Religion überhaupt 14,733,943 Am Ende des Jahres 1822 wurden nur gezählt 11,519,396 Es zeigte sich also in diesem Zeiträume von 18 Jahren eine Vermehrung von ♦ . 3,214,547 Insbesondere zeigte sich eine Vermehrung: a. durch den Ueberschuß der Gebornen über die Gestorbnen von ...... 2,435,319 b. durch Erwerbung des Fürstenthums Lichtenberg ... 34,846 c. durch, den Uebertritt von Juden zur christlichen Religion . . . . . . . . 2,200 iL außerdem durch den Ueberschuß der Einwanderungen über die Auswanderungen, oder auch durch nachträgliche Verbesserung der ersten Zählung ..... 742,182 Hierdurch ergiebt sich die vorstehend berechnete Vermehrung mit . . .. 3,214,547 Übersichtlich sind diese beiden Zahlenreihen nur vergleichbar, indem dieselben aus ein gemeinschaftliches Maaß gebracht werden. Deshalb ist nachstehend berechnet worden, wie sich die Veränderungen, während des achtzehnjährigen Zeitraumes zu einer am Ende des Jahres 1822 vorhandenen Anzahl sowohl von hundert Lausend Christen, als auch von hundert Lausend Juden verhalten haben. Durchschnittlich kam hiernach in diesem achtzehnjährigen Zeiträume auf zu Anfänge desselben vorhandene 100,000 bei den bei den Eine Vermehrung durch den Ueberschuß der Geborenen von. . . Christen. Juden. 21,141 29,049 durch Erwerbung des Fürstenthums Lichtenberg . . . . . . . . 303 ... 283 Durch Uebertritt zur christlichen Religion . ... . . . . . . 19 Außerdem durch Einwanderung und Zählungsverbesserung .... 6,443 ' 6,610 Summe . . . . . , . 35,943 Dagegen entstand eine Verminderung bei den Juden durch den Uebertritt zur christl. Religion von , 1,520 Es ergiebt sich hieraus überhaupt eine Vermehrung von ...... 27,906 34,422 Die Christen vermehrten sich demnach in diesem achtzehnjährigen Zeiträume um nicht ganz 28, die Juden dagegen um beinahe 34-Zauf Hundert, also in einem bedeutend stärkern Verhältnisse; dies geschah, obwohl sie doch über anderthalb pro Cent ihrer anfänglichen Zahl durch dm Uebertritt zur christlichen Religion verloren hatten. Ohne Rücksicht auf diesen ihrer Stellung eigenthümlichen Verlust würde ihre Vermehrung beinahe 36 auf Hundert betragen haben; oder es hätten sich für gleiche Zahlen und gleiche Zeiten die Juden um neun, die Christen aber nur um sieben vermehrt. Dieses Uebergewicht der Vermehrung liegt nicht in Einwanderungen von Aussen her, oder in irrigen Angaben bei der Zählung am Ende des Jahres 1822, sondern wesentlich nur in dem großen Unterschiede des Ueberschusses der Gebornen über die Gestorbenen. Zur richtigen Würdigung der Ursachen dieses Ueberschusses dienen nachstehende Betrachtungen. (Fortsetzung folgt.) Volksthümliche Aussätze un- Peurtheilungen. Das Bürgerthum der Juden. (Schluß.) Wie viele Juden endlich stehen mit ihrer Gesinnung dem Christenthume ganz nahe' und wissen es nicht, so daß sie für ihre Glaubensartikel nur einen' andern Ausdruck finden. Sollte man die Mannigfaltigkeit des Ausdrucks lähmen wollen in dieser trocknen, abstrakten Zeit, da es doch so schön ist, Gott mit tausend Zungen und aus alle Weise zu loben, die seiner Geschichte angehören! — Das zarte Gewissen, das dem momentanen Antriebe, zur herrschenden Kirche überzugehm, widersteht'und sich selbst mißtraut in einer Epoche, wo durch den Drang der Gedanken und den Kampf schwankender Gesinnungen nur der Begabteste und Glücklichste sich der Festigkeit rühmen kann, sollte es dem Staate nicht werther und.nützlicher sein können, als diejenigen, welche die Formen ihres Glaubens, wie Staatskleider, wechseln, da leider in ganzen christlichen Landstrichen der religiöse Eid wie der politische, zur leere n Form herab gesunken ist. — Sehr Viele unter uns, und nicht die Schlechtesten, halten es für feige Persidie, sich der Gemeinschaft mit den Zurückbleibenden - zu entziehen, so lange noch eine Fessel die Bedrückten zusammenschnürt , so lange der Uebertritt noch weltliche Vortheite bringt. Das Judenthum halt sich demnach durch Opposition und nur durch moralisches Auflösen, das heißt,. Emancipiren, wird es zerstört. Dann hat es den Kreis seiner Bestimmung durchlaufen, um nach langem Irren den ersehnten Tod zu finden. Die Emancipation wäre eine allgemeine Laufe, ohne Gewissensmakel. — Zu welchem Christenthum sollten sich denn die Juden bekehrenzu H engste uberg, dem Bruno Bauer einen versteinerten Mosaismus vorwirft, oder zu Bauer, den Hengstenberg einen Heiden schilt?

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