Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 23 (4.6.1842)
- Date
- 1842-06-04
- Page
- Spalte 357-358 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35t Liturgisches. Dr. Frankels Entgegnung auf Dr. Salomons Sendschreiben. 358 und Räuchern erheischende gnpft" nicht so markirt hervor wie in der von mir gerügten ausgelassenen Stelle: iwri) uipro müW) mm )tod hy pco D"Y»ts6 Dm Dy 8 mro („Stelle dein Heiligthum wieder her, daß wir seinen Ausbau sehen und seiner Wiedererrichtung uns freuen. Laß Priester wieder ihren Dienst, Leviten ihren Gesang und ihr Saitenspiel wieder erneuen.") Das unschuldige Dninyb D'OrD beirrte die Redaction und an jenem 'qj iJnJN nahm sie keinen Anstoß? — Und Herr S. stehet nicht an eine solche Vertheidigung anzuführen! Herr S. ruft mir zu: „Gerade diese fehlende Stelle hätte Sie darauf bringen müssen, daß die Redaction bei dem was sie wählt und verwirft, nicht willkürlich, sondern nach einem festenPrincip (!!!) zu Werke gehet"! 9. Herr S. weiß (das.) nicht, warum (Orient S. 61) ich mit markirter Schrift anführte: „S. 11 fehlt die Übertragung für ÜVlEN jranj S. 17 ist sOON im Text und nicht in der Uebersctzung; S. 99. 142. 187 ff. ist wnUtt im Text und in der Uebersctzung "; und als ich auf das fehlende DUDin hy S. 12 des Gebetbuches zurückkomme, sagt Herr S. „Man stehet, da Sie bei S. 187 waren, daß Sie Ihre Forschungen aufs Neue ansingen." Ich hebe diese an sich unbedeutenden ironischen Bemerkungen heraus, um an ihnen nachzuweisen, wie Herr S-. aus die Gründe des Gegners eingehet. Jene drei Stellen sind, wie jeder aufmerksame Leser erkennt, deshalb an einandergereihet, sind mit markirter Schrift bezeichnet, um auf die Incorrectheit, da in einem und demselben Gebete der SLichos hier gegeben dort weggelaffen, hier übersetzt dort ohne Uebersctzung hingestellt ist, aufmerksam zu machen. — Und nun wollen wir nochmals untersuchen, ob nicht wie ich im Orient geäußert „in diesem Gebetbuche der die Weihe gebende Ernst, welcher den Gegenstand sowohl in seiner Totalität als in seinen Einzclnheiten mit Liebe und Wärme erfaßt" vermißt werde, ob nicht solche Sorglosigkeit vom Mangel „einer richtigen Würdigung und des Durchdrungenseins von dem Wecthe des in Frage stehenden Objects" zeuge. Herr S. beruft sich (S. 20) auf „Synagogen-Pentateuch und gedruckte Bibel, die bei aller Sorgfalt nicht fehlerfrei sind." Aber wenn Lei erfierm das mühsame Abschreiben zur Entschuldigung dient, was würde man von einem Corrector urtheilen, der bei einer öfter wiederkehrenden Stelle bald dieses bald jenes auöließe; was von der Ausgabe halten, die in den Parallelstellen solche Omissionen zeigte? Und die Männer, welche die Redaction leiteten, sind nicht als Correctoren, sondern weil sie reformirten, zum Lheil auch als Verfasser anzusehen: wenn nun der Verfasser eines auch minder bedeutenden Werkes sich so wenig treu bleibt, daß er in der nächstfolgenden Stelle die Norm vergißt, die er sich in der vorhergehenden setzte und hierdurch sich in höchst befremdender Weise widerspricht, wenn ein Verfasser die auffallendsten Jnconsequenzen, Inc.orrectheLLen und Leicht zu vermeidende Sprachhärten sich zu Schulden kommen läßt, war es ihm ernstlich um seinen Gegenstand zu thun, zeugt sein Werk von Würde und tieferer Auffassung, ist er von einem wissenschaftlichen Principe belebt? — Herr S. will zwar (S. 9) nicht verstehen „was ein Gebetbuch mit einem wissenschaftlichen Princip zu thun habe." Aber ein Gebetbuch das reformircnd austritt und Früheres theilweise verwirft, muß nach einem Principe verfahren, muß an der Hand der Wissenschaft seine Richtung verfolgen, daß nicht bei der Auswahl des Historischen, Stellen alter Autoren, die über die geschichtliche Entwickelung den richtigen Aufschluß geben, übersehen werden: das wissenschaftliche Streben soll schützen vor Oberflächlichkeit und Inconseguenz, soll lehren tiefer eindringen, mit Sorgfalt ein System verfolgen und Harmonie zwischen die einzelnen Lheile bringen. Ich bezweifle keineswegs die Ehrenhaftigkeit der Männer, welche dieses Buch redigirten, habe selbst die Vermuthung ausgesprochen, „daß vielleicht das Herannahen der Festtage Eile gebot und die Verwendung der gehörigen Sorgfalt nicht erlaubte" (Orient S. 56); wenn aber Herr S. diese Vermuthung bestätigend (S. 21) mir jede Nachsicht und Billigkeit abspricht (das.), mich fragt, „wie ich mit trockenen Augen ein so liebloses, verdächtigendes Urtheil niederschreiben konnte" (das.), so hat er auch hier in seiner Weise, meine Worte nur halb anzuführen, verfahren. Ich sprach meine Meinung über das Buch objectiv betrachtet aus, sagte ausdrücklich „das Buch in seiner Absolutheit betrachtet ist ff. ein verfehltes" (Orient S. 62): und wir wollen nun fragen, wie wird ein Unbefangener, der die Redactoren nicht kennt oder dem das Gebetbuch nach mehren Jahren in die'Hände kommt, über dasselbe, dem die Bemerkung „das alte Gebetbuch war vergriffen; man bestürmte die Direction und Redaction, das neue Gebetbuch, da die Festtage herannahen, zu vollenden" (S.21) nicht vorgedruckt ist, urtheilen, wie sich bei Wahrnehmung seiner Mängel aussprechen? — Ich war — wie weiter nachgewiesen werden wird — berechtigt und fühlte mich hierzu verpflichtet, ein Gutachten über das Gebetbuch abzugeben; und da mußte ich das Gebetbuch an sich im Auge haben. Daß in seinem Reflexe mancher Vorwurf die Redaction mittrifft, ist in den nähern Verhältnissen, in welchen die Männer, die sie leiteten, als Redactoren zum Gebetbuche stehen, bedingt: sie können die Anklage durch eine, in den Umständen begründete Entschuldigung oder daß jene eigentlich auf die vor drei und zwanzig Jahren Redigirenden fällt, zurückweisen, ohne daß deshalb der Vorwurf minder auf dem Buche lastet. 10. Herr S. gehet (S. 22 — 29) zu meiner Klage „daß auch hinsichtlich der nV)N3 sich eine ungemeine Inconsequenz zeige," über, und will mir Widersprüche und wie ich selbst den Geist der Lehre verkannt, Nachweisen. Herr S. begehet hier nicht nur eine literarische Sünde, da er meine Worte aus dem Zusammenhänge reißt und ihnen einen andern Sinn unterlegt, sondern er dringt — wie ich zur Ehre.seines Herzens glauben will, unbesonnener Weise — mir einen Gedanken auf, der, hätte ich ihn wirklich ausgesprochen, nicht mir — das Individuum komme nicht in Betracht — sondern 23 *