Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 23 (4.6.1842)
- Date
- 1842-06-04
- Page
- Spalte 355-356 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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355 356 Liturgisches. Dr. Frankels Entgegnung auf Dr. Salomons Sendschreiben. hat man sie am Sabbat entfernt und nicht beibehalten? Weil man am Sabbat des göttlichen Schutzes nicht von Nöthen hat: mW ]DD^ px rOKOltf» also hätte die Nedaction auf diese Lächerlichkeit reflectiren sollen?" Aber wie, wenn die Redaction dennoch auf diese Lächerlichkeit, (der übrigens ein gemüthlicher Sinn abgewonnen werden kann) reflectirt hat? Im neuen Gebetbuche ist das unmittelbar folgende \n yjDttfl' '01 beibehalten, und dieses wurde doch ebenfalls nur, weil mW pna pX rDKO (vgl. ID-) '*>D HX ‘"HD) in j die Gebete ausgenommen!! Uebrigens hat Herr S. noch ein anderes Moment über- J sehen und Ursache und Wirkung .verwechselt. Das Verhält-! niß des spätern Midrasch zu früher» Hagadot und Minhagim i (auch zur Halacha), ist häufig das einesEommentars zu sei-! nem Werke und gehet sogar in die Freiheit des Ueberarbeij tens über. Der Midrasch verkörpert oft, wie schon Zunz! bemerkt, die Idee; überträgt ein früheres Gleichniß, einen! altern Spruch, in ein Geschichtliches, dem Bereiche der Wirk-! lichkeit Angehörendes: und er verfährt nicht minder frei im! Aufsuchen eines Grundes für Hagada und Halacha, wie Tan-! chuma und Ielamdenu auf vielen Seiten zeigen. Die im! Orient von mir angeführte Stelle aus Wajikra Räbba weiset daraufhin, daß 'Dl ubw rPD DTiD die ursprüngliche For-! mel war (vgl. auch j. Berachot f. 21 n); um sie einem an-! dern Gebrauche (Mmhag), der bx'W DZ? hatte, zu j accommodiren, führte man sie abwechselnd ein, worauf dann! der Midrasch proprio Nurto seine Erklärung gab, von wel- \ cher j. T. (vgl. a. a. O.) und Wajikra Rabba noch nichts wissen. — Dieses Accommodiren und Ausgleichen verschiedener Formeln zeigt sich auch an andern Stetten: so bei nm rDnx und d*?ij? rDnx, bei oftwn n^iy und ■pnon üh'ß'Z bw)W HDy rix; und dieses Phänomen wiederholt sich sogar bei der nXDp der nv*Dnn '\ Einige Gemeinden betrachteten alles zu einem Gebete Gehörende als ein Ganzes und hatten daher keine Versabtheilung, andere zerschnitten auch hier den großen Vers in kleinere Theile; (Erwähnung verdient, daß selbst die griechischen Juden, wie ich in dem bald erscheinenden zweiten Theile meiner „Studien zur Septuaginta" nachzuweisen gedenke, in dieser Hinsicht variirten): daher denn auch die. doppelte nxnp entstand. Ich will hier über den engen Kreis einer Entgegnung nicht hinausgehen, und halte zu dem Vorgesetzten Zwecke diese Andeutungen für genügend. 5. Herr S. flüchtet sich (S. 14 ff.) auf meine Frage, „warum des Abends bw HDnD und M deutsch, des Morgens hebräisch, H.-m aber auch des Abends.ysy hebräisch gebetet werde," zu rein localen Gründen. Da ich die Waffen des Spottes, deren sich Herr S. so gern (und auch an dieser Stelle) bedient, meiner unwürdig hatte, gehe ich über das Sonderbare dieser rein localen Gründe weg und überlasse deren Beurteilung dem Leser. 6. Herr S. findet in meiner Frage, „warum pDD1? xmp 'täch) xm weggelassen sei" „eineNaivetät" (S. 16); „stehen doch, sagt.er, die Worte 1-NZ? Nl.Ti tVDß riNnx^? xbty, wozu also die Tautologie?" Hat Herr S. dieses mit einiger Besonnenheit geschrieben, so muß man an ihm ganz irre werden; 'Dl N^n pnDD1? (die Lebenden zu erlösen und die Stadt Jerusalem zu erbauen) drückt doch wohl ein Anderes (nblN.!) aus, als -pli)? Nim 'Dl xrnnb (der die Welt erneuen wird und die Tobten beleben, also ddidh rvnm rhy) i 7. Herr S. . meint (S. 17), es gebe keine grund- und gehaltlosere Beschuldigung, als die ich geäussert, daß die Nedaction nicht die Übersetzung für: np IirDlL? HD 1 h D^pl 'Dl DDnx NDN N^nn gegeben. „Heißt es nicht in demselben Gebete: „„Rufe die, welche deiner harren aus allen Therlcn der Erde zusammen""; sagt das biblische (Zitat etwas mehr, wozu also die öftere Wiederholung?" Wäre Herr S. tiefen eingegangen, so würde er in. obiger Beschuldigung, die auch von andern Rabbinen in ihren Gutachten an die Tempeldirection getheilt wurde, Grund und Gehalt gefunden haben. Dieses 'oi c^p! ist nicht eine Wiederholung des früher» 'Dl "plp siDp sondern es bildet die Fortsetzung des unmittelbar vorhergehenden ID)? n^)?; dieser -;Dn soll sein die nVlX.1, von welcher das ganze Stück handelt. D1? O^pl wird nun gleichsam als Motivirung angeführt, wie es auch häufig bei andern Gebeten theils durch niDND theils durch O^pi (vergl. auch im neuen Gebetbuch S. 58. 174. 186 u. a. m.), geschiehet. Bleibt nun hier dieses '01 tjipi weg, so ist das vorhergehende "ION ID)? NLt?Z? isolirt und der eigentliche Sinn (wie auch in der That in dem neuen Gebetbuche), ganz verwischt. 8. Auf meine Frage, „warum S. 121 mHD irunni HDD Hini beinhalten, S. 122 ^oi pDl ausgelassen wurde" antwortet Herr S. (S. 19): „In letzterer Stelle wird gerade das &rjp£ geschildert, das den ehemaligen Priesterdienst, der in Opfern und Räuchern bestand, erheischt, einen Dienst, der mit dem Systeme des Tempelvereins im Widerspruche stehet ff." Herr S. konnte, wenn es ihm um eine ernstliche Entgegnung.zu thun war, dieses niederschreiben? Die erste Stelle lautet im Gebetbuche (S. 120. 121): nwyb mbim ui-un pn-i 'di ustind U'b.i ünsun dsid) psn ’n1 p2i 'di tynpni biun ND2 pmfD nm U'5ID1N mm nmn “pditd “i^npo byi pmm maw lim bum mno. Sn der Uebcrsetzung daselbst: „Um UNserer Sünden willen sind wir vertrieben ff. und können wir NUN nicht mehr die verordneten Opfer darbrkngen in jenem großen und heiligen Hause ff., und so möge es dir auch wohlgefällig sein, daß du dich abermals erbarmst über uns und über dein Heiligt hum, durch deine große Liebe stelle es her und vergrößere seine Würd e." Und hier ist nicht die Klage „um das w^ip'O, das den ehemaligen Priesterdienst, der in Opfern und Räuchern bestand, erheischt" ausgedrückt und die Sehnsucht nach ihm ausgesprochen? Hier tritt das „Opfern