Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 22 (28.5.1842)
- Date
- 1842-05-28
- Page
- Spalte 347-348 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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347 Biblische Exegese. Noten zum hebe. Texte des A. T. Bon einem Ungenannte». 348 auch in den auf sie gegründeten Schriften über jüd. Alterthümer Fehler ausstoßen, die bei den mit dem Iudenrhum nur einigermaßen Bekannten, geschweige denn beim Juden selbst ein Lächeln erregen müssen 9). Dies Alles zusammengefaßt, dürfte es keine Gelegenheit haben, Tefilla - Commentare zu vergleichen, so würde es nicht uninteressant sein, wenn irgend ein Leser dieser Zeilen, dem dergleichen zu Gebote stehen, über die etwaige Auffindung jener Stelle eine Mittheilung machte. — Der gelehrte (erste) Herausgeber des Largum der Chronik M. F. Beck macht zu der im Largum hinzugefügten Überschrift N'DlfT IDD p folgende Anmerkung (S. 1): „ln fine Tract. Talmudis hierosoiymitani , Megilla, referente R. Sal. Jarchaeo, Comnient ad 1. PavaL. HX, 28. docetur: HDD WW IDD D\3QJD “IDD Nlty N2D ünDD 'J nwn OT lD”pl “HINn mntem b. e. Versione nostra, Tres Codices vel Tria Chronica Esra (quem Pa ralipomen. auctorem faciunt Judaei) reperit, Chronicon Habitationum seu ro zonmov, Chronicon IVIagnatum aut Personal um et Chronicon Frutruni i. e. to Feveccloyiv.ov: 81 vero herum unutn dissentiebat, duo auteni reliqua conveniebant, misso ilUy haec in condenda suu Paralipomen. historia est seoutus Esra, quod Raschi i. c. exemplis productis eoufirmat. A postremo itaque, Chronico Genealogien vN^D1tT' “IDD denuminatur.“ — Den richtigen Sinn jener Stelle ersieht man aus der Parallele Massechet Sofrim 6, 4., wo es heißt: jyjöBf “IDD rütyD >DD niiyn 1N2ÖJ DnDD 'J W'pb p ruiy» mro cwai jij/o sra inud tind nvt ddd dn rtw Diro 1N3D tod im büD) nw;mpi mp m nyi nx airo ixLO aym) m ibidnt Nin iMy inx nra tind -ihn tem nw nmpi nnx fern ü'M impi ton mx nra insd=d^mi (Deut. 33, 27. Ex. 25, 5 und 11 Stellen, wo über in ,\"in variirt wurde.). — Vgl. Mendelssohns Einleitung' in den' Pentateuch. — Den Grundsatz Xdßirfc N'YDW pn Npp1? XilDmi erklärt Buxtorf (Lex. talm. p. .2588) so: si (verbum pn) qnaestioni pecuniariae subjicitur, tum ■jpn valet j^pp1? ad leve indicandum, i. e. diniinuendam et rejiciendam quaestionem, tamquam levem et iudignam, ad quam respundeatur. 81 quaestio est de vetitis et prohibitis, tune?pif) valet ad grave iudicandum, i. e. graviorem et difficiliorent esse, quam ut ex tempore ad eam responderi possit, ac proinde ulterius de ea deliberandum, ut tradifcur in tine übri Halichot olam et in Aruehin DJ) tertio. 9) Was Romane und Conversationslexica über Juden und Judenrhum Neues und Unerhörtes beruhten, übergehen wir. Aber selbst bei solchen Männern, denen man tiefe Gelehriamkeit und redlichen Fleiß nicht absprechen kann, findet man die gröbsten Verstöße, wenn sie auf jüdische Gebräuche, die sie täglich mit Augen sehen können, zu reden kommen. Jahn (Bibl. Archäol. 11!. LH. p. 440 nach der 1. Ausg. Wien 1805) sagt: „Jeder Jude soll Montag, Donnerstag und Sonnabend, Morgens und Abends die Lesillin umbinden, das Lallit über den Kopf schlagen, und die obenerwähnten Abschnitte (5 Mos. 6, 4—9. 11, 13—21. 4 Mos. 15, 37—41), früh mit drei, Abends mit 4 Segenssprüchen hersagen." Einer solchen KennLmß des Judenthums entspricht dann auch die beigesügte Abbildung eines mit Lallit und Lesillin bekleideten Juden. — So erfahren wir aus Bähr's (sonst sehr Lesenswerthem Buche): Symbolik des mosaischen Kultus, nicht als eine Nichtachtung jener großen Männer erscheinen, wenn wir über ihre Arbeiten im talmudischen Fache das Urtheil fällen, daß sie in. keinem Zweige ein so genügendes Resultat geliefert, daß ein Zurückgehen auf die Grundquellen nur einigermaßen entbehrlich wäre. Es fehlt ihnen durchaus das Umfassen und Durchdringen ihrer Aufgaben, das Beherrschen und Ordnen des Stoffes, das Hervorheben der obwaltenden Grundideen und Nebenordnung der Nebenideen, die tiefere Einsicht in das Wesen der von ihnen behandelten Gegenstände, überhaupt der Standpunkt einer freien historischphilosophischen Forschung. (Fortsetzung folgt.) Biblische Exegese. Noten zum hebräischen Texte des Alten Testaments nebst Uebersetzung des Buches Hiob und einem grammatischen Anhang. Basel 184 t. In Commission bei I. G. Bahnmaier. Der ungenannte Verfasser dieses schön ausgestatteten 215 Seiten starken Schriftchens, macht wie er sich in der Vorrede selbst sehr bescheiden ausdrückt, als Laie nicht den geringsten Anspruch aus Talent und gelehrte Bildung. Das Studium des hebräischen Textes der heiligenSchrift war seit, vielen Jahren seine Lieblingsbeschäftigung; er glaubte oft eine richtigere Uebersetzung geben zu können als die gewöhnliche, schrieb diese nieder und hat sie jetzt in Roten veröffentlicht, die er aber meistens durch ein „etwa" oder „vielleicht" einfuhrt und in Frage stellt, um andere Studirende zur nähern Betrachtung solcher Stellen zu veranlassen.- Das Ganze macht der Bescheidenheit wegen einen guten Eindruck und liefert den erfreulichen Beweis, daß das Studium des hebräischen Grundtextes auch in nicht theologischen Kreisen Anklang findet und gewiß auch schöne Früchte tragen wird. Wir sagen somit dem unbekannten Verfasser unfern aufrichtigen Dank, ersuchen ihn zugleich in seiner Arbeit fortzufahren, da in der That sein Schriftchen manches Gute und Tüchtige enthalt und der weitern Verbreitung verdient. Es kann hier nicht die Rede davon sein, jede einzelne Interpretation des Verfassersdie Revue passi'ren zu lassen; wir wollen nur hin und wieder einige Stellen hervorheben und zwar vorzugsweise solche, mit denen wir uns nicht einverstanden erklären können. Gleich zu Anfang des Buches heißt es: Gn. Kap. 2, 3 ist mit 1 Th. S. 243, daß es einer der obersten Grundsätze der jüdischen Theologie sei, „daß Alles, was auf Erdsn geschehe, auch zugleich im Himmel geschehe". —