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Der Orient · 1842-05-28 · Heft 22 (28.5.1842) · p. Seite 172

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 22 (28.5.1842)
Date
1842-05-28
Page
Seite 172 (sequence 7)
Language
German
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172 Recht Anspruch machen darf. Der Redacteur desselben, Herr Sommerfeld, ist dem Publikum durch seine treffe liehe Erbauungsschuft: „Das Leben der Patriarchen" vortheilhaft bekannt; eben so kennt das Publikum den in der Kunde des jüdischen Alterthums heimischen Dr.Saalschütz in Königsberg, der die thätigste Mitwirkung zu diesem Blatte versprochen hat. Es wäre zu wünschen, daß Herr S. sich durch das vornehme Jgnoriren des Judenredacteurs, der die fixe Idee hat, König der Juden in Ungarn und nebenbei Pachter des übrigen Judenthums zu sein, nicht abschrecken lasse, da jenem Jgnoriren nun einmal keine andern Motive zu Grunde liegen, als die Angst, sich von den noch übrigen Abonnenten wie von den bereits verlorenen sieben hundert verlassen zu sehen. Zur Empfehlung des erwähnten Blattes glauben wir am besten beizutragen, wenn wir die circulirende Einladung zur Subscription hier in unserem Blatte aufnehmen; diese lautet: „Einladung zur Subscriprion auf das Sabbat-Blatt für Israeliten, eine Bolks-Ieitschrift zur Erbauung und Belehrung. Es giebt unter uns schon eine Anzahl von Zeitschriften, welche mit Glück und Eifer den Zweck verfolgen, Vieles, was für Israeliten wichtig ist, zu besprechen und zur allgemeinen Kenntniß zu bringen. Aber es fehlt doch noch an einem Blatte, welches ganz besonders die Aufgabe hatte, unmittelbar in der Weise auf das Volk zu wirken, um acht religiösen und moralischen Sinn in demselben zu erwecken und zu fördern. Dieß veranlaßt den Unterzeichneten zur Herausgabe eines israelitischen Volks -Sabbatblattes, das keinesweges den andern israelitischen Zeitschriften in den Weg treten, oder ihrer Wirksamkeit Abbruch thun will, sondern wielmehr eine freundliche Aufnahme in ihrer Mitte wünscht und hoffet. Das Sabbath-Blatt wird regelmäßig in wöchent: lichen Lieferungen von ■§- Bog. in gr. 4. I. eine erbauliche Betrachtung zur Parschay oder Daphtorah des bevorstehenden Sabbats geben,' und so erscheinen, daß es zu diesem Sabbat bereits überall hin versendet sein kann. Für häusliche Erbauung, in einer stillen friedlichen Sabbatstunde, zur Vorlesung im Kreise der Familien, oder selbst auch zur Vorlesung in Synagogen und Schulen, in solchen Gemeinden, die keinen besondern Prediger und Religionslehrer anstellen können, werden diese Aufsätze, wie ich hoffe, recht willkommen sein. Der übrige Raum dieses Blattes soll theils der Vecbreitnng einer tiefer eingehenden Bibelkenntniß, theils der Anregung einer.lebendigen Theilnahme an den für Israeliten wichtigen Erscheinungen der Gegenwart, theils endlich der Besprechung wichtiger Punkte der Religions - und Skttenlehre, des häuslichen religiösen Lebens und der Jugenderziehung gewidmet sein. Es wird demnach enthalten: II. Aufklärungen über wichtige oder schwierige Stellen der heil. Schrift, namentlich mit Benutzung der rabbmischen wie auch neuerer Erklärungen; ferner'Schilderungen des Volkslebens, der Gewohnheiten und Sitten der Israeliten aus der Zeit, in welcher sie noch in ihrem Lande lebten, da. uns, ohne genaue Kenntniß jener Zeit, Vieles in der Bibel . unverständlich bleibt. III. Kurze Bemerkungen und Berichte über wichtige Erscheinungen in Synagogen und Schulen und dem öffentlichen Leben der Israeliten, auch über Bücher und Zeitschriften (und gute Aufsätze in den letztern) deren Kenntniß für das Volk wichtig sein kann. Namentlich werde ich stets a m Schlüsse d e s M o n a t 6, durch eine k u r z e übersichtliche Z u s a m m e n st e l l u n g des Geschehenen und Geleisteten, ein anschauliches Bild der israelitischen Gegenwart zu g°e b e n versuche n. IV. Kurze Aufsätze über die übrigen oben genannten Gegenstände. Alles soll, bei Vermeidung jeder Breite und Oberflächlichkeit, in einem allgemein verständlichen, für wahre Volksbildung berechneten und ansprechenden Tone gehalten sein, wie ich denn überhaupt meine Aufgabe, die mir eine wichtige und heilige ist, mit Liebe und Gewissenhaftigkeit zu verfolgen mich bemühen werde. Auch darf ich n a me n tl ich a u f d i e t h ä - tige Mitwirkung des Herrn Dr. Saalschütz, Prediger bei der israelitischen Gemeinde in Königsberg, rechnen. Alle Freunde der Religion und Volksbildung bitte ich, dieses Sabbat-Blatt, dessen Preis, dem Zweck gemäß, äußerst niedrig gestellt wird, freundlich aufzunehmen uud zu dessen Verbreitung nach Kräften beizutragen. Elbing, im März 1842. Dr. Hermann Sommerfeld, Prediger uud Religionslehrer bei der israel. Gemeinde in Elbing. Indem ich den Verlag obiger Zeitschrift übernehme, bemerke ich, daß der Preis desselben IO S g r. vierteljährlich beträgt. Man verpflichtet sich zur Abnahme auf ein Jahr. Die Exemplare werden den Abonnenten portofrei zugeschickt. Die erste Nummer dieses Blattes wird zum 2. Juli d. I. erscheinen. Bestellungen bitte ich bei den Königl. Post- Anstalten gefälligst zu machen. N e u m a n n - H a r t m a n n in Elbing. An die künftigen Leser des „Sabbat-Blattes." In der Parschah des verflossenen Sabbats, ADDA '&5HD/ 2 Mos. 25, 1 ff., laßt Gott die Israeliten durch Moses auffordern, von ihrem Besitz eine Gabe für Gott zu erheben und zur Erbauung und Einrichtung des Heiligthumes in der Wüste darzubieten. Den Weisen des Midrasch fallt es hiebei ans, daß es heiße ADIAA "h lAp>v sie sollen mir nehmen eine Hebe, statt des scheinbar angemessenere Ausdruckes UAV, sie sollen mir geben eine Hebe. Gehen wir nun in die Betrachtungsweise jener frommen Männer ein, so könnte der auffallend gewählte Ausdruck uns erinnern, daß, was wir Gotc geben, wir in der Thar vielmehr nehmen. Denn gewiß, Gott verlangt es nicht für sich, nj?' 1TD HD IN )b fnn HD np“ü DN <H,ob 35, 7.) „Wem, du gerecht handelst, was giebst du ihm, oder was würde er von deiner Hand wohl nehmen?" Sondern es ist eine Hebe zu unserm eignen Besten und wir empfangen es reicher und herrlicher von ihm zurück. Gieb, weihe Gott deinen Geist, deine Verstandeskräfte; wirst du ärmer an Geist und Verstand? Nein! so du dich versenkt hast in die Anschauung seiner Herrlichkeit, in die Erkenntniß seiner Eigenschaften, in die Betrachtung seines Wesens,

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