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Der Orient · 1842-05-21 · Heft 21 (21.5.1842) · p. Seite 164

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 21 (21.5.1842)
Date
1842-05-21
Page
Seite 164 (sequence 7)
Language
German
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164 tz vinz zu nennen, die in kurzer Zeit zu gleicher Wahl schreiten werden. Vor einem Jahre haben wir hier die Möglichkeit nicht begreifen können, wie bei dem unheimlichen Treiben der Rabbiner es je der Aufklärung möglich sein werde, Wurzel zu schlagen und Boden zu gewinnen. Jetzt ist es ganz anders, und wir glauben, den Mann zu kennen, der dies im Stillen gewirkt, und ehren ihn zu sehr, als daß wir durch öffentliches Ausposaunen, das der guten Sache nur schaden könnte, seiner Bescheidenheit und dem stillen aber thatigen Wirkungskreis zu nahe treten sollten. Möge ecssortdauernd streben, der Himmel in seinen Unternehmungen ihm Erfolg verleihen; Achtung und Anerkennung wird ihm nie fehlen. Wohl spreche ich aber hier noch das Wort aus, und möge es von allen Männern, die zu Rabbinats-Aemtern berufen werden, beherzigt werden: Ein Zusammenhalten thut vor allem Noch. Persönliche Interessen und kleinlicher Neid muffen schweigen; es lagern um und uw viele Feinde der guten Sache, daß diese nicht durch Mangel an Einheit leide! Angriffe auf die „Neuerer" nützen für den Augenblick, schaden aber im Allgemeinen, und gereichen selten der Person zum Frommen. Nur Biederkeit und Ungefchminktheit siegt. Das Geschick aber eines ganzen Geschlechts, das diesen Männern jetzt in die Hände gelegt wird, sollte sie zur Einheit ermuntern und zur gegenseitigen Unterstützung. Nach vielen Jndicien kann ich behaupten und ich freue mich damit zu schließen, daß mit Begeisterung und mit großer Aufopferung an dem großen Werke gearbeitet wird. Mögen sich die Arbeiter in dem Weinberge des Herrn nicht verkennen, und sich gegenseitig achten und unterstützen. .. t... Gleiwttz (Oberschlesien), 3. Mai (Eingesandt). Wenn bis jetzt noch so wenig in öffentlichen Blättern (in diesem Blatte noch gar nichts von dem Zustande unserer Gemeinde berichtet wurde, so liegt der Grund darin, daß: 1. im Cultus nur wenige Umgestaltungen und diese in Friede und Eintracht getroffen wurden, und 2., dies ist eben betrübend, weil die hiesige jüdische Elementarschule noch nichts Ersprießliches und Erfreuliches darbietet, um sie als Norm und Muster andren Gemeinden anführen zu können. Denn genügt dieselbe auch der alljährlich.stattft'ndenden öffentlichen Prülung in weltlich wissenschaftlicher Beziehung, so verfehlt sie doch ihren wahren Endzweck als jüdische Religionsschule. — Ich enthalte mich für heute der nahem Details darüber, indem ich hier nur die Widerlegung eines Artikels aus Gleiwitz Nr. 16. der Allgemeinen Zeitung des Judenthums beabsichtige, gedenke aber nächstens die Lehr- Methode der hiesigen jüdischen Lehrer in diesem Matte mitzutheilen. Zuvörderst muß ich bewundern, wie die Redaktion der Allg. I. d. Jud. jenem nichtssagenden, an Gemeinheit grenzenden Artikel ihre Spalten öffnen konnte, wenn sie vor kurzem erst einen Artikel aus Hamburg, der in der Hamburger Streit-Sache die orthodoxe Partei rechtfertigen sollte, zurückwies, weil sie sich verpflichtet halte, ihren Lesern genaue Rechenschaft von dem Raum ihrer Zeitung zu geben. — Da ich nun auch vom orthodoxen Standpunkte aus berichte, wagte ich es nicht, mich an jene Zeitung zu wenden, sondern an diesen im strengsten Sinne des Wortes sich unparteiisch zeigenden Orient. Der Referent des erwähnten Aufsatzes beginnt gegen unfern Rabbiner loszuziehen, indem er von ihm sagt „er würde mit seinen Ideen selbst einem früheren Jahrtausende keine Schande gemacht haben". Nun Herr Res., machen die Ideen der Gelehrten und Rabbiner früherer Jahrtausende, uns nicht heute noch große Ehre? — Sie sagen ferner, der Rabbiner erfülle seine ihm obliegende Pflicht nur damit, daß er zweimal jährlich Deraschot hersagt, vergessen aber daß er im Sommer je 14 Tage am Sabbat öffentlich in der Synagoge die Sprüche der Vater erklärt imd daß es viel heißt, in einer Gemeinde wie Gleiwitz über to 'idn zu entscheiden; aber von letztern halten Sie wohl nicht viel Herr Ref.? — Nun tadeln Sie gar, daß er jedesmal in seiner nwTi der Schule Erwähnung thut, Herr Res. ist das nicht gerade höchst lobmswerrh? ist die religiöse Erziehung der Jugend nicht des Israeliten heiligste Pflicht? Und hörten Sie Herr Res. den Rabbiner schon je darüber klagen, man betreibe die andern Wiffenschasten als Geographie, Geschichte k, mit zu großem Eifer? Gewiß nicht, er will nur nicht, daß die Lehre Gottes vor anderen Wissenschaften zurückbleibe, daß man wenigstens Bibel ("pH) mir Commentar und NX lehre; von Mischna und Gemara abstrahirt er ja gerne, wenn nur jene mit Fleiß und Ernst betrieben werden. Ihre dabei ausgestellte Frage: „sollte er (der Rabbiner) von nichts Anderm, als von der Schule zu reden wissen" har mich außerordentlich frappirt, und eben darum lasse ich sie unbeantwortet. Endlich verdroß es Sie, daß der Rabbiner den Satz „DTy DWItMD ü'n die Kinder habt Ihr Verderbern überlassen", gesagt hat. Das sagte er ja nur in dem Sinne „würde man nicht bald die nöthige Vorkehrung zu einem bessern Religionsunterrichte treffen, wird man gleich Jesaias so ausrufen können". Steht also dieser Ausspruch nur im entferntesten: Einklänge mit der Gemeinde, trifft ja der Vorwurf nicht dieselbe, — oder Herr Res. verdroß es Sie vielleicht, daß der Rabbiner dem Texte einen neuen Sinn gegeben hat? Nun darf der Rabbiner oder Predigender nur Gutes und Edles beabsichtigt, den Textsinn in einer Predigt nicht ändern, wenn Sie Herr Ref.st'ch erlaubten um das Gute zu verketzern, einen ganzen Text im großen Propheten zu ändern, wie ' ybl' TnmN Tm"?ü! Wohlweislich haben Sie hier nicht Capitel und Vers verzeichnet, wie Sie es bei der andern angeführten Tnach-Stelle thaten; dies verdanken

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