Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 20 (14.5.1842)
- Date
- 1842-05-14
- Page
- Spalte 311-312 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/8555529-9894039-9894071--2133-3529332- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
311 Jüdische Alterthumskunde. Die Beschneidung bei den Israeliten. Von Dr. Bergson. 312 so ist man doch keinesweges genöthigt/an ein Heraufbringen der Schatten aus der Unterwelt zu denken. Wenn aber H. C. auf die Bemerkung des Hrn. Rh., daß wenn unter nbfcttf Genes. 37, 35 das Todtenreich geweint sei/ Jacob sich hatte freuen müssen, seinen Sohn daselbst wieder zu finden", entgegnet, „daß er hier keinen Grund zur Freude absehe, indem auch Griechen und Römer nicht freudig in die Unterwelt gestiegen", — so scheint uns dies ein wenig übereilt, da, den Alten zufolge, selbst Götter ihre Unsterblichkeit verwünscht haben, weil diese sie abhielt, dem Schatten der geliebten Person' in den Orcus zu folgen. So läßt Virgil die Juturna, als sie den Untergang ihres Bruders von Jupiter beschlossen sieht, verzweiflungsvoll in die erschütternden Worte aus- Lrechen: „Quo vitain dedit aeternam? cur mortis ademta est Conditio? possem tantos finire dolores Nunc certe, et mis.cro fratri cotnes ire per umbras. Inimortalis ego? aut quidquam mihi dulce meorum Te sine, frater, erit? 0 quae satis alta dehiscat Terra mihi, Manesque Deam de mittat ad imos!“ — Aen. L. XII. 879—885. - Der Meister der deutschen Lyrik handelt daher ganz im Geiste der Alten, wenn er, in Bezug auf die Ovid'sche Mythe vom Raube der Proserpina durch Pluto, die tief gebeugte Mutter der Geraubten die sterblichen Mütter, die ihren Kindern in die Unterwelt folgen können, beneiden und in mütterlicher Sehnsucht nach der theuern Tochter den Parzen zurufen läßt: „Stürzt mich in die Nacht der Nächte Aus des Himmels gold'nem Saal! Ehret nicht der Göttin Rechte; Ach! sie sind der Mutter Qual!" Klage der Ceres v. Schiller. Und haben denn die Hebräer ihre Kinder weniger 'di nra in# 'di p p jwirr jjmnDNM, t>i m jwiir ID p : mra" Erubin fal. 63 a. — Kann hier auch nur im Geringsten ein Zweifel stattsinden, ob hierin einer andern Bedeutung als Grab zu nehmen sei? — Man vergleiche noch Talmud Ieruschalm i cap. Chagiga, En dorschin: „rcn 'Dl nrniN wi: TON p idn 'di rbiy vo W?". — Verb esserungen. Nr. 7. d. I. S. 10t, Z. 1 v. unten ließ: ndD» S. 102 ib. Z. 5 in der Anm. I. aber mit zu — Nr. 8. S. 117. Z. 7 in der Anm. l. iD^nnn. S. 118 ib. Z. 4 nach „hingeben!", fehlt: „Deut. 18, 13;" — Nr. 14. S. 215. 3/6 in der Anm. l. War auch re. — S. 216 ib. Z. 23 l. rfakft " n.K. — Nr. 16. S. 242. Z. 13 l. es bis rc. — S. 243 ib. 3. 18 in der Anm. l. wenn er nach rc. — S. 244. Z. 6 l. bereits. — Z. 3 ib. in der Anmerkung t. „DWD1 bon asn" 2t. — geliebt? — Wer hierüber noch im Zweifel ist, lese nur II Sam. 19, 1 und sein Zweifel wird in ein Nichts hinfchwinden. — Daß wir übrigens mit Hrn. Dr. C. darin vollkommen überemstimmen, daß die Meinung des Hrn. Rh., „es hätten die alten Hebräer an eine persönliche Fortdauer des Geistes nicht gedacht", grundlos sei, geht genugsam aus unserer Abhandlung hervor. — (Fortsetzung'folgt.) Jüdische Alterthumskunde. Die Beschneidung bei den Israeliten. Vom historischen, kritischen und medicinisch en Standpunkt. (Fortsetzung.) Die lateinischen Klassiker. Horaz. Eine zweite hieher gehörige Stelle findet sich in der neunten Satire des ersten Buches, worin der zudringliche Charakter eines belletristischen Schwätzers trefflich geschildert wird und die mit den Worten: 1bam forte yia saera beginnt. *) Daselbst finden sich folgende Verse, die Fuscus ausruft, Salirae 1, 9. y. 70. —-Hodie Iricesima sabhala, Tin Lu Curtis Judaeis oppedere? — Wieland übersetzt diese Stelle ziemlich weitläufig umschreibend folgendermaßen: --- es ist — ein Neumonds - Sabbat; Du wirst doch, um das Bißchen Haut zu wenig Die guten Juden nicht so schmählich halten, Und ihren Sabbat schänden wollen? und bemerkt zu diesen Worten Folgendes: Wenn ich nicht sehr irre, so behilft sich Aristius mit dieser Ausflucht blos deswegen, weil ihm in der Eile kerne bessere einfiel und Horaz scheint diesen Umstand weniger, um den Juden zu spotten, erdichtet zu haben, als um der komischen Wirkung willen , die daraus entsteht, daß er von einem seiner besten Freunde in der Noch, worin er sich befand, um einer so frivolen und von jenem noch dazu aus bloßer Schelmerei vorgegebenen Ursache willen, *) Der Dichter, von dem lästigen Schwätzer mit Fragen verfolgt, trifft seinen guten Freund Aristius Fuscus, durch dessen Hilfe er sich von dem unausstehlichen Schöngeist zu befreien hofft, indem er ihm winkt und am Aermel zupft uud zuruft: daß er ihm etwas im Geheimen zu vertrauen hätte. Doch Fuscus, der die Verlegenheit des Horaz durchschaut, will ihn aus launiger Schadenfreude nicht aus derselben befreien und entschuldigt sich damit, daß er das Geheimniß zu einer andern Zeit ihm vertrauen solle, heute wäre bei ihm Ruhetag. —