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Der Orient · 1842-05-07 · 19 (7.5.1842) · p. Spalte 291-292

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
19 (7.5.1842)
Date
1842-05-07
Page
Spalte 291-292 (sequence 2)
Language
German
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291 Zur Geschichte der Cultur u. der Schulen unter den Juden. Bon D. Ehrmann. 292 lobenswerthe Ausnahme» Äsa") war nach SäWwon der erste fromme König. Er schaffte Mn Götzendienst ab, erbeutete neue Städte, suchte die Kenntniß der Religion zu verbreiten, und setzte die Kodesstrafe auf die Abtrünnigkeit vom GvM Israels. Weit übertroffen an Frömmigkeit und Wirksamkeit ward er von Iehoschafat ftindm Sohne-^). Diest'r» dem Beispiele seines weisen Ahnen Salomo folgend, führte schöne Gebäude auf, suchte die Schiffahrt des Landes zu erweitern, verbesserte den Gottesdienst im Tempel, brachte die Rechtspflege, die seit langer Zeit vernachlässigt wurde, weil man die mosaischen Gesetzbücher, die auf die Rechtspflege das größte Gewicht legen, wenig oder gar nicht kannte, wieder auf einen gehörigen Standpunkt. Was aber das beste ist, et schickte Prediger und Lehrer nach allen Ortschaften seines Reiches, die das Gotteswürt lehrten, und zum Gemeingute des ganzen Volkes machten-. Die Regierung Iehoschafats hätte seinem Volke die schönste Zukunft in Aussicht gestellt, wenn nicht sein Hauptfehler in der Politik, die zu enge Verbindung mit dem ruchlosen Könige Israels, auch der Cultur den größten Schaden zugefügt hätten Sein Sohn, der eine Tochter des verruchten Achab zur Frau hatte, ging in den Wegen der Könige Israels. Bon Bedeutung für das Reich Juda war die Regierung des frommen Chrskija, die zur Cultur des Landes viel beitrug. Er schaffte nicht nur den Götzendienst ab, sondern suchte auch viele Vorurtheile und abergläubische Ansichten, als Steine des Anstoßes, aus dem Iudenthum zu entfernen'"). Was er für die Geisteseultur und den Unterricht gethan, läßt sich nicht so ganz ermitteln, aber den höchsten Grad von Wahrscheinlichkeit Hat die Annahme, daß er eine Gelehrtenschule gründete, und vorzüglich das Studium der Religion förderte"). Die hebräische Sprache mochte ebenfalls an ihm einen.thätigen Beförderer haben31). Das Erlernen fremder Sprachen, das in frühern Zeiten ein Brodstudimn für Dolmetscher war3a), war unter feiner Regie- 27) \ Könige 15, 11 bis Ende des Kapitels. II Chr. 15. 28) I Könige 22* II Chronik 16 — 22. 29) Er vernichtete die kupferne Schlange, die Moses gemacht hatte, weil er sah, daß das Volk aus dem Ehrwürdigen ein Göttliches. machte. Er soll auch ein Buch, das für alle Krankheiten die Heilmittel angab, abgeschafft haben, wahrscheinlich weil es viele vom Aberglauben erzeugte Recepte-, vielleicht auch Zauberformeln enthielt. 30) Einige Kapitel aus den Salomonischen Sprüchwörrern sind von einigen Gelehrten seiner Zeit., wahrscheinlich auf sein Geheiß gesammelt worden. Der Talmud spricht viel von den Kenntnissen, die durch seine Wirksamkeit im Reiche Juda herrschten, von den Schulen, die er stiftete, und von der Frömmigkeit, die sich allenthalben kund gab. Sein Zeitalter erhielt das Prädikat der Wissenschaftlichkeit. 31) Das schöne Gedicht nach seiner Krankheit, so wie die Bemühung, ältere Schriften zu sammeln (Anmerkung 30) sprechen deutlich genug für diese Ansicht. 32) 11 Chronik 33. II Könige 21. rllng/ wem auch nicht 'verbreitet, dennoch nicht ungewöhnlich. Seine Regierung wußte den Fortschritt zu den höchsten Erwartungen berechtigen, wenn nicht sein Sohn und Nachfolger M der Regierung, alle bisherigen Könige in beiden jüdischen Reichen, an Gottlosigkeit und Grausamkeit übertroffen hätte. Die Strafe Gottes folgte ihm auf die Ferse. Er wurde von tlffyrischm Soldaten g efall gen kam in der größte Noth, und nun kehrte er zu Gott zurück, der ihn gnädig aufnahm"). Die verderbliche Saat war jedoch ausgestreut, und schlug feste Wurzel. Die Früchte, tödtlicheGiftpflanzen, verpesteten mit ihrem Hauche jede schöne Frucht, die der thätigen Frömmigkeit seines Vaters entsproß. Ieoschia, ein Enkel dieses Blutdürstigen Tyrannen kehrte mit aufrichtigem Herzen zu Edtt zurück. Er ließ den Tempel in seiner Reinheit wieder Herstellen. Unter seiner Regierung fand man ein Exemplar der mosaischen Schriften im Tempel, das vielleicht Stetten enthielt, die bisher unbekannt waren 34). Er. erneuerte gleichsam das Bündniß der Religion mit Gott nach dem gefundenen Gesetzbuche, nachdem er das ganze Gesetzbuch in einer Volksversammlung vorgelesen hatte"). Unter dem Könige Iehojakim siel Nebukadnezar, König von Babylon ins Reich Juda ein, und machte es zur Provinz seines großen Reiches. Unter seinem Nachfolger Iehojachin belagerte Nebukadnezar die Stadt Jerusalem, plünderte den Tempel, und führte den König, die Vornehmsten des Volkes und den Kern der Truppen in Gefangenschaft nach Babylon, nur den gemeinen Haufen ließ er zurück, dem er Aedekias als König vorsetzte^). Bald aber kam er wieder nach Jerusalem um es ganz zu zerstören, und von dem zurückgelassenen Volke wieder die besten in Gefangenschaft zu führen, nur die Hefe ließ er in Judäa zurück, die den Boden bearbeiten mußten "). So verlor auch das Reich Juda seine Selbstständigkeit als politische Macht, und das jüdische Volk war von nun an in seiner Cultur von den Einflüffen derjenigen Völker abhängig, die es umgaben oder beherrschten. Wer sich einön gehörigen Begriff von dem Sittenzustande des Volkes zur damaligen Zeit verschaffen will, lese die Prophezeiungen der beiden Zeitgenossen Jeremias und Ezechiel, und er wird einen neuen Beleg für die anerkannte Wahrheit finden, daß der politische und moralische Zustand einer Nation in enger Verbindung stehen. Am meisten eifern die beiden Herolde Gottes gegen die Unzahl von falschen Propheten, die dem Volke ms- Exil folgten und dasselbe durch schmeichelnde Vorspiegelungen über den wahren Stand seiner Verhältnisse täuschten und irre führten» Einige derselben hatten die Exu- 33) 11 Könige 18. 34) Wenigstens wird erzählt , daß das Passafest damals das erste Mal feit den Zeiten der Richter nach dm Gesetzen Moses gefeiert wurde. 35) 11 Könige 23. ■ ' ' 36) Ibid. 24. 37) lbid. 25.

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