Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1842)
- Date
- 1842-04-30
- Page
- Seite 140 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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140 Dem Hauptzweck unserer Vereinigung, der Unterstützung jüdischer Productionen der Kunst und der Wissenschaft, und mithin auch der Prüfung solcher, hat der Vorstand seine vorzügliche Aufmerksamkeit zugewandt; die 18 Plenar- und mehrere Commissionssitzungen waren fast nur diesen Gegenständen gewidmet. Sobald die Statuten im vorigen Monat März den Cultur-Verein weiteren Kreisen bekannt zu machen begonnen hatten, gingen Anfragen und Gesuche bei dem Vorstande ein. Die Zahl der förmlichen Unterstützungs - Gesuche betrug vom 24. März 1841 bis zum 17. Februar 1842 dreiundzwanzig; sie betrafen sämmtliche in den Statuten bezeichnete Richtungen, und zwar nach folgender Vertheilung: 4 Ungenannte sandten ihre Schriften im Manuscript ein; es waren ein philosophisches, ein historisches, ein medicinisches und ein poetisches Werk. Von diesen wurde eins vom Verfasser zurückgenommen, zwei vom Vorstände nach stattgefundener Prüfung zurückgeschickt, eins ist noch unerledigt. 5 Herausgeber oder Verfasser bevorstehender Werke verlangten theils Unterstützung, theils forderten sie den Vorstand auf, ihre Werke zum Druck zu befördern. Hiervon wurde bei zweien die etwanige Lheilnahme des Vereins bis zum wirklichen Erscheinen der Werke hinausgeschoben; ein Gesuch wurde abgelehnt, eins als unpassend unberücksichtigt gelassen; eins ist noch nicht erledigt. 6 Verfasser schon erschienener oder schon begonnener Erzeugnisse wünschten Unterstützung oder Subscription. Nach geschehener Prüfung wurden drei Gesucheabgelehnt, eins nicht berücksichtigt; dahingegen von zwei Werken: dem „Kusarr mit deutscher Uebersetzung und Commentar" (D. Cassel und H. Jolowicz), und der „Religion des Geistes" (Dr. Formstecher) der Ankauf einer Zahl von Exemplaren beschlossen. i Gesuch um Ankauf eines literarischen Nachlasses konnte nicht gewahrt werden. Von 4 SLudirenden mußten zwei abgewiesen, einer um weitere Legitimation angegangen werden. Dahingegen erhielt Herr M. P. in Folge bewiesener Fähigkeit und Fleißes in der Mathematik ein Zeichen der Aufmunterung. 1 ungenannter Componist sandte Lieder ein; der Vorstand bewilligte die Druckkosten. Nach erfolgter Prüfung ergab sich der Name des Verfassers: Saloman aus Kopenhagen. Endlich 1 Kunstbeflissener und 1 Erfinder, deren Angelegenheiten noch unerledigt sind. Das Schicksal der erwähnten Gesuche war mithin bis jetzt folgendes: Z u r ü ck g e n o m m e n wurde ein Werk in der Handschrift. Gewährung fanden a) zwei gedruckte Werke, auf die Berichte von Commissionen; b) eine Composition, auf die eingeholten Gutachten dreier competenten Tonkünstler; o) ein Studirender, auf die Zeugnisse von ' Sachverständigem Die Entscheidung hinausgeschoben wurde bei zwei Herausgebern hebr. Manuscripte und einem SLudirenden. Ab gelehnt wurden neun, nämlich zwei Manuscripte, eins auf eingeholte Gutachten von drei competenten Männern, ein anderes auf Commissionsbericht; ferner die Gesuche von vier Autoren und zwei Studirenden, außerdem eins als unstatthaft. Unberücksichtigt blieben zwei, noch unerledigt sind vier. Demnach hat etwa die' Hälfte der bisherigen Gesuche keine Gewährung gefunden, theils weil die Kräfte des Cultur-Vereins gewissen Anforderungen noch nicht gewachsen find, theils in Folge der von den Statuten vorgeschriebenen Prüfungen, die dem Unnützen, Unreifen, keiner Aufmunterung Werthen einen wohlthätigen Damm entgegenstellen. Ob wir aber überhaupt recht Tüchtiges befördern, größere wissenschaftliche Leistungen unterstützen, und hierdurch den Talenten werden Kraft und Lohn gewähren können, das hängt zuvörderst von unserer Stärke, d. h. von der Zahl der Mitglieder des Vereins ab. Diese betrug am Ende des Jahres 1840: 121; zu Ende des Jahres 1841: 201, worunter 21 auswärtige. Alle haben durch Annahme der Statuten, laut §. 24, sich zu einer Lheilnahme von mindestens zwei Jahren verpflichtet. Hoffentlich werden sie dieselbe dem Cultur-Verein auch fernerhin nicht entziehen, indem ja schon die Vereinigung zersplitterter Kräfte und Bestrebungen in unfern’ selbstsüchtigen Zeitalter eine sittliche Stärke und einen Trost gewährt, noch ganz abgesehen von pecuniären Kräften und Erfolgen. Was diese letzteren anbelangt, so werden Sie solche aus folgender, den Kaffen-Büchern entnommener, Uebersicht der Einnahme und Ausgabe des Jahres 1841 ersehen. E i n n a h m e. Beiträge und Eintrittsgelder 961 Lhl. 20 Sg. . (Der Betrag sollte 133 Lhl. 20 Sgr. mehr sein; allein es fehlen noch 46 halbjährliche Beiträge u. Eintrittsgelder.) Geschenke: v. Hrn. R. S. Gumpertz . 20 Thl, - - Dr. M. Bruck 25 - - Gaudchau 10 - - Jsid. Hirschberg . 5 - - - I. H i r sch b er g, Banq. 10 - - - I. A. Meyer, Geh. Commerzienrath 5 - - - I. W. Meyer, Commerzienrath , 10 - - Jul. Sachs . 15 - - - S. Samelson 3 - d. seligen £m. Jac. B u r g 5 jährl. v. Hrn. M. D. V o l k m a r 10 - 118 Thl. Interessen von 300 Thl. St. Sch. Scheinen . . 8 - 1087 Lhl. 20 Sg. Ausgabe. Verausgabt: Auslagen v. I. 1840 . an Drucker u. Buchbinder für Statuten, Circulare und Bücher . Lokal, 1. Semester . . Bote .... Jnsertionskosten d. Preisaufgabe für den Anzeiger der Allgem. Zeitung des Judenthums (Nr. 31.) . Varia ...» zwei Unterstützungen . für Pr. St. Schuldscheine für Bankobligationen . Kaffenbestand, ult.Dcbr. 8 Thl. 69 Thl. 19 Sg. 6 Pf. 15 - 87 - 5-20 Sg» 3 - 20 - 4 Pf. 188 Kht. 29 Sg. 10 Pf. 45 - 313 - 12 - 400 - 1841 . . . . 140 - 8 - 2 Pf. 1087 Thl. 20 Sg.